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Montag, 13. April 2026

"Kein Rassismus"

Im Habibi-Atelier im 1.Stock der Arkaden, des Einkaufszentrums nahe der S-Bahn Harburg-Rathaus, findet vom 20.März bis zum 24.April eine Ausstellung statt. Motto: "Kein Rassismus". Es sind wohl an die 100 oder mehr Exponate. Die meisten von ihnen haben mit dem Slogan "Rassismus" nichts zu tun - von daher stimmt denn auch das Motto "Kein Rassismus".    °° Die Vermischung unterschiedlichster

Stil- und Ausdrucksarten und -techniken mit politisch tendenziösen Darstellungen, wirkt verwirrend. Unter das Motto "Kein Rassismus" lässt sich praktisch ALLES  subsumieren!!
Von dem Tattoo-Künstler und Maler Vlady finden sich Bilder von bestechend professioneller Qualität. Sie passen exakt unter das Motto "Kein Rassismus". Ich weiß nicht, wie diese Bilder entstanden sind. Handgemalt? Oder am PC entstandene Ausdrucke von Bild-Dateien? Oder eine Mischung aus beidem?
Die obigen vier Gemälde sind von 2 unterschidlichen Künstlerinnen. "Kein Rassismus" wird hier von den Macherinnen nicht als x-beliebiger Slogan aufgefasst, sondern ernsthaft behandelt. Maryam ist eine im H-Atelier tätige Kreative. Ihre 3 Blder beziehen sich vor Allem auf die Situation Farbiger in den USA. Auf dem Bild in der Mitte, das einen Menschen in einer Badewanne zeigt, bedeckt mit Eiswür-eln, steht -auf der Abb. oben nicht erkennbar- das Wort ICE geschrieben, die Abkürzung für das US-  Imgrationas and Customs Enforcement. Auf den linken Bldern wird -meine Interpretation- das Thema Marginalisierung, Ausgrenzung von Farbigen Menschen dargestellt. Die Parolen "Kein Rassis-mus? Protest gegen Rassismus!" wurden vom Autor dieses Blogs hinzugefügt. °° Das rechte Bild ist für mich die selbstbewusst-positive Darstellung afrikanischer weiblicher Schönheit.
3 Bilder von einem-r Maler-in. Das linke erinnert an Dali-Landschaften; das mittlere könnte einen schwer gepanzerten Mann -Polizist? Soldat? Sportler?- in einer -angedeutet- Menschenmenge darstel-len. Das rechte Bild zeigt ein kopfüber in zerpflügtem Boden steckendes Kreuz. Vielleicht stammt der oder die Malerin aus der Ukraine?
2 verschiedene Künstler-Innen, die in verblüffend "wahrer" Weise den Slogan "Kein Rassismus" wi-derspiegeln.  
Auch diese beiden Gemälde eines jungen Künstlers lassen ihre Verbindung mit dem Ausstellungs-Motto kaum erahnen. Oder sind die -weißen!!- Badenden eine sublime Provokation?  Auf einigen der folgen-den Bilder wird, interpretiere ich, in "engagierter" kritischer Weise die reduzierte Sichtweise auf Frau als Sexual-Objekt thematisiert. Die beiden rechten sw-Zeichnungen/Drucke sind Vergrößerungen. 

Im Folgenden einige Bilder-Bild-Collagen bzw. -Assemblagen mit ziemlch eindeutiger Tendenz: Pro-test gegen Unterdrückung farbiger Menschen. Wahrscheinlich bezogen auf die Situation in den USA, wo weißer Rassismus immer noch häufig vorkommt. °°


Ich erinnere an den gewaltsamen Tod von George Floyd, einem Schwarzen, der brutal von Polizisten festgenommen und, vor laufender Kamera, durch massiven Druck auf seinen Hals erstickt wurde. °° Ich hatte, unter Hinweis auf das Thema dieser Bilderschau, eine Collage angefangen zum Thema George Floyd. Dabei hatte ich ein komiches Gefühl. Bei Auftragsarbeiten ertappe ich mich nämlich dabei, möglichen Betrachtern gefallen zu wollen. Solche Bilder werden fast immer schlecht. Sie gefallen vielleicht anderen - aber mir selber nicht. Ich möchte "authentisch" sein. 

                                                                                                    Raimund Samson 

p.s.  Mein obiger Artikel  beinhaltet rein subjektiv Eindrücke und Gedanken. Die Ausstellung ist weitaus umfassender, als ich hier zeigen kann.  Ich möchte in einem weiteren Artikel eine Problematik aufzeigen, die sich m.E. beim Thema "Kein Rassismus" ergibt.


 
 

 


Montag, 10. Dezember 2018

Absolut BRILLIANT °° Nancy Wilson °° WOW

                         
Wer kennt die US-Sängerin Nancy Wilson? Mehr als 50 Jahre hab ich den Song nicht mehr gehört - und jetzt zufällig im "Netz" wiederentdeckt. Er haut mich glatt um. Dieses Lied mit DIESER Interpretin ist für mich absolut brillant - ich kann mich nur in Superlativen darüber auslassen. Eine präzise, glasklare Stimme, jazzig, voller Rhythmus-Gefühl, voller Lebensfreude --- was heutzutage als "Superstars" oder "Pop-Diva" herumgereicht wird (ich nenne keine Namen), ist kaum mehr als Trendsetting... Blaß und mit viel Elektro-Technik in die Verkaufsränge gehievt.
Dagegen diese Perle - Smaragd ...
Und auch der Text von "How glad I am" hat es in sich ... 
                                                                                                    total begeistert:
                                                                                                          °° RS °° 
                                                                          

Mittwoch, 1. November 2017

Sleep Walk 1959

                           
Um mein Blog-Posting diesen Monat angenehm, sanft und harmonisch zu beginnen, hier ein uraltes Pop-Stück aus den USA, schmalzig, daß es eine Freude ist  ...
                                                                                                             °° RS °°

Dienstag, 24. Oktober 2017

Stiv Bators * 22.Oktober 1949

Erinnerung an einen amerikanischen Musiker-Performer aus den 70-er Jahren, als Punk noch gegen "die Verhältnisse", gegen Establishment, gegen gute Manieren, gegen den täglichen Beschiß //mobil// machte. °°  Stiv Bators war Sänger der US-Punk-Band Dead Boys, später auch der Lords of the New Church. Der Auftritt der Dead Boys im New Yorker CBGB's 1977 ist absolut sensationell, angefangen bei der Ankündigung der Band. Die Bad Boys, vor allem ihr Sänger waren ekstatisch und wild - Bators mit extremem Körperausdruck:: Echter Punk - (noch) keine Spur von Kommerz. Der Sänger, Schauspieler, Komponist Bators starb 1990 in Paris an den Folgen eines Verkehrsunfalls. °° (weitere Informationen Wikipedia; auf You Tube gibts mit den DEAD BOYS auch Interviews.)
                                                                                                                                               °° RS °° 

Mittwoch, 2. August 2017

PJ Proby - weiter so!


                    
Beim Anschauen alter Videos von PJ Proby wird mir klar, daß er einer der am meisten unterschätzten Pop-Stars und Sänger war; er ist mittlerweile 78 (* 8.11.1938) und singt immer noch. 
Ich liebe Probys Übertreibungen, das High-Culture Darstellende und zugleich Karikierende.
Proby "begann seine Karriere als Filmdarsteller in unzähligen Western-Filmen und in Krimiserien des amerikanischen Fernsehens. 1957 machte Proby als Jett Powers seine ersten Platten. 1958 sang er mit den Mello Kings und danach mit seiner eigenen Band, den Moon Dogs. Ende der 1950er / Anfang der 1960er Jahre verdiente er sich seinen Lebensunterhalt damit, dass er – weil seine Stimme so ähnlich klang – Demobänder für Elvis Presley sang. Außerdem schrieb er Songs für andere Interpreten. Er lernte die ehemalige Verlobte Eddie Cochrans, die Songschreiberin Sharon Sheeley, kennen, die ihm seinen Künstlernamen gab und seine Karriere förderte."
In den 60-er Jahren erreichte Proby in England etliche Top-Plazierungen in den Charts, u.a. mit "Somewehre", "Hold me", "Together" (mit einem Guitarren-Solo, das eher einer in die Länge gezogenen Arschgeige ähnelt als einem virtuosen Lauf von Clapton, Lennon + Co), "Maria", "Let the water run down". 
Proby hat eine unverwechselbare (trotz Ähnlichkeit mit Elvis Presley) Stimme - zum Glück hat er höchst unterschiedliche Song-Typen im Repertoire: zwischen Schnulze, Soul und Rock.
Bevor Robert Plant, Jimmy Page + Co. als "Led Zeppelin" Ende der 60-er Jahre groß herauskamen, nahmen sie mit P.J. Proby die LP "Three week hero" auf. Ein Stück davon ist "Jim's Blues". Eine für mich sensationelle Neuigkeit, von der icb erst jetzt, 48 Jahre später, über Wikipedia erfuhr.
                                                                                                                                                       °°RS°°

Mittwoch, 26. Juli 2017

Linkin Park-Sänger begeht Selbstmord

Was bringt einen erfolgreichen, von vielen Fans bewunderten Star der Musik-Szene und verhei-rateten Vater von sechs Kindern dazu, sich aufzuhängen? Er war schwerreich -sein Vermögen wird auf 30 Mio. Dollar geschätzt- und kannte keine materiellen Sorgen. Man liest, er habe unter Drogen- und Alkohol-Problemen gelitten, als Kind sei er sexuell mißbraucht worden. Macht dies den Selbstmord nachvollziehbar, "verständlich"?


"One step closer", der erste Hit von Linkin Park mit Chester Bennington (20.3.76-20.7.17) als Sänger ist ein perfekt gestylter, extrem aggressiver Song - "Adrenalin pur", wie man so sagt. Ich mag das Stück. Das Ende des Mannes mag ich nicht. Er hätte seine Kinder nicht im Stich lassen dürfen.
                                                                                                                                     RS ?? RS 

Donnerstag, 20. Juli 2017

Ist der Mann gefährlich?

Der Mann sieht gut aus, ist 32 jahre jung und outet sich als "homosexuell, rechtsradikal und katholisch". Eine ungewöhnliche Mischung. Yiannopoulos provoziert um (beinahe) jeden Preis. Er hat etwas gegen Genderisierung, gegen Hillary Clinton und die Gleichmacherei der Linken. Da stimme ich überein; auch ich mag keine Gleichmacherei, hasse den Zwang zum Konsens. M.Y. ist in den USA ein Polit- und Pop-Star, dessen Auftreten an Uni-Colleges mehrfach zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führte. °° Gibt es vergleichbare Leute in Deutschland? Bekennende Homosexuelle gibt es auch unter Rechtsradikalen, aber eher selten (Michael Kühnen war einer). Das rechte Volk ist, von Ausnahmen abgesehen, in Deutschland eher gegen Schwule. Also wird in der hiesigen rechten Szene wenig Aufhebens davon gemacht. °°  Wenn Yiannopoulos weiter so macht, d.h. Linke provoziert, gegen Feminismus lästert, Frauen als blöde vorführt, Trump lobt u.ä., dann könnte er eines Tages von einem Attentäter getötet werden. Wenn er überlebt, könnte er aber das kulturelle Selbstverständnis des Durchschnittsamerikaners dauerhaft verändern. Es bräuchte jedoch Zeit. Er müsste dann mehr tun als provokant zu posen, political correctness lächerlich zu machen und auf dem Schachbrett der Polit-Szene überraschende Züge zu vollführen. Man kann damit Siege einheimsen, aber die Gegner lernen mit und können-werden einen ungewöhnlichen Mann irgendwann klein kriegen. Spielend. Mit den eigenen Waffen schlagen. Warten wir ab. 
Vielleicht geht es M.Y. aber mehr um materiellen Reichtum und Geld als um Ruhm + Ähnliches?
                                                                                                                         
                                                                                                                                    °° RS °°  

Donnerstag, 19. Januar 2017

Ricky Jovan Gray hingerichtet

Die USA sind so ziemlich das fortschrittlichste Land, was bestimmte Freiheitsrechte des Individuums betrifft. Auf anderer Ebene, nämlich der Justiz, hinken sie den Standards aller westlichen Länder weit hinterher. In den USA wird noch bestraft um des Bestrafens willen. Nach dem alt-testamentarischen Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn" - wenn es sich um einzelne Bürger handelt. Bei Armee-Angehörigen sieht die Sache dann wieder anders aus. 
Ricky Jovan Gray wurde wegen mehrerer Morde, die er mit einem Komplizen 2005 und 2006 beging, in Virginia zum Tode verurteilt. In jedem anderen westlichen Land wären ihm mildernde Umstände sicher gewesen: R.J.G. wurde als Kind körperlich schwer mißhandelt und sexuell mißbraucht. Schon mit ca. 12 Jahren nahm er harte Drogen. Auch während seiner Taten soll er auf PCP gewesen sein.
Drogen- und sexueller Mißbrauch sind keine Ausreden für Verbrechen - aber eine Gesellschaft, die vorgibt, nach christlichen Werten ausgerichtet zu sein, muß die Umstände berücksichtigen, die dazu führen, daß bestimmte Verbrechen begangen werden.
Ricky Jovan Gray wurde letzte Nacht mit der Giftspritze hingerichtet. 
R.I.P., Ricky Jovan Gray!                                                                                           *RS*
 

Donnerstag, 17. März 2016

terry stafford - suspicion - 22.11.41 - 17.3.1996

                                                         

Terry Stanford hatte einen großen Hit: "Suspicion". Elvis Presley ging mit dem Song baden, aber Stafford, mit ähnlicher Stimme, kam in den amerikanischen Charts weit nach oben. T.S. starb heute vor genau 20 Jahren in Amarillo, Texas).
                                                                     *RS*  

Donnerstag, 14. Januar 2016

Music Emporium - 1969 -

                            
Eine us-amerikanische Band aus den späten 60-er Jahren, auf die ich über You Tube aufmerksam wurde. Nicht schlecht dieser psychedelische Sound --- underground-romantic o.s.ä. --- 

Dienstag, 29. September 2015

Kelly Gissendaner exekutiert

Und noch ein Mensch ist verstorben - ins Jenseits gebracht worden, letzte Nacht. Kelly Gissendaner wurde "7pm" in Georgia, USA mit der Giftspritze hingerichtet, weil sie gemeinsam mit ihrem Lover ihren Ehemann umbrachte. Er führte die Tat aus, sie half ihm. Ich habe mich ausgiebig im Internet informiert und meine: Wenn jemand Begnadigng verdiente, dann Kelly Gissendaner. Sie bereute ihre Tat zutiefst und wurde im Gefängnis ein anderer Mensch - es half nichts. Zweimal wurde die Hinrichtung in diesem Jahr schon verschoben - jetzt die Exekutiuon durchgeführt. Eine Rolle dabei dürfte auch gespielt haben, daß die Hinterbliebenen ihres Ex-Mannes bis zuletzt auf der Hinrichtung beharrten. Ihr Lover, der die Tat ausführte, bekam "lebenslänglich". Im Nachhinein ist man schlauer. Zum Verhängnis wurde der Frau, meine ich, daß sie vor Gericht ehrlich war - und von daher auf Milde hoffte. Diese Ehrlichkeit war ein mehr als nur verzeihlicher, ja sie sympathisch und menschlich machender Fehler - aber eben taktisch unklug. Ich will den Mord hier nicht bagatellisieren. Es bleibt einer der tiefen Widersprüche der USA, daß dieses sich "christlich" nennende Land unnachgiebig und brutalst mit denen umspringt, die Verbrechen begehen und sich, ganz im Sinne christlicher Ethik, ändern. * Das Leben ist ungerecht. Ein Mensch wandelt sich zum Guten und wird getötet - bösartige Verbrecher bleiben unbehelligt. Der Gang der Welt. 
                                                                                        *RS* 

Sonntag, 2. August 2015

Atombomben-Terror der USA


Am 6. und 9. August jähren sich zum siebzigsten mal die Atombombenabwürfe der USA auf Hiroshima und Nagasaki (Japan). Gestern sah ich einen kritischen Bericht in der ARD zum A-Bomben-Abwurf über Nagasaki. Ausnahmsweise mache ich hier Reklame für die ARD. Rückgängig gemacht werden kann nichts, aber es wäre ein großer Fortschritt, wenn endlich die Wahrheit über zumindest die zweite Bombe laut gesagt würde: Sie war reiner Terror; Japan hatte den Krieg bereits verloren. 
                                                                   *RS*

Mittwoch, 29. Juli 2015

Protest gegen KuKlux-Klan

                                                              
Eine sehr witzige, originelle und KREATIVE Form des Protestes in Charleston, USA, gegen eine Demonstration des KuKluxKlan.
                                                                                *RS* 

Montag, 29. Juni 2015

Noam Chomsky "Profit over people"

Das Buch trägt den Untertitel "Neoliberalismus und globale Weltordnung". Es wurde 1999 in den USA veröffentlicht und erschien ein Jahr später in Deutschland. Mir liegt die 8. Auflage vom März 2003 vor. ** Jahrzehntelang machte ich bei der Zeitungslektüre und anderen Medien-Berichten einen Riesenbogen um den "Wirtschaftsteil", bin auf diesem Gebiet also eine Art Analfabet. Da ich in den vergangenen Jahren jedoch Opfer von MOBBING-Maßnahmen gegen mich wurde, und zwar an meinem Arbeitsplatz, liegt es nahe, mich mit dem zu beschäftigen, was mich zum Opfer machte. Hier interessieren jetzt nicht psychologische Motive meiner Gegner, sondern ökonomische Faktoren. Wie kommt es, daß ich - WIR - immer mehr zu austauschbaren "Größen" auf dem Arbeitsmarkt werden, von mit unzähligen Eigenschaften ausgestatteten Menschen zu "Dingen" und "Sachen" reduziert werden, die mehr Ähnlichkeit mit Robotern haben als mit homo sapiens? Zweifellos spielen hier nicht gegen mich persönlich gerichtete Motive die Haupt-Rolle, sondern gewaltige Verschiebungen im gesellschaftlichen Gefüge, in denen ich nur ein winziges Rädchen bin - ein Rädchen das funktioniert - oder nicht mehr funktioniert oder nicht mehr funktionieren will. ** Chomsky, berühmt für seine fundierten Analysen und kritischen Beschreibungen us-amerikanischer gesellschaftlicher Zustände, hat auch mit diesem Buch zuallererst sein eigenes Land im Visier - damit untrennbar aber auch nahezu den gesamten Globus, denn die Wirtschaftsmacht USA nimmt - verbunden mit Militär und Außenpolitik- seit vielen Jahrzehnten massiv Einfluß auf die Ökonomie praktisch aller Länder, die zu beeinflussen sie in der Lage ist. Chomsky hat, im Unterschied zu mir, auch Wirtschafts-Theoretiker bzw. Soziologen und Philosophen wie Adam Smith, Karl Polanyi, John Dewey, Madison u.a. gelesen bzw. studiert, d.h. er hat ein äußerst komplexes Verständnis von ökonomischen und gesellschaftlichen Prozessen. U.a. geht er eingehend auf die Repressionspolitik der USA gegen Kuba ein, die mit rücksichtsloser Härte durchgeführt wurde - aber die Methoden waren nicht neu. Protektionismus bedeutet, zum Schutz der eigenen Produktion Maßnahmen zu ergreifen wie zB Erhebung von Zöllen auf konkurrierende Produkte aus dem Ausland. Darin waren und sind die USA sehr groß. Chomsky zeigt, wie Maßnahmen, ja ganze Feldzüge der USA unter dem Deckmantel der "Demokratisierung" bestimmter Länder durchgezogen werden. Dabei geht es vorrangig um wirtschaftlichen Profit und Machtzuwachs der USA, und zunächst profitieren immer nur eine verhältnismäßig kleine Schicht von privilegierten Menschen in den jeweiligen Ländern - und die USA selber als Investoren. Ein besonders krasses Beispiel stellt Haiti dar. ** Ich bin hin und her gerissen, wie in meinen Blogs mitunter auch für den Leser erkennbar sein dürfte. Einerseits versuche ich mich seit einigen Jahren mit unserem kapitalistischen System anzufreunden und argumentiere dabei, daß dieser Kapitalismus Nischen zulasse, die meinesgleichen nutzen können, also Künstler, Arbeitslose, Vertreter des "Lumpenproletariats" u.ä. --- Andererseits ist nicht zu übersehen, daß die Reichen immer reicher werden und die Armen arm bleiben - allen schönen Worten unserer Politiker zum Trotz. Die berühmte "Schere zwischen arm und reich" klafft immer weiter auseinander; ich erlebe dies in Hamburg krass und teilweise am eigenen Leib.
Ich las das Buch "Profit over people" (in deutsch) von der ersten bis zur letzten Seite und habe nicht alles komplett begriffen. ABER: ich weiß, daß ich diesem Autor vertrauen kann. Er will weder mir noch sonst jemandem ein X für ein U vormachen. Chomsky weiß so gut wie jeder intelligent Mensch, daß Kritik nicht automatisch Änderung von Mißständen nach sich zieht. Immerhin: Er weist unnach-giebig auf Mißstände hin - die zu erkennen nicht einfach ist, da die USA als strategische Weltmacht auch stets ihre Ziele zu verschleiern wissen - d.h. mir - uns - Ihnen oft ein X für ein U vormachen. *
                                                                                                       *RS*           

Dienstag, 14. Oktober 2014

Gregory Corso 1930-2001


Er war einer der wildesten amerikanischen Beat-Poeten. Und ist fast vergessen. bei mir nicht.

Donnerstag, 18. September 2014

USA Hinrichtung - R.I.P.

Lisa Coleman beging ein schweres Verbrechen 2004. Sie war aber keine Soldatin der US-Armee oder Polizistin. Deshalb kannte die texansische Justiz bei ihr keine Gnade.
Menschen und ihre Vergehen werden mit zweierlei Maß gemessen.
Schwarz UND lesbisch - da hört bei vielen Amerikanern das Verständnis auf ... 
R.I.P.                                                                                                         
                                                                                                                          *RS*

Donnerstag, 14. August 2014

Hunter Thompson - Meinungsfreiheit in den USA

                           
Den amerikanischen Autor Hunter Thompson (1937-2005) entdeckte ich vor Kurzem für mich. Er war ein wilder, aufwühlender, teilweise komischer teilweise extrem aggressiver Schreiber, mit genialen Ansätzen ("Angst und Schrecken in Las Vegas"). Er schrieb Ende der 60-er Jahre ein Buch über die kalifornischen Hell's Angels, miot denen er ein jahr zusammen war. Am Ende wurde er fürchterlich verkloppt. Das Buch ist gut - cool recherchiert - mit Respekt wo Respekt angemessen ist. Er geht den Angels nicht auf den Leim. * Viele Texte von Thompson zeugen auch von dem Ausmaß der Meinungsfreiheit, die es in den USA gibt. Was das betrifft, ist das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" Deutschland voraus ... 
                                                                  *RS*
                                                                                                                           

Samstag, 19. Juli 2014

Noam Chomsky - über Intellektuelle

2008 erschien das Buch absolute Noam Chomsky (herausgegeben von Klaus Theweleit) mit einem Interview und Aufsätzen wie "Annahmen und Ziele" (1964 - über Linguistik), "Gleichheit" (1976), "Über den Widerstand" (1967), "Bemerkungen zum Anarchismus" (1970) u.a. brillante wie kritische Beiträge. Der Reader enthält auch ausführliche biografische Hinweise, welche die intellektuellen - politischen - schriftstellerischen Etappen des Wissenschaftlers (und Dichters) beleuchten.  ** Aus dem Interview möchte ich ein paar Sätze wörtlich zitieren, die mir besonders zu denken geben: "Die USA brauchen keine EU. Sie sind schon homogen. Eine Sprache, eine Kultur, und mit Ausnahme des Bürgerkriegs gab es keine Kriege innerhalb der USA. Warum? Was ist der Unterschied zwischen den Vereinigten Staaten und Europa?" - "Europa zerfleischte sich erst einmal in zwei großen Weltkriegen." (K.Th.) - "In den USA wurde die eingeborene Bevölkerung ausgelöscht. Nehmen wir an, Deutschland hätte die Bevölkerung der slawischen Länder ausgelöscht, dann würden Sie sich heute auch keine Gedanken über die EU machen. Dann wäre alles homogen und friedlich." - "Dann ist die Zivilisation der Vereinigten Staaten identisch mit der Auslöschung der eingeborenen Völker?" (K.Th.) - "Man ist mit ihnen etwa so umgegangen, wie Deutschland das gerne mit den Slawen getan hätte. ... Im New York Times Book Review ...  hieß es, dass bei der Besiedlung des Kontinents mehrere Hunderttausend Indianer eliminiert wurden. Nun, da liegt er falsch, und zwar zum den Faktor zehn. Es waren mehrere Millionen Amerikaner. "Eliminiert" ist übrigens auch ein interessantes Wort in diesem Zusammenhang. Nehmen wir einmal an, Sie lesen in einer der führenden Zeitungen in Deutschland, dass im Verlauf des Zweiten Weltkriegs mehrere hunderttausend Juden eliminiert wurden, wie würden dann die Menschen reagieren?" - "Die sechs Millionen sind schon eine fest fixierte Zahl. Von den 50 Millionen eingeplanten zu tötenden Russen sprechen allerdings nur wenige". (K.Th.) - "Aber das hier ist eine Gesellschaft der Sieger, Deutschland war eine Gesellschaft der Verlierer. Sie müssen also den Tatsachen ins Gesicht sehen. In den USA braucht man das nicht. ... Kann man sich vorstellen, dass die "Luftwaffe" ihre Waffensysteme "Jude" und "Zigeuner" nennt, ist das denkbar?" - "Die Bundeswehr?" (K.Th.) - "Ich meine, kann man sich das vorstellen? Hier gibt es "Apache Helikopter", "Black Hawk Helikopter", "Tomahawk Missiles" und so weiter, das sind alles Opfer eines Völkermords." - "Ja. Staaten sind Mörder. Menschen werden umgebracht. Und wenn man siegreich ist, kommt man damit durch." (K.Th.) ... "Es gibt viele Aspekte. Man kann Ländern nicht einfach eine Note geben wie Studenten in einem Examen. Es gibt zu viele Aspekte, aber in vielerlei Hinsicht sind die USA ungewöhnlich gut. Zum Beispiel sind sie das freieste Land der Welt. Die freie Meinungsäußerung wird in den USA in einem Ausmaß geschützt, wie man sich das in Europa nicht eiunmal vorstellen kann.  Etwas Vergleichbares gibt es nirgends.  ... Und dann gibt es in der allgemeinen Kultur eine Art des formlosen Umgangs und einen Mangel an Autoritätsgläubigkeit - ganz anders als in Europa". ** Die blauen Hervorhebungen stammen vom Blogger. Chomsky wirft deutschen Intellektuellen vor, autoritätsgläubig, unterwürfig zu sein. Das Interview ist in meinen Augen sehr radikal und kritisch - aber nachvollziehbar und ehrlich. C. hat nichts zu vertuschen. Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Einige Artikel sind relativ leicht les- und "konsumier"bar, andere erfordern höchste Konzentration und Mitdenken. Mir erschließt sich der Sinn und Gehalt erst nach mehrmaliger Lektüre. Gut, daß es auch solche Aufsätze gibt. ** Das Buch erschien bei orange press, Freiburg, hat 224 Seiten, enthält etliche Fotos und Grafiken, die isbn lautet 978-3-936086-16-8. Den Preis weiß ich nicht.  *RS* 

 

Montag, 9. September 2013

Syrien-Konflikt

Die "Lage im Nahen Osten" ist äußerst angespannt, gleicht einem Pulverfaß, an das von verschiedenen Seiten Lunten gelegt wurden. Obwohl Beweise fehlen, weisen die USA und etliche Verbündete dem syrischen Assad-Regime die Schuld an Giftgaseinsätzen zu. Der Einsatz dieser verbrecherischen Mittel kann genauso gut von der Gegenseite veranlasst worden sein - um die USA zum Eingreifen zu zwingen. Obama war es schließlich, der den Einsatz von Giftgas als "Überschreiten der roten Linie" bezeichnete. * Die moralische Motivation der USA in diesem Konflikt ist an den Haaren herbeigezogen, total unglaubwürdig. Es geht ausschließlich um strategische Wirtschafts- und Macht-Interessen. Man schaue nach Afrika, Zentral-Afrika, Kongo, Ruanda usw., wo seit Jahrzehnten Bürgerkrieg herrscht. Greifen die USA dort ein? Nein. Natürlich nicht, denn wegen ein paar Gold- und Diamanten-Minen geht die Supermacht unter Obama kein Risiko ein. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Syrien aber liegen Israel und die Türkei, zwei eminent wichtige Verbündete. Außerdem sind die Erdölfelder im Irak, Saudi-Arabien usw. nicht weit.  - Ich finde, daß Angela Merkel sich gut hält in diesem Konflikt, in dem sie stark unter Druck steht, von mehreren Seiten. Und die SPD, die ich trotzdem nicht wählen werde, ist ohne Wenn und Aber GEGEN einen Angriff der USA und der NATO-Verbündeten auf Syrien. Immerhin macht sie mir das sympathisch - auch wenn die Position  vor allem wahlkampftaktisch zu verstehen ist. * Jeder Krieg ist eine Ungeheuerlichkeit. Die USA haben auf dem Gebiet Syriens nichts verloren. Statt den Welt-Sheriff zu spielen, soll das Land lieber mal die eigenen Probleme in den Griff bekommen. Deutschland soll sich raushalten. + glaubwürdig Friedenspolitik vertreten. Aber kann unser Land das? Es zählt zu den größten Waffen-Exporteuren auf diesem Planeten.  *RS*