Bei meiner Recherche über eine anarchistische Gefangenen-Hilfs-Organisation der 70-er Jahre, deren Mitglied ich war, stieß ich auf die Internet-Seite "LIBERTÄRES KULTUR- und AKTIONS-ZENTRUM". Ich rief unter der angegebenen Tel.Nr. an, mehrmals. Es meldete sich niemand. Es war auch kein AB eingeschaltet. Dann schrieb ich eine mail, um mein Interesse zu bekunden. Wieder keine Antwort.
An einem Freitagabend ging ich mit einem Bekannten in die Fettstraße 23. Es tagte eine kleine Runde. Ich fragte, ob ich mich dazusetzen dürfe. Meine Anwesenheit schien oke. Ich hatte ein von mir ediertes Buch dabei, nämlich die Neuausgabe des Film-Buchs "ROTE LIEBE" von Rosa von Praunheim, aus 2007. Ich war viele Jahre mit der Hauptdarstellerin Helga Goetze, *1922-2008, befreundet. Zu meiner Überraschung erfuhr ich, daß es in der Bibliothek des "Zentrums" ein Buch von mir gab, das 2003 erschien, nämlich "Das Paradies auf der Bratpfanne". Darin erzählt mein alter ego Robert Jähsinn von der Anarcho-Szene der 70-er Jahre und von der österreichischen Muehl-Kommune. ° Beim nächs-ten Besuch, wieder ein Freitagabend, brachte ich ein Akkordeon mit. Ich sah mich bereits einen "bunten Abend" mit Lesung und Live-Musik in diesem "Kultur- und Aktions-Zentrum" gestalten. Natürlich fragte ich, ob alle einverstanden seien, wenn ich musizierte. Es gab keinen Einwand. Aber nach fünf Minuten kam der Bibliothekar hinzu, besorgt, ich würde die Handvoll Gäste des K.&A.-Zentrums stören. Ausgeträumt! ... ° Dann besuchte ich im Januar und Februar eine Gruppe namens "Hoch-Sensible". Da gehöre ich als Künstler, Musiker und empfindsamer Mensch hin! - DACHTE ich... Beim ersten Besuch waren wir zu sechst, beim 2. mal zu dritt. Ein junger Mann leitete. Der dritte im Bunde war Krankenpfleger. Er wies mich darauf hin, daß ich, der Schwer- und Schwerst-Behinderte betreut, gefälligst alle -ALLE- Wünsche der von mir Betreuten berücksichtigen möge. Und zwar auch Suizid-Wünsche. Bemerkenswert an diesem Abend war auch, daß der Leiter der Runde, ein jg. Mann, stets die UHR im Blick hatte. Er arbeitete keine Minute zu lang. Nach 2 x 45 min war diese Runde "Hochsensibler" zu Ende. Beim nächsten mal waren wir wieder zu dritt. Der Leiter, eine ihm bekannte Frau und ich. Erat dachte - nein: TRÄUMTE ich, daß es dieses mal eine Initiatl-Zündung geben würde, für alle Beteiligten. Auch für mich. Endlich bewegt sich was! Schließlich war ich zu diesem Treff gekommen, weil ich LEBENDIGES, im positiven Sinn Spannendes, Faszinierendes aufbauen möchte. Die wieder exakt 2x45 Minuten endeten damit, daß der junge Leiter sich auf den Bibliothekar berief, der mich einige Wochen zuvor beim Akkordeon-Spiel ausgebrenmst hatte. Offenbar war ich auch für die "Hochsensi-ble"-Runde ungebremst nicht tragbar.Weshalb die -aus meiner Sicht- seltsamen Verhaltensweisen gegenüber einem, der mitmachen möchte? Entweder haben die Menschen dieser initiative es nicht nötig, Interessenten einzubeziehen, weil sie mehr als genug davon haben. Ich halte dies für sehr unwahrscheinlich. °° Sie sind, so meine ich, in deser Einrichtung nicht auf dem neuesten Stand. Ich schaute mir die Hefte in einem großen Zeitschrif-teständer an. Die neuesten waren aus 2024, also mehr als ein Jahr alt. °°° Weshalb die Abwehr gegen-über einem Intressenten? Ich vermute, daß es eine neurotische Angst vor Menschen gibt, die etwas können, die etwas zu bieten haben. ich kenne dies auch von anderen Einrichtungen. Ich machte schon mehr als einmal die Erfahrung, daß Qualität und Kompetenz nicht gefragt sind. °°° In meiner Werkstatt hängt ein ca. 125 x 110 x 10 cm großes Bild, "Bakunin in Wilhelmsburg", das ich mit 2 Dutzend weiteren Zeichnungen zum Thema für eine Ausstellung im "Aktions"???- und "Kultur" ???-Zentrm" vorgesehen hatte. Ich hätte der Initative das oben abgebildete Werk sogar geschenkt. Seit rund 25 Jahren hängt die Assemblage, kaum beachtet, in meiner Werkstatt. °° ................So gehen denn meine Träumereien in eine andere Richtung................
Raimund Samson






















