Sonntag, 22. März 2026

Kultur??- und Aktions???- Zentrum????

Bei meiner Recherche über eine anarchistische Gefangenen-Hilfs-Organisation der 70-er Jahre, deren Mitglied ich war, stieß ich auf die Internet-Seite "LIBERTÄRES KULTUR- und AKTIONS-ZENTRUM". Ich rief unter der angegebenen Tel.Nr. an, mehrmals. Es meldete sich niemand. Es war auch kein AB eingeschaltet. Dann schrieb ich eine mail, um mein Interesse zu bekunden. Wieder keine Antwort. 

An einem Freitagabend ging ich mit einem Bekannten in die Fettstraße 23. Es tagte eine kleine Runde. Ich fragte, ob ich mich dazusetzen dürfe. Meine Anwesenheit schien oke. Ich hatte ein von mir ediertes Buch dabei, nämlich die Neuausgabe des Film-Buchs "ROTE LIEBE" von Rosa von Praunheim, aus 2007. Ich war viele Jahre mit der Hauptdarstellerin  Helga Goetze, *1922-2008, befreundet. Zu meiner Überraschung erfuhr ich, daß es in der Bibliothek des "Zentrums" ein Buch von mir gab, das 2003 erschien, nämlich "Das Paradies auf der Bratpfanne". Darin erzählt mein alter ego Robert Jähsinn von der Anarcho-Szene der 70-er Jahre und von der österreichischen Muehl-Kommune. ° Beim nächs-ten Besuch, wieder ein Freitagabend, brachte ich ein Akkordeon mit. Ich sah mich bereits einen "bunten Abend" mit Lesung und Live-Musik in diesem "Kultur- und Aktions-Zentrum" gestalten. Natürlich fragte ich, ob alle einverstanden seien, wenn ich musizierte. Es gab keinen Einwand.
Aber nach fünf Minuten kam der Bibliothekar hinzu, besorgt, ich würde die Handvoll Gäste des K.&A.-Zentrums stören. Ausgeträumt! ... ° Dann besuchte ich im Januar und Februar eine Gruppe namens "Hoch-Sensible". Da gehöre ich als Künstler, Musiker und empfindsamer Mensch hin! - DACHTE ich... Beim ersten Besuch waren wir zu sechst, beim 2. mal zu dritt. Ein junger Mann leitete. Der dritte im Bunde war Krankenpfleger. Er wies mich darauf hin, daß ich, der Schwer- und Schwerst-Behinderte betreut, gefälligst alle -ALLE- Wünsche der von mir Betreuten berücksichtigen möge. Und zwar auch Suizid-Wünsche. Bemerkenswert an diesem Abend war auch, daß der Leiter der Runde, ein jg. Mann, stets die UHR im Blick hatte. Er arbeitete keine Minute zu lang. Nach 2 x 45 min war diese Runde "Hochsensibler" zu Ende.  Beim nächsten mal waren wir wieder zu dritt. Der Leiter, eine ihm bekannte Frau und ich. Erat dachte - nein: TRÄUMTE ich, daß es dieses mal eine Initiatl-Zündung geben würde, für alle Beteiligten. Auch für mich. Endlich bewegt sich was! Schließlich war ich zu diesem Treff gekommen, weil ich LEBENDIGES, im positiven Sinn Spannendes, Faszinierendes aufbauen möchte. Die wieder exakt 2x45 Minuten endeten damit, daß der junge Leiter sich auf den Bibliothekar berief, der mich einige Wochen zuvor beim Akkordeon-Spiel ausgebrenmst hatte. Offenbar war ich auch für die "Hochsensi-ble"-Runde ungebremst nicht tragbar. 

Weshalb die -aus meiner Sicht- seltsamen Verhaltensweisen gegenüber einem, der mitmachen möchte? Entweder haben die Menschen dieser initiative es nicht nötig, Interessenten einzubeziehen, weil sie mehr als genug davon haben. Ich halte dies für sehr unwahrscheinlich. °° Sie sind, so meine ich,  in deser Einrichtung nicht auf dem neuesten Stand. Ich schaute mir die Hefte in einem großen Zeitschrif-teständer an. Die neuesten waren aus 2024, also mehr als ein Jahr alt.  °°° Weshalb die Abwehr gegen-über einem Intressenten? Ich vermute, daß es eine neurotische Angst vor Menschen gibt, die etwas können, die etwas zu bieten haben. ich kenne dies auch von anderen Einrichtungen. Ich machte schon mehr als einmal die Erfahrung, daß Qualität und Kompetenz nicht gefragt sind. °°°                                In meiner Werkstatt hängt ein ca. 125 x 110 x 10 cm großes Bild, "Bakunin in Wilhelmsburg", das ich mit 2 Dutzend weiteren Zeichnungen zum Thema für eine Ausstellung im "Aktions"???- und "Kultur" ???-Zentrm" vorgesehen hatte. Ich hätte der Initative das oben abgebildete Werk sogar geschenkt. Seit rund 25 Jahren hängt die Assemblage, kaum beachtet, in meiner Werkstatt.  °° ................So gehen denn meine Träumereien in eine andere Richtung................

                     Raimund Samson



Donnerstag, 19. März 2026

Streik bei den öffentlichen Verkehrsmitteln

Heute habe ich einen Termin in Harburg.  Ich werde einen ca. 30-minütigen Fußmarsch absolvieren, um zum Bahnhof Dammtor zu gelangen. Von dort nehme ich eine S-Bahn. °° Vor gut einem Monat hatte ich einen Termin in einem Altenheim im Norden Hamburgs. Da keine Busse fuhren,  musste ich Umwege mit anderen Verkehrsmitteln nehmen, um schleßlich von Poppenbüttel aus zu Fuß -es war glatt und eisig und sehr kalt- meine Klientin im Altenheim zu erreichen. Auch den Rückweg absolvierte ich auf diese Weise. °       Ich arbeite gern. Auch mit 74 bin ich gerne unterwegs, selbst wenn es manchmal beschwerlich ist. Meine Rente ist sehr klein - auch dies ein Grund. weiter zu arbeiten. 

Ich halte den momentanen und die vorigen Streiks der öfftlichen Verkehrsbetriebe in Hamburg für asozial. In früheren Zeiten hätte ich noch gsagt: Wieso nicht? Wenn so ein Streik der allgemeinen Verbesserung der Lebensverhältnisse dient?!! Heute denke ich anders. Die, die diesen Streik durchziehen - und das sind vor Allem die verantwortlichen Gewerkschaftsführer und die mit ihnen verbandelten Politikerinnen- bedenken nicht - oder verdrängen den Gedanken - daß ein erfolgreicher Streik die Preisspirale weiter nach Oben treiben wird. Wenn den Mitarbeiterinnen des ÖPV die Löhne erhöht werden, werden andere nachziehen. Auch Immobilienbesitzer werden nachziehen. Unsere Mieten sind schon sehr hoch - sie werden noch weiter steigen. Überall gehen die Preise rauf.  °°° Mit "Sozalismus" oder einem Kampf für eine angeblich "humanere, bessere Gesellschaft" hat dieser Streik nichts zu tun.  Es geht nicht mehr um eine "allgemeinere Verbesserung der Lebensverhältnisse", sondern um krassen Egoismus, um Habgier, um mehr-haben-Wollen, koste es was es wolle. Zum Nachteil derer, die in der gesellschaft6lichen Hierarchie unten stehn. ° Ich war viele Jahre Mitglied der Gewerkschaft ver.di. Ich bin aber schon lange ausgetreten. Und habe diesen Schritt nie bereut. 

                                                                                                        Raimund Samson

Montag, 16. März 2026

Künstler-Gespräch Tom Seidel

In kleinem Kreis -außer Tom Seidel nahmen 7 weitere Personen an der Runde teil- ging es eine gute Stunde hin und her. Manchmal drehten sich Argumente auch im Kreis bzw.: Es wurde aneinander  vor-bei geredet. Das Motto lautete "Bilder-Abstraktes-Chaos".

"Bilder" waren ALLE ausgestellten Exponate. Einige waren "abstrakt" gemalt, mit technischen Hilfs-mitteln exakt vorstrukturiert. Der Künstler verglich zwei seiner Exponate  mit Flaggen. ° Nun ist die Sache "Abstraktes" jedoch weitaus komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Jedes professionell gemalt Bild enthält, behaupte ich, auch "Abstraktes" bzw. abstrakte Maßstäbe im Bildaufbau, in der Farb-Komposition -Farb-Rhythmus. Selbst sog. "fotorealistische" Bilder enthalten Abstrakta.
Am besten gefiel mir -was natürlich auch Geschmackssache ist- eine Wand mit naiven bzw. scheinbar naiv gemalten Bildern. Ich nannte sie "literarisch", weil sie alle -unterschiedliche- Geschichten erzäh-len. Diese Bilder sind perspektivisch ungenau. U.a. dies macht m.E. ihren Charme aus. Sie erinnern an Werke der l'art brut, der "Rohen Kunst", womit Werke von Außenseitern und sog. "Geisteskranken" gemeint sind.
Chaotisch war die Veranstaltung von Anfang an. Völlig unüberschaubar wurde das Chaos aber erst, als der Künstler Namen wie Hegel, Nietzsche u.a. große Philosophen in die Runde warf. Ich hätte mir gerne mehr Konzentration auf die Exponate gewünscht, für mich "das Eigentliche" in diesem Künstler-Gespräch - neben dem Schöpfer der Bilder selbstverständlich. Als dann Tom Seidel auch noch sein großes musikalisches Vorbild J.S.Bach ins Gespräch einbrachte, fiel die Runde auseinander.  Es gab einige sehr interessante und gute Beiträge. Ich habe in meinem Leben an schätzungsweise 20 oder 30 "Künstler-Gesprächen" teilgenommen, einige davon auch geleitet. 
Es braucht Struktur, auch Vor-Strukturierung.
Mit dieser Meinung stehe ich im Widerspruch zu mancher Haltung, die sogar einige Kreative selber zum Ausdruck bringen. Ihrer Meinung nach sind Galerie-Gespräche u.ä. "reine Schwafelei". Ich dagegen denke, daß, auch wenn Exponate und Künstler-Innen im Mittelpunkt stehen, es durchaus anre-gend und interessant sein kann, über Bild und Künstler zu sprechen. Mit Respekt selbstverständlich. Ich lerne immer wieder. Auch an diesem Abend. 
                                                                                                      Raimund Samson




Mittwoch, 4. März 2026

Tom Seidel in der Galerie ALLES WIRD SCHÖN

 

Am Samstag den 7.März eröffnet um 19 Uhr die Heimfelder Galerie ALLES WIRD SCHÖN eine Ausstellung mit Bildern des Hamburger Musikers und Malers TOM SEIDEL. Es wird höchstwahr-scheinlich auch LIVE-Musik geben; ich hoffee, mit meinem Akkordeon einen kleinen Teil zum Gelingen des Abends beitragen zu können. Vielleicht auch greift Tom Seidel in die Tasten des haus-eigenen Klaviers.  °°°°°° Auch das KÜNSTLERGESPRÄCH dürfte sehr interessant werden.     °°° Die Galerie liegt ca. 7 min Fußweg von der S-Bahn Heimfeld entfernt.  """" Hinzugefügt am 16.3.26::

An diesem Abend machte mir das Spiel auf der Steirischen Harmonika viel Spaß. Auch deshalb, weil das Publikum sehr aufmerksam war. Tom und ich spielten abwechselnd. Tom improvisierte zu meinen Vorgaben. Teilweise gingen seine Improvisationen in J.S.Bach-Stücke über. Für mich inspirierend. 

                                                                                                                         Raimund Samson