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Mittwoch, 26. August 2026

Konzert 30.August Petrus-Kirche HH-heimfeld

Am Sonntag, 30. August, spielen Tom Seidel (Kirchenorgel) und Raimund Samson (Steirische Har-monika) in der St.Petrus-Kirche in HH-Heimfeld eigene Kompositionen, Improvisationen und ein paar Volkslieder-Standards.      °°° Beide Musiker haben Spaß am Experiment. 


Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr 15. Zuvor findet, bis ca. 19 Uhr, ein Gottesdienst statt.Wir freuen uns über interessierte Besucher,  Hörerinnen und Hörer.                                         

                                                   Raimund Samson

Veranstaltung am 3. September, HH UKE Psychiatrie


 

Hiermit lade ich alle Leser und leserinnen meines Blogs zu einer Veranstaltung in der Hamburger Uni-Klinik-Eppendorf ein. Lars (Guitarre) und ich (Harmonka) spielen Lieder und erzählen zum Thema psychische Erkrankung. Der Ort, die Psychiatrie in Hamburgs zentralem Krankenhaus, scheint dafür wie geschaffen. Ich bin gespannt, in positiver Weise, und freue mich auf das event

                                                                                                                               Raimund Samson

Georgine Kellermann "Der lange Weg zu mir selbst"

 

Das Buch ist leicht verständlich, mir als Leser gut nachvollziehbar geschrieben mit der Lebens- und Leidens-geschichte der Protagonistin Georgine Kellermann. Sie wurde 1957 geboren. Es war ein langer, spannender und, so empfinde ich, ehrlich erzählter Weg, wie aus Georg Georgine wurde. Der Untertitel des Buchs lautet "Meine Befreiung als Trans*frau nach über 60 Jahren". Es hat so garnichts von der oft marktschreierischen Exzentrik mancher LGBTQ-Aktivisten, die ihrem Ärger und Wut über angebliche oder tatsächliche Ungleich-Behandlung lautstark Luft verschaffen. Und wenn doch? Wäre es mir fast egal. Georgine kommt sympathisch ubd unaufdringlich "rüber". Und ich frage mich: Weshalb gibt es heute oftmals Probleme seitens eines nicht kleinen Teils der Bevölkerung mit "queeren", "binären" und anderen Menschen, die zur LGBTQ-Community gezählt werden. L= lesbisch, G= gay (schwul), B= bisexuell, T= transgender , Q= queer. Meine Definitionen fand ich auf der Website www.desired.de/lifestyle/was-bedeutet-lgbtq/  °° Die Probleme, die wir heute haben, kommen m.E. daher, daß staatlicherseits hunderte Millionen € ausgegeben werden. Jahr für Jahr wird gigantisch investiert, um die Ideologie der LGBTQ medienstark zu verbreitern, diesbezüglich Arbeits-plätze zu schaffen, das ganze Land mit entsprechenden Netzwerken zu überziehen. Wer Kritik daran übt, daß hier Gelder ausgegeben werden, die anderswo fehlen, wird als "Nazi", "Reaktionär", "dumm" etc. abgetan und an den Pranger gestellt. Schade. °° Georgin Kellermanns Buch empfehle. 27 Seiten, Ullstein, 2024
                              Raimud Samson 
 

Montag, 13. April 2026

"Kein Rassismus" 2

Ein Gast gesellt sich zu mir, während der Öffnungszeit im Habibi-Atelier. In einer Mischung aus Empö-rung und Staunen fragt er, weshalb denn "solche" Bilder überhaupt noch aufgewahrt werden.  Damit meint er die -mehr als 2 m hohe- Darstellung von 3 Speerwerfern. Ich kann die Frage nicht beantwor-ten.  Aber ich bin sensibel hinsichtlich der Aufbewahrung bzw. Zerstörung von Kunstwerken. Grund-sätzlich finde ich Bilder und Skulpturen erhaltenswert. Auch wenn sie meinem Geschmack nicht ent-sprechen.

Der Mann steigert sich in eine Schimpfkanonade. In der Vergangenheit kritisierte er mich, weil ich großformatige Bilder malte. "Wer kauft denn sowas?" und: "Wer hat denn Platz für sowas?" Ich erwi-derte: Ich machte mir beim Malen keine Gedanken darüber, wer "sowas" kauft, sondern probiere aus, ob es mir gelänge, ein großes Bild zu malen. °° Für meinen Gesprächspartner sind die 3 Speerwerfer aus den 30-er oder 40-er Jahren "Nazi-Kunst". 'Ist das Bild gefährlich?', frage ich. Der Mann achaut verdutzt. "War das Bild DAMALS gefährlich?" setze ich nach. "Ja natürlich" erwidert der Aufgebrachte, "alle Kunst, welche von den Nazis gefördert wurde, ist gefährlich. "Bist du sicher?" gebe ich zurück. Mein Gegenüber fährt nun schweres Geschütz auf. "Aber Arno Breker war doch ein Lieb-ling von Adolf Hitler, "das war doch die reinste Nazi-Kunst". Ich sehe keinen Grund zu widerspre-chen. Nur: die "3 Speerwerfer" sind nicht von Breker. 
Ich sage nun: "Arnold Breker war doch ein Mensch, oder!" - "Nein" erwidert mein Gegenüber. "Er war kein Mensch. Wie auch die Nazis. Und auch die Künstler, die für sie arbeiteten". Ich widerspreche. Der Mann ist nun so empört, daß er umdreht und, ohne mich eines Blickes zu würdigen, das Atelier verläßt.  °°° Ich forsche im Internet über den Nazi-Künstler Breker. Und ich finde sehr gut recherchierte Infor-mationen unter:  https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/arno-breker/   °°° Natürlich kann man, nach ästhetischen Kriterien, unterschiedlicher Ansicht sein über Kunst. Auch der Geschmack spielt eine wichtige Rolle.  °° Generell finde ich gefährlich, Menschen, die eine ideologisch abweichen-de politische Meinung vertreten, den Status des Menschseins abzusprechen. Es darf keinerlei Rechtfer-tigung oder Verharmlosung von Nazi-Verbrechen geben. Aber die Täter waren Menschen. Männer vor Allem. Dumme, böse, schlechte Menschen. Aber immrhin: Menschen. °° Es gibt viele gute, spannende Bücher zu dem Thema. Ich las vor einigen Jahren "Männerphantasien" von Jürgen Theweleit. 
Rassismus gab es schon lange VOR den Nazis.  

                                                                                                    Raimund Samson
.   

 

Sonntag, 5. April 2026

Willi Dittmann Gedenken

Willi Dittmann, 15.5.1905 - 1.2.1945, war ein Soldat der Deutschen Wehrmcht. Er verweigerte 1943

den Dienst und wurde im darauf folgenden Jahr in Le Mans zum Tode verurteilt.  Anfang Februar 1945 wurde er hingerichtet. Sein Enkel  Jörg Arp und andere Aktivisten pflegen seine und die Grabstätte weiterer Männer, die dem Terror-Regime widerstanden und mit ihrem Leben dafür bezahlten.
Die Grabstätte liegt auf dem Ohlsdorfer Friedhof bei der Kapelle 9.
Weitere Informationen finden Sie unter   https://willidittmann.de/          O.L.M.O.e.V.  

Stolperstein für Willi Dittmann, 24. April 2009

Dokumentation über Deserteure, November 2013

Wehrmachtjustiz: „Rücksichten auf den Einzelnen haben zurückzutreten“, Januar 2019

Soldat – Kind – Zwangsarbeiterin – Deserteur (Biografie von Willi Dittmann: Seiten 153-163)

Verlesung der Opfernamen bei der ersten Gedenkfeier am 5. Juni 2010

Dranbleiben
an der eigenen Geschichte
Es gibt immer
etwas zu lernen
- auch wenn ich älter werde                                                Raimund Samson



 





Samstag, 4. April 2026

Gedenkmarsch für Opfer des Nazi-Regimes

1945 wurden, zum Ende des Krieges, KZ-Häftlinge in Hamburg und Umgebung auf einen Gewalt-marsch gezwungen, bei dem viele von ihnen ums Leben kamen. Dieses Marsches zu gedenken, finden am 12. und 13. April Veranstaltungen statt. Dabei werden auch Teile der seinerzeit gegangenen Strecke zu Fuß bewältigt.  

Weitere Informationen - einige Stationen und Uhrzeiten sind noch in Planung- auf  :::
                                                                                             Raimund Samson 

 
 

Donnerstag, 19. März 2026

Streik bei den öffentlichen Verkehrsmitteln

Heute habe ich einen Termin in Harburg.  Ich werde einen ca. 30-minütigen Fußmarsch absolvieren, um zum Bahnhof Dammtor zu gelangen. Von dort nehme ich eine S-Bahn. °° Vor gut einem Monat hatte ich einen Termin in einem Altenheim im Norden Hamburgs. Da keine Busse fuhren,  musste ich Umwege mit anderen Verkehrsmitteln nehmen, um schleßlich von Poppenbüttel aus zu Fuß -es war glatt und eisig und sehr kalt- meine Klientin im Altenheim zu erreichen. Auch den Rückweg absolvierte ich auf diese Weise. °       Ich arbeite gern. Auch mit 74 bin ich gerne unterwegs, selbst wenn es manchmal beschwerlich ist. Meine Rente ist sehr klein - auch dies ein Grund. weiter zu arbeiten. 

Ich halte den momentanen und die vorigen Streiks der öfftlichen Verkehrsbetriebe in Hamburg für asozial. In früheren Zeiten hätte ich noch gsagt: Wieso nicht? Wenn so ein Streik der allgemeinen Verbesserung der Lebensverhältnisse dient?!! Heute denke ich anders. Die, die diesen Streik durchziehen - und das sind vor Allem die verantwortlichen Gewerkschaftsführer und die mit ihnen verbandelten Politikerinnen- bedenken nicht - oder verdrängen den Gedanken - daß ein erfolgreicher Streik die Preisspirale weiter nach Oben treiben wird. Wenn den Mitarbeiterinnen des ÖPV die Löhne erhöht werden, werden andere nachziehen. Auch Immobilienbesitzer werden nachziehen. Unsere Mieten sind schon sehr hoch - sie werden noch weiter steigen. Überall gehen die Preise rauf.  °°° Mit "Sozalismus" oder einem Kampf für eine angeblich "humanere, bessere Gesellschaft" hat dieser Streik nichts zu tun.  Es geht nicht mehr um eine "allgemeinere Verbesserung der Lebensverhältnisse", sondern um krassen Egoismus, um Habgier, um mehr-haben-Wollen, koste es was es wolle. Zum Nachteil derer, die in der gesellschaft6lichen Hierarchie unten stehn. ° Ich war viele Jahre Mitglied der Gewerkschaft ver.di. Ich bin aber schon lange ausgetreten. Und habe diesen Schritt nie bereut. 

                                                                                                        Raimund Samson

Montag, 16. März 2026

Künstler-Gespräch Tom Seidel

In kleinem Kreis -außer Tom Seidel nahmen 7 weitere Personen an der Runde teil- ging es eine gute Stunde hin und her. Manchmal drehten sich Argumente auch im Kreis bzw.: Es wurde aneinander  vor-bei geredet. Das Motto lautete "Bilder-Abstraktes-Chaos".

"Bilder" waren ALLE ausgestellten Exponate. Einige waren "abstrakt" gemalt, mit technischen Hilfs-mitteln exakt vorstrukturiert. Der Künstler verglich zwei seiner Exponate  mit Flaggen. ° Nun ist die Sache "Abstraktes" jedoch weitaus komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Jedes professionell gemalt Bild enthält, behaupte ich, auch "Abstraktes" bzw. abstrakte Maßstäbe im Bildaufbau, in der Farb-Komposition -Farb-Rhythmus. Selbst sog. "fotorealistische" Bilder enthalten Abstrakta.
Am besten gefiel mir -was natürlich auch Geschmackssache ist- eine Wand mit naiven bzw. scheinbar naiv gemalten Bildern. Ich nannte sie "literarisch", weil sie alle -unterschiedliche- Geschichten erzäh-len. Diese Bilder sind perspektivisch ungenau. U.a. dies macht m.E. ihren Charme aus. Sie erinnern an Werke der l'art brut, der "Rohen Kunst", womit Werke von Außenseitern und sog. "Geisteskranken" gemeint sind.
Chaotisch war die Veranstaltung von Anfang an. Völlig unüberschaubar wurde das Chaos aber erst, als der Künstler Namen wie Hegel, Nietzsche u.a. große Philosophen in die Runde warf. Ich hätte mir gerne mehr Konzentration auf die Exponate gewünscht, für mich "das Eigentliche" in diesem Künstler-Gespräch - neben dem Schöpfer der Bilder selbstverständlich. Als dann Tom Seidel auch noch sein großes musikalisches Vorbild J.S.Bach ins Gespräch einbrachte, fiel die Runde auseinander.  Es gab einige sehr interessante und gute Beiträge. Ich habe in meinem Leben an schätzungsweise 20 oder 30 "Künstler-Gesprächen" teilgenommen, einige davon auch geleitet. 
Es braucht Struktur, auch Vor-Strukturierung.
Mit dieser Meinung stehe ich im Widerspruch zu mancher Haltung, die sogar einige Kreative selber zum Ausdruck bringen. Ihrer Meinung nach sind Galerie-Gespräche u.ä. "reine Schwafelei". Ich dagegen denke, daß, auch wenn Exponate und Künstler-Innen im Mittelpunkt stehen, es durchaus anre-gend und interessant sein kann, über Bild und Künstler zu sprechen. Mit Respekt selbstverständlich. Ich lerne immer wieder. Auch an diesem Abend. 
                                                                                                      Raimund Samson




Mittwoch, 4. März 2026

Tom Seidel in der Galerie ALLES WIRD SCHÖN

 

Am Samstag den 7.März eröffnet um 19 Uhr die Heimfelder Galerie ALLES WIRD SCHÖN eine Ausstellung mit Bildern des Hamburger Musikers und Malers TOM SEIDEL. Es wird höchstwahr-scheinlich auch LIVE-Musik geben; ich hoffee, mit meinem Akkordeon einen kleinen Teil zum Gelingen des Abends beitragen zu können. Vielleicht auch greift Tom Seidel in die Tasten des haus-eigenen Klaviers.  °°°°°° Auch das KÜNSTLERGESPRÄCH dürfte sehr interessant werden.     °°° Die Galerie liegt ca. 7 min Fußweg von der S-Bahn Heimfeld entfernt.  """" Hinzugefügt am 16.3.26::

An diesem Abend machte mir das Spiel auf der Steirischen Harmonika viel Spaß. Auch deshalb, weil das Publikum sehr aufmerksam war. Tom und ich spielten abwechselnd. Tom improvisierte zu meinen Vorgaben. Teilweise gingen seine Improvisationen in J.S.Bach-Stücke über. Für mich inspirierend. 

                                                                                                                         Raimund Samson


 

Donnerstag, 26. Februar 2026

ALLES WIRD SCHÖN - Galerie

In Hamburg-Heimfeld gibt es die Galerie  "ALLES WIRD SCHÖN" in der Friedrich Naumann Str.27.  Ich stelle dort vom 14.-28.2. rund 40 Blder aus: Zwei ca. 1,20x0,95 m große Acryl-Blder sowie 39 rundforma-

tige Bilder, Duchmesser 28 cm. Die beiden Großformate entstanden vor ca. 16 Jahren,  °°° Die runden Blder entstanden in den letzten Monaten.  Ein Herr knallte mir einen -abgelaufenen- Jahreskalender auf den Tisch und fragte mich, ob ich damit "etwas anfangen" könne. Bereits nach wenigen Sekunden wusste ich damit etwas anzufangen. Es handelte sich um die Wiedergabe von Parolen wie "diversity", "Demokra-tie leben" u.a., die mittels Beamer auf Gebäude in Harburg projiziert worden waren. 

Die dazugehörigen Namen: DOMENIKA -weltberühmte Sexual-Arbeiterin aus Hamburg. ich begegnete ihr einmal in der Langen Reihe und grüßte "Hallo Domenika!". Sie schenkte mir ein Lächeln. Noch berühmter als Domenika ist JOSEF BEUYS. Ca. 1981 war ich einer der Mitbegründer der Freien Kunstschule Hamburg, an die auch das BEUYS-Projekt FIU angebunden war. "Jeder Mensch ist ein Künstler".  Ich war der erste "1. Vorsitzende" des Freie-Kunstschule-Vereins. Nach einem Jahr trat ich von meinem Posten zurück und aus dem Verein aus. Zur ersten großen Jahresausstellug war ich nicht eingezogen. Danke, ihr "Jeder ist ein Künstler" - Nachbeterinnen.  ° Der dritte in der Reihe ist Rosa von Praunheim, dessen Flm-Buch "ROTE LIEBE" ich vor knapp 20 Jahren neu herausgab. ...
Dieter Bohlens Musik mag ich nicht, aber ich habe großen Respekt vor ihm als DSDS-Juror. Er haute ein paar Kandidaten, die sich für ein Millonen-Publikum produzierten, vor laufender Kamera in die Pfanne. Es st schon ein paar Jahre her. Mir gefiel das, weil D.B. Charakter zeigte. °° Mutter Theresa ist in gewisser Weise das Gegenteil von Domenika. M.T. hat ein Menge für andere Menschen getan, unter Verzicht auf eigene Sexualität. Mein großer Respekt. ° Fernando Arrabal, der in diesem Jahr 94 wird, ist u.a. Autor des Buchs "Riten und Feste der Konfusion". Ich verehre den Dichter, Dramatiker, Filme-macher... 
Helga Goetze Sophia, meine Weggefährtin, mehr als 30 Jahre lang. Hauptdarstellerin in Rosa von Praunheims "ROTE LIEBE". °° H.C.Artmann, verehrter Dichter. Lebt in meinen Erinnerungen und Ge-danken weiter. °° Captain Beefheart alias Don Van Vliet. Musiker: von Blues über Experimental bis Pop, umwerfend stark, Koop u.a. mit Frank Zappa; auch ein großer Maler ... Auch er lebt in meiner Erinnerung weiter ...
Petr Kropotkin, russischer Anarchist und Theoretiker, 1
842-1921, "Die Eroberung des Brotes"; noch mal Cpt. Beefheart...; & Inge Viett, Terroristin, "Bewegung 2. Juni", von mir bewundert, da sie zweimal aus einem deutschen Gefängnis ausbrach; wir standen kurzzeitig in Briefkontakt; irgendwann antwortete Inge nicht mehr.
Bertrand Russell engl. Philosoph, Schriftsteller; sehr gute Aufsätze über Anarchismus, Sozialismus, Anarcho-Syndikalismus; Franco Basaglia, it. Psychiater, viele Jahre Antipsychiatrie-Aktivist; Oswald Wiener, Autor des legendären Buches "Die Verbsserung von Mitteleuropa - Roman"; eines meiner ab-soluten Künstler-Idole; im Habibi-Atelier hängen 2 großformatige Bilder, auf denen ich u.a. ihn zeige;  Weitere Rundstücke mit Bildern von Künstler-innen, Philosophen usw. in der ALLES WIRD SCHÖN-Galerie: Johnny Moped; Charls Bukowski; Florence Nightingale; RaiSon; Ray Davies; Salvatore Puig Antich; Hans-Joachim Klein;  R.W.Fassbinder; Bakunin; Erick Mühsam; Otto Muehl; Emma Goldmann; Alfred Brendel; Alfred Jarry; Salvador Dali; Sigurd Debus; Dieter Rot; Steve Marriott; Ronnie Lane; Wilhelm Reich; Sarah Wagenkncht; George Aurich; Jango Edwards; & nicht zu vergessen TOM SEIDEL, Kunstmaler, Kirchenorganist, Klavierspieler ... der entscheidend dazu Beitrug, daß Vernissage und Lesung erfolgreiche Abende waren. 
Mein DANK an alle Beteiligten!    

                                                                         Raimund Samson                                                        

         

                                                                  






Freitag, 20. Februar 2026

Bilder-Ausstellung im Habibi-Atelier

 

Seit 2 Wochen hängen im Habibi-Atelier (EKZ Arkaden, S-Bahn Harburg-Rathaus) Dutzende Bilder verschiedener Künstler-Innen. Ich bin stolz, daß von mir u.a. ein Acryl-Gemälde gezeigt wird, auf dem 4 Dichter der von mir bewunderten "Wiener Gruppe" abgebildet sind.
Von Ramon Castro sind insgesamt 9 Bilder zu bestaunen. 

MIMI ist 11 Jahre jung. Phantastisch, was sie für lebendige, meist lustige, sehr bemerkenswerte Bilder  schon malt!
2 Porträts, die ich von Künstler-Freunden anfertigte. Links FX Schröder, rechts Hadayatullah Hübsch, 2011 im Alter von nur 65 Jahren verstorben. Hadayatullah war nicht nur Geistlicher -Ahhmadyya-Islam- sondern auch ein wunderbarer Beat- bzw. Underground-Dichter. Es klingt vielleicht unwahrscheinlich, ist aber wahr: Islamischer Geistlicher & Underground-Poet in Einem.
Ein weiterer sehr talentierter junger Maler ist Renas. Er zeigt mehrere Dutzend Zeichnungen und Skizzen, teils farbig, teils mit Bleistift oder Kuli gezeichnet. Er arbeitet gegenständlich, figürlich, oft ins Abstrakte gehend.
2 weitere Bilder einer anderen Künstlerin ... 
Und noch 2 Bilder von MARYAM.      

°°° ACHTUNG: Die Auswahl dieser Bilder ist total subjektiv, ohne Anspruch auf allgemeine Gültig-keit. Es hängen außer diesen paar noch mehrere Dutzend teils herausragender Gemälde, Zeichnungen, Collagen u.ä. Bilder im Habibi-Atelier. Auch in den riesigen Schaufenstern sind tolle Bilder zu bestau-nen. °°° Das Habibi-Atelier ist Mo-Do. von 12-18 Uhr geöffnet. Es wird auch vor Ort gemalt, gezeich-net usw. Die nächste Ausstellung, ab ca. Mitte März, geht zum Thema "Rassismus".    

                                                                                                           Raimund Samson 








Dienstag, 20. Januar 2026

Mickey Rourke & Charles Bukowski

Mickey Rourke ist ein amerikanischer, einst sehr erfolgreicher Schauspieler, der ziemlich herun-tergekommen ist. So jedenfalls beschreiben ihn etliche Zeitungen und Magazine. Im September wurde er 73 Jahre alt. Rourke wirkt auf neueren Fotos alt und müde, nicht mehr star-like. Angeblich habe er riesige Mietschulden angehäuft, könnte vielleicht bald auf der Straße landen. °° Charles Bukowski, ein berühmter und vor Allem in Deutschland verehrter Dichter, starb 1994 im Alter von 73 Jahren.

Was haben die beiden gemeinsam? Wenig - oder doch einiges. Nicht ohne Grund wurden sie von mir auf ein und dieselbe Grafik plaziert. Denn beide sind bzw. waren Helden. Aus unterschiedlichen Gründen. Underdogs. Außenseiter. Dabei war Rourke viele Jahre das Gegenteil: Bewundert, beliebt, "dick im Geschäft", angehimmelt von vielen Frauen. Bukowskis erster Gedichtband, den ich Anfang der 70-er Jahre kaufte, hieß: "Gedichte, die einer schrieb, bevor er im 8. Stock aus dem Fenster sprang". Es erschien im MARO-Verlag.Der Dichter Bukowski sinnierte vom Suizid, aber er tat's nicht. Und Rourke? dachte velleicht auch schon mal daran. Aber hat sich durchgeboxt. Er war immer ein zäher Kerl, der sich nicht leicht umhauen ließ. Und er stand auch TATSÄCHLICH etliche Male im Ring: Und zwar bestritt er, als er Probleme im Film-Geschäft bekam, mehrere PROFI-Boxkämpfe. Die meisten davon efolgreich.
Zwei souveräne Typen.
Mein Respekt. 
Über Bukowskis Grab wächst heute Unkraut. 
Mickey Rourke wünsch ich ALLET JUTE, wie man in Köln so schön sagt. Es gibt immer wieder Fighter, die sich nicht endgültig geschlagen geben. Rourke ist so einer. Ich wünche ihm noch viele Jahre Kampf, Spaß, Erfolg, Unabhängigkeit... 
                                                                                   Raimund Samson 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ilse Gräfin von Bredow "Denn Engel wohnen nebenan"

 Was tut man nicht, um der Langeweile zu entkommen! Ein Bild malen ... aus dem Fenster schauen... eine Tafel Schokolde öffnen ... Ich bin wählerisch. - Diesmal nahm ich ein Buch aus einem großen Korb gebrauchter und zu Spottpreisen angebotener Bücher. Die Autorin: Ilse Gräfin von Bredow. Den Namen hatte ich noch nie gehört - oder, wenn doch, beiseite geschoben. Eine Gräfin?! Ich bin kein Linksradikaler mehr, aber ich hege immer noch, wenn auch schwächer werdend, Vorurteile gegen die Vertreter bestimmter Klassen.  ° Noch im Bus  begann ich zu schmökern.

Ich bin anspruchsvoll bei der Lektüre von Erzählungen und Romanen. Ich achte auf stilistische Eigen-arten, bin empfänglich für Bildsprache, Spannungsaufbau, kleine oder größere Überraschungen ... und das Ganze wohldosiert bitte! Auf den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, in einen zu dicht erzählten, mit Bildern übervölkerte Stoff geraten zu sein, aber ich las weiter. Zum Glück. Neugierig. Mir begann das Buch zu gefallen. Immer besser zu gefallen. "Denn Engel wohnen nebenan" ist ein Roman der Ver-treibung durch die Russen im WKII, also eine gewisse politiache Konstellation spielt im Hintergrund. Gott sei Dank nur im Hintergrund. Mir gefiel die Lebendigkeit in der Schilderung persönlicher Erleb-nisse, immer eingebunden auch die Geschwister und andere Familienangehörige der, ja tatsächlich!, echten Gräfin Ilse von Bredow. Die Frau konnte schreiben...! Unterhaltsam und präzise in der Information. ° Ihren Lebensunterhalt verdiente sie hauptsächlich als Journalistin in Hamburg. U.a. schrieb sie für das Abendblatt. I.G.v.B. starb 2014 im Alter von 91 Jahren. Das Buch erschien erstmals 1995 im Scherz-Verlag, 255 S., isbn 3-502-11076-x

                                                                                                   Raimund Samson

Montag, 29. Dezember 2025

Über Bob Dylan

Und noch ein Buch, das ich nicht bis zu Ende las: "Bob Dylan" von Tino Markworth. Erschienen in der Reihe rororo  monographien, d.h. in der legendären Taschenbuch-Sparte des hochangesehenen Verlags. °° Dylans Songs habe ich oft gemocht, zB "Like a rolling stone", "Rainy day women # 12 and 35", "I want you", "Just like a women", "Lay lady lay", also Lieder aus den 60-er Jahren.  Einen seiner berühmtesten Songs, " Blowin in the wind", mochte ich nie. Das ist natürlich auch Geschmackssache. Ich brauche einen besonderen Kick, um FAN zu sein.  

Nun möchte ich nicht den Eindruck erwecken, ich hielte das Buch für schlecht geschrieben oder un-interessant. Im Gegenteil! Ich werde zB in den Darlegungen darauf gestoßen, daß Dylan ein Dichter, Künstler, Musiker, Maler ist, der im Laufe seiner Anfang der 60-er Jahre begonnenen Karriere sich immer wieder neu erfunden habe. D.h., er hat immer wieder die soziale Rolle, in die er seine Songs, Auftritte, Austellungen packte, leicht oder, je nach Ansichtsweise, stark verändert. Dies drückt sich im Statement von Joni Mitchell so aus: "Bob ist überhaupt nicht authentisch. Er ist ein Plagiator, und sein Name und seine Stimme sind unecht. Alles an Bob ist ein Schwindel" -Los Angeles Times 22.4.2010 --- Diese Meinung überrascht mich. Es wird aber etwas, vielleicht sogar viel, Wahres daran sein. Es ist natürlich nicht entscheidend, um Musik und Texte zu mögen. Der englische Musiker-Sänger van Morrison behauptete 1986, Dylan sei "der größte lebende Dichter". Diese Behauptung ist m.E. Blödsinn. Sie wird auch dadurch nicht wahrer, daß Dylan 2016 den Literatur-Nobelpreis erhielt.  °°°° Ob Plagiator - Genie - großer Dichter oder welche Attribute sonst noch auf Bob Dylan gemünzt werden: Ich für meine Person kann von dem Mann einiges lernen. Und irgendwann lese ich das Buch vielleicht zu Ende und finde dann die Situation, in der B.D. vom jüdischen zum katholischen Glauben konver-tierte.     rororo monografie isbn 978 3499 505607   2011,  8,99 € 

                                                                                                                    Raimund Samson


 

Jhamala Katharina Goerttler : WELTEN

Untertitel: WEG VON DER PSYCHOSE

"Was für eine tolle Idee", denke ich: Eine Frau lässt sich psychiatrisch behandelnn, weil sie sich für krank hält und  -ein Symptom- Stimmen hört. Wie hilfreich könnte ein Buch sein von einer, denke ich, welche die von Angst und Schrecken geprägte Institution Psychiatrie von Innen heraus erlebt. Und sodann mit einem hohen Maß an Kompetenz darüber schreibt. Kritisch.

"Sie hat das Gefühl, jemand anderes steuert und lebt ihr Leben. Sie fühlt sich um ihr bisheriges Leben betrogen. Sie fühlt, daß es in ihrem Leben gar nicht um sie geht", lese ich auf der Buch-Rückseite. ::: Was für viel versprechende Sätze! Allein in Hamburg gibt es tausende, nein: zigtausende Menschen, die sich um ihr Leben betrogen fühlen. Die das Gefühl haben, daß es nicht um sie gehe. ... & weiter in diesem plotartigen Stil: "Schritt für Schritt taucht die Autorin in ihre bisherigen Lebenswelten ein und transformiert sie." Liest sich interessant; bisherige "Lebenswelten ... transformiert..." ?? ° Solche Sätze machen nugierig. Ich bin gespannt, aber auch skeptisch. Ich selber habe, supersensibel, eine lange Geschichte mit psychischen Ängsten hinter mir, in der ich viele Wege versuchte und teilweise ging. Dabei haben mir immer wieder Dichter-innen und Schriftsteller, aber auch bildende Künstler-innen, Musiker, Filmemacher Anregungen gegeben. ° Also begann ich, das Buch von vorne zu lesen. Und stolperte gleich über den ersten Satz: "Krankheiten sind dazu da, sich selbst besser verstehen zu lernen". Solch eine Behauptung könnte ich mir als Resümee vorstellen - aber als Anfang? Ich lese weiter. Die Erzählungen einer Autorin, die offen- oder schein-bar sehr klug ist - und zielstrebig, leider auch pedantisch, innere wie äußere Vorgänge beschreibt. °°° Ich lese und lese ... bis Seite 79. Plötzlich fühle ich mich gelamgweilt.  Angeödet. Und mir fällt der Spruch eines weltberühm-ten Dichters ein, der einst zu Papier brachte: "Man spürt die Absicht und ist verstimmt" Das Buch hat mehr als 230 Seiten. Die Sprache kommt mir auf Dauer eintönig vor, eingleisig. Was ich auf 79 Seiten lese, lässt sich, ohne Substanz-Verlust, auch auf 7-9 Seiten schreiben, denke ich. °°° Mir fehlen allgemeinere Statements zur Situation psychisch Kranker in diesem Land. Ich habe täglich mit der Problematik zu tun. Leider kreisen die Erzählugen von Frau Goerttler allein um ihre eigene Geschichte. Die darauf hinausläuft, daß sie, angeblich, seelische Leiden heile. Der Text auf der Rückseite des Buchs endet mit dem Satz "Jhamala heilt". Die Frage ist nur: Wen?  Ein Buch kann sensibilisieren ... Anregungen geben. Ich bezweifle, daß die Autorin J.K.Goerttler andere Menschen heilt. °° Siehe auch diesen meinen Blog: http://raimundsamsonkreativ.blogspot.com/2025/09/psycho-day-2018-2025.html

°° Verlag "Glücksuniversum"  232 S., isbn 978-3-949536-27-4   30,18 € -Amazon- 

                                                                                                  Raimund Samson
   

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Orgelkonzert, Hamburg Michel 23.12.

Die Kirche brechend voll: freundliche Damen wiesen den Besucherinnen, meist Menschen in "gesetz-tem Alter" wie der Autor dieser Zeilen (73 ), den Weg zu den reservierten Stühlen und Bänken.

Im Programm: Stücke von Bach, Buxtehude, Franz Xaver Murschhauser, Carl Sattler, Messiaen, Alois Mack, Claude Daquin, Jules Grison, Max Reger und Margaretha Christina de Jong *1961, die einzige jetzt lebende Komponistin. An der Orgel: Magne H. Draagen. Der Mann versteht sein Handwerk. Es gehört einiges dazu, während rund 75 Minuten auf 4 verschiedenen Orgeln Stücke sehr unterschied-licher Komponisten fehlerfrei zu spielen. An der Variationsbreite habe ich nichts auszusetzen, wohl aber an der Intensität des Spiels. Auch meine Begleiterin fand das Spiel insgesamt "verhalten", wie gebremst ... auch wenn es ein paar lautere Passagen gab.
20 € kostete der Eintritt auf Theater-Abo-Karte. Ich schätze mal, daß 800 oder mehr Gäste die Ver-anstaltung besuchten. Im Programmheft war ein Hinweis abgedruckt, daß sowohl Ton- als auch Video-Aufnahmen und Fotografieren verboten waren. Ein Sprecher wiederholte dies in seiner Ansage. Mich störte dies. Alle reden davon, daß Weihnachten immer kommerzieller wird. Und sieh: Künstler, Kirchen und alle weiteren, die von solchen Veranstaltungen fianziell profiteren, machen da mit. °° Am Schluß wurde "O du fröhliche" gesungen. 3 Strophen des Lieds waren im Text-Heft abgedruckt. Ich fand das Orgelkonzert sehr professionell. kommerziell - und wenig fröhlich.            

                                                                                                                           Raimund Samson  


Samstag, 20. Dezember 2025

Einiges mehr über die Schwarze Hlfe Hamburg

Vorweg: Meine Erzählung über eine Organisation, die in den 70-er Jahren existierte, ist subjektiv. Es wäre natürlich interessant, jemand anderen zu hören oder einen Text zu lesen, in dem es um dieses Thema geht.  °° Sigurd Debus wurde von der SH Hamburg betreut. Er hatte 1971 mit Genossen das HAZ = Hamburger Aktions-Zentrum gegründet. Sigurd schrieb Briefe aus dem Knast an eine SH-Frau, in der er sich ausführlich und teils schwärmerisch über den spanischen Bürgerkrieg, 1936-39, äußerte. Im Unterschied zur deutschen Bewegung, die kaum über den Status sektenhafter Zusammen-schlüsse hinauskam, hatten die spanischen Anarcho-Syndikalisten eine millionenfache Anhängerschaft. "Eine Sozialrevolution, in deren Folge Land und Fabriken kollektiviert und von der Arbeiterklasse verwaltet wurden, breitete sich in ganz Spanien aus. In Katalonien und in dessen Hauptstadt Barcelona setzte sich der Anarcho-Syndikalismus mehrheitlich durch. Daneben gab es noch andere Arten des An-

archismus, vor allem in Saragossa, und in Form von Bauernvereinigungen in Andalusien. Die Anar-chisten spielten eine zentrale Rolle im Widerstand gegen die Franquisten ..." -WIKIPEDIA-  Sigurd Debus war ein glühender Anhänger freiheitlicher kämpferischer Ideen. Sein Leben endete tragisch. Bei einem Anschlag auf die JVA Celle, in der Debus einsaß, wurde ein Loch in die Außenmauer gesprengt. Sigurd wertete dies als untrügliches Zeichen, daß Genossen draußen an seiner Befreiung arbeiteten. Er schloß sich einem Hungerstreik von RAF-Gefangenen an, an dem er 1981 starb. Später stellte sich her-aus, daß der Sprengstoffanschlag vom Verfassungsschutz inszeniert wurde, um Spitzel in die linksra-dikale Terror-Szene einzuschleusen. °° Im Rahmen des SH-Verbots 1975 oder 76 als "kriminelle Verei-nigung", in deren Folge es auch Razzien gab, schrieb ich einen Brief an die Polizei. Ich lud sie ein, mei-ne Whg. in Altona zu durchsuchen -  aber sie "würden dort nichts finden". Es kam wie erhofft. Die Whg. wurde NICHT durchsucht - und ich bekam somit keinen Ärger mit meinen Vermietern. Mein Brief allerdings wurde bald darauf im Prozeß gegen den Bremer Anarchisten Wolfgang Q. -siehe  https://www.spiegel.de/politik/frost-in-der-spielballsa-3ba188a2-0002-0001-0000-000041124846 vorge-lesen, unter Nennung des Absender-Namens. Ich galt daraufhin bei einigen Genossen als "Verräter". Mir war es ziemlich wurscht. Zumindest war ich  niemandem böse. Unangenehm war nur, daß mit dem Verbot der SH und der Schließung des Büros in der Langenfelder Straße mein Bundeswehr-Seesack konfisziert wurde, auf den ich, gut leserlich meinen Namen geschrieben hatte. Ein paar Jahre später bekam ich den "Auskleidungsbefehl", d.h. ich sollte Seesack samt Inhalt: Stahlhelm, Parker, Schuhe u.a. zurückgeben. Ich fragte beim MAD = Militärischer Abschirm-Dienst an, wo ich meinen Seesack finden könne. Die Antwort: In einem Bundeswehr-Depot im Stadtteil Osdorf! Und tatsächlich: Mein Seesack war dort. Der Inhalt war unvollständig. Egal. Ich zahlte. °°° Es berührte mich kaum, daß ich als Verräter galt oder was auch immer. Ich war nämlich dabei, mich anders zu orientieren. Noch während meiner aktiven SH-Zeit lernte ich im Herbst 1974

Helga Goetze kennen, eine Dichterin, die es sich zur Aufgabe machte, Hamburger Spießer zu nerven, mit Gedichten zu bezaubern und eine sexuelle Revolution voranzutreiben. Das interessierte mich, war ich doch mit meinen 22 Jahren noch sehr unerfahren: Schüchtern, ja verklemmt. Ich stieg aus der A-Szene aus,
las aber nach wie vor bestimmte Bücher und bewunderte Erich Mühsam. Der Mann war ein Dichter, der nicht zu stramm organisierten Polit-Zirkeln gehörte, sondern in Künstlerkreisen verkehrte und für die Idee der Freien Sexualität eintrat. Das Thema packte mich, dabei hatte ich einige Ängste. "Da musst du durch", sagte ich mir. 

                                                                                     Raimund Samson 

Freitag, 19. Dezember 2025

Einiges über die Schwarze Hilfe Hamburg

Vor rund 50 Jahren gab es in Hamburg eine anarchistische Organisation namens SCHWARZE HIL-FE. Ich trat der Gruppe 1973 bei, während meiner Bundeswehrzeit, die ich, abgelehnter Kriegsdienst-verweigerer, absolvieren musste. Die SH war das libertäre Pendant zur "Roten Hilfe", die aus-schließ-lich sog. "politische" Gefangene betreute. Wir hingegen kümmerten uns auch um sog. "normale Krimi-nelle", also Leute, die wegen Diebstahls, Raub, Mord und anderen leichten bis hin zu schwersten Delikten einsaßen. 

Wir hatten Büro-Räume in Altona in der Langenfelder Str. 64d. Heute erinnert nichts mehr an die damalige Nutzung. Man betrat einen Hinterhof, ging ein paar Meter durch eine Toreinfahrt, stieg eine schmucklose Eisentreppe hinauf und schon war man in der SH-Zentrale. Einmal die Woche war Plenum. Wir waren ca. 10-15 Leute, 10 Männer und 5 oder 6 Frauen. Rainer H. war der Mieter und spielte eine Art Boß. Das war manchen Leuten aus der A-Szene zuwider; sie mieden den Treffpunkt. Rainers Frau Inga war eine "dufte Genossin": offen, hilfsbereit, solidarisch. Unser jüngster war Frank Ziegert. Er machte sich ab den 80-er Jahren einen Namen als Guitarrist, Sänger und Komponist der Punk-Band ABWÄRTS. Ich erinnere mich noch an Toddel, zwei drei jahre älter als ich, ein ehemaliger Fremdenlegionär, der sich später mit dem Zeichner der Werner-Comics anfreundete. 
Es waren sehr nette Frauen da. In eine war ich verliebt, hätte es ihr aber nicht zu zeigen gewagt. An Peter Reske erinnere ich mich, er war mit Lutz Schulenburg befreundet, dem Herausgeber libertärer-anarchistischer Schriften und Gründer des Nautilus Verlags. Peter zeigte mir mal eine Pistole, die er in einem Holster unter seiner Weste trug. °° Seit Jahrzehnten habe ich die Kontakte nicht mehr gepflegt. Als die SH 1975 -oder76- als "kriminelle Vereinigung" verboten wurde, zog ich mich aus der scene zurück. °° Im Internet fand ich, außer Andeutungen, fast nichts über die Hamburger Schwarze Hilfe.   
 Legendär Anfang der 70-er Jahre war die Schwarze Hilfe Berlin, aus der u.a. die "Bewegung 2. Juni" hervorging. Mein Abenteurer- und Romantiker-Herz schlug bei dem Thema höher. Ich fand jedoch nie Hinweise auf eine Kooperaton der Hamburger mit der Berliner Schwarzen Hilfe. Es gab aber ein Treffen mit Delegierten verschiedenen Gruppen aus Hamburg, Frankfurt, Göttingen, Gießen u.a. Städten. An einen Mann erinnere ich mich gut, weil er sehr cool und tough wirkte. Hans-Joachim Klein. Er war Delegierter des RK=Revolutionärer Kampf.
Im SPIEGEL war mal ein Bericht über einen Besuch Jean-Paul Sartres im Stammheimer Gefängnis bei Andreas Baader und anderen RAF-Leuten. HJ Klein saß am Steuer des Autos. HJK wurde 1975 beim Überfall eines international besetzten Terror-Kommandos auf die OPEC-Konferenz in Wien schwer verletzt und nach Lybien ausgeflogen. Später distanzierte er sich von seinen terroristischen Aktivitäten. Das spätere jahrelange Leben in der Illegalität und die Einsicht, einen schweren Fehler begangen zu haben, machte ihm psychisch und mental schwer zu schaffen. °° Am 2.März 1974 wurde in Spanien der 25-jährige
Salvatore Puig Antich wegen Polizistenmord mit der Garotte qualvoll stranguliert. Er soll auch an mehreren Banküberfällen teilgenommen haben. Wir protestierten, indem wir bei einer Bank die Scheiben demolierten, mit Pflastersteinen, die mit unserer Protest-Message umwickelt waren. Direkt anschließend warfen 2 Leute  Bekennerschreiben in die Briefkästen von BILD, MoPo und Abendblatt. °° Der Schwerpunkt, jedenfalls meiner Aktivitäten, lag in der Betreuung von Gefangenen im UG Holstenglacis und in "Santa Fu", dem Fuhlsbütteler Groß-Gefängnis.  ich besuchte einige. Wir kauften auch Tabak, Schokolade und andere Sachen ein, die wir als Paket schickten oder direkt bei unseren Besuchen den Schließern übergaben. Wolfgang St. saß im UG, weil er bei einem Banküberfall mit Sigurd Debus und einem anderen Mann vom HAZ =Hamburger Aktions-Zentrum gefasst worden war.  Sie, die Arbeiter, waren seinerzeit von Straßenarbeitern, wenn ich recht erinnere, jdenfalls Angehörigen der Klasse, für die sie kämpften, auf der Straße festgehalten und der Polizei übergeben worden.  °° Ich las Bücher der russischen Anarchisten Michail Bakunin und Kropotkin -"Die Eroberung des Brotes". Alles, was meine romantisch-radikalen Ansichten bestärkte, war mir recht. Ich las sehr schnell und vrstand nicht alles. 
Nebenbei schrieb ich Gedichte. Meine Genossen interessierten sich nicht dafür. Sie kannten Kropotkin und Bakunin dem Namen nach, aber ich konnte mit ihnen nicht darüber sprechen. Für mich hatten die Bücher eine große Bedeutung; ich war ein Aktivist, der seine Phantasien und utopischen Ideen sehr stark aus Büchern bezog. ° Ich war ein Bewunderer auch vieler zeitgenössischer Schriftsteller, zB Peter O. Chotjewitz und
Fernando Arrabal. Von Chotjewitz besaß ich das Buch "ROMAN". Der Schriftsteller posierte nackt in der römischen Villa Massimo und hatte dazu syrrealistische und zugleich banal klingende Texte verfasst. Chotjewitz war mit Andreas Baader befreundet. Von Arrabal besaß ich ein Buch mit dem geheimnisvollen Titel "Riten und Feste der Konfusion", von dem ich total fasziniert war. In diesen Labyrinth-Stories wird eine neun-monatige Reise des Ich-Erzählers beschrieben. Und dazu gab es noch mich stark berührende Gemälde, in deren Mittelpunkt der Dichter Fernando Arrabal selber stand. Ich konnte nur staunen und bwundern.
Diese Schriftsteller waren mir Stümper weit voraus. Es war richtig, daß ich aus meinem Elternhaus ge-flohen war. Ich wollte meiner Vergangenheit als katholischer Internatszögling entkommen. Ich war auf dem Weg, ein Krimineller mit "politischem Background" zu werden. Dabei war ich stark idealistisch motiviert. Ich suchte ein anderes, besseres Leben als zuvor. Ich war intelligent, aber linkisch und in so-zialen Dinge  gehemmt, vor Allem im Umgang mit Frauen. Ich war nahe an einer Sache, die, stärker noch als die Schwarze Hilfe, meinem Leben eine krasse Wendung geben würde. Aber noch war ich ein Gefangenenhelfer. °° Ein Jugoslawe, der wegen Raubüberfällen in Santa Fu einsaß,  heckte einen Plan aus, wie ich ihn "rausholen" könnte. Er hatte in Oldenburg demnächst einen weiteren Prozeß wegen eines Überfalls, der noch nicht verhandelt worden war. Dabei würde sich eine Gelegenheit ergeben, vor dem Strafjustizgebäude die für den Transport zuständigen Polizeibeamte zu bedrohen und sie zu zwingen, ihm die Handschellen zu lösen. Ich war skeptisch. Es schmeichelte mir zwar, für so ein Him-melsfahrtkommando ausersehen zu sein, aber allein würde ich es bestimmt nicht schaffen."Waffen sind kein Problem", meinte Darko, "in der Marktstraße wohnen ein paar Griechen, sie haben Knarren." Ich schrieb mir die Adresse auf. Und fuhr zwei Tage später dort hin.  Niemand öffnete die Tür trotz mehrfachen Klingelns. Ich war erleichtert. Heute, beim Schreiben dieses Stoffs, denke ich: Der Jugoslawe rief die Griechen an und warnte sie.  Vielleicht war ich ein Spitzel, ein Polizei-Informant? Mit so etwas musste man immer rechnen. Ich war froh, daß aus der hochriskanten Sache nichts wurde. ich hätte kaum die Nerven gehabt, sie durchzuhziehn. °° Es war sicherer, Bücher zu lesen und Gesdichte zu schreiben. Ich lebte mehr als 300 Kilometer von meiner Mutter entfernt. Allein das war schon ein großer Schritt nach vorne. °°° Ich las und las und las...U.a. Wilhelm Reichs "Charakteranalyse". Reich war ein marxistischer Psychoanalytiker gewesen. Das war doch ein interessanter Ansatz! Ich posierte mit dem Buch. Ich war ein idealistischer Wirrkopf. Immerhin. Neurotisch. Naja. Ich wollte ein anderer Mensch werden. Das Leben hielt noch einige Überraschungen parat. 

                                                                                                                  Raimund Samson