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Freitag, 25. Juli 2014

Ukraine: Gewissens-Entscheidung

Wir können wohl davon ausgehen, daß der Absturz der MH17 über der Ost-Ukraine durch eine Rakete geschah, die von prorussischen Separatisten abgefeuert wurde. Sie wollten kein ziviles Flugzeug treffen - aber das darf keine Ausrede sein. Ich habe Sympathien für Menschen im Osten Europas, die lieber zu Rußland als zur EU gehören wollen. Der Abschuß des malaysischen Flugzeugs diskreditiert allerdings die gesamte Separatisten-Bewegung. Man sieht die schwer vermummten Männer, manchmal auch ihre Muskelpakete, wilde Schnäuzer, zu allem entschlossene Gesichter usw. Wenn sie wirklich ganze Kerle sind, dann stellen sich die, die den Flugzeugabsturz verursachten. Auch wenn es ein "Versehen" war. Ein neues unabhängiges Land, das u.a. darauf basiert, daß ein Zivilflugzeug heruntergeholt wird, dessen Passagiere nicht das Mindeste mit dem Konflikt zu tun haben, kann sich gleich wieder abmelden. Solch ein Land kann man -kann ich- nur ablehnen. Leider. Auch wenn die Katastrophe versehentlich ausgelöst wurde. Stehen die Verantwortlichen so unter Druck, daß sie sich nicht melden können? Werden sie bedroht, weil sie einen schweren Fehler zugeben könnten? Werden sie unter Arrest gehalten - oder sind sie einfach nur Feiglinge? * Ich bin PRO ganze Kerle, PRO starke Männer. Nur: Zu einem MANN gehört nicht nur ein mehr oder weniger trainierter Körper, sondern auch ein Gewissen. Die Fähigkeit, Fehler zu erkennen. Und die Fähigkeit, zu Fehlern zu stehen. Daß dies nicht oder noch nicht geschieht, ist erschreckend. - Andererseits: Wenn ich mir so unsere politischen Verhältnisse anschaue: Fehler zu machen und nicht zu ihnen zu stehen ist das normalste auf der Welt. Auch in Deutschland. * Daß jetzt Putin zum Sündenbock aufgebaut wird ...
                                                        *RS*       

Donnerstag, 16. August 2012

Belohnung wofür?

2009 kam es im Rahmen des deutschen Militär-Einsatzes in Afghanistan zu einer Fehlent-scheidung mit katastrophalen Folgen. Der deutsche Oberst Klein forderte aufgrund brennen-der Tanklastzüge amerikanische Kampfflugzeuge an, ohne zu überprüfen, welche Gefahr von den Tanklastern aus-ging. An die hundert unbewaffnete Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, starben in dem Inferno. Klein setzte sich über mehrere Vorschriften hinweg. Die Sache sorgte seinerzeit für einigen Wirbel, auch weil von höherer Stelle die Aufklärung der Katastro-phe behindert bzw. nur zögerlich vorangetrieben wurde. Oberst Klein wurde weder vor Ge-richt gestellt noch degradiert noch musste er sein Kommando niederlegen. Damit nicht genug. Dieser Mann wurde nun zum General befördert. Der SPIEGEL: „Bislang sah es so aus, als werde Klein seine Tat verziehen, nun sieht es so aus, als werde sie belohnt.“ * Die Beförderung ist in erster Wohl psychologischer Taktik zu verdanken. Um die „Moral der Truppe“ aufrecht zu erhalten, um den deutschen Soldaten den Rücken zu stärken in einem Land, in dem sie nichts verloren haben, wird ein Mann exemplarisch befördert, bei dessen Fehler jedem Menschen mit Verstand Zweifel kommen müssen, ob nicht der deutsche Einsatz an sich falsch ist. * In Afghanistan werden die Menschen sich darin bestätigt sehen, was die meisten eh denken: daß die deutschen Soldaten nicht gekommen sind, um humanitäre Hilfe zu leisten, die Infrastruktur zu verbessern etc, sondern um zu töten. Die Beförderung des Oberst Klein zum General stärkt allen Hardlinern den Rücken. Sowohl auf Seiten der Taliban, Al Qaida usw., als auch auf Seiten der Amerikaner, Deutschen usw.    *R.S.*