Montag, 13. April 2026

"Kein Rassismus" 2

Ein Gast gesellt sich zu mir, während der Öffnungszeit im Habibi-Atelier. In einer Mischung aus Empö-rung und Staunen fragt er, weshalb denn "solche" Bilder überhaupt noch aufgewahrt werden.  Damit meint er die -mehr als 2 m hohe- Darstellung von 3 Speerwerfern. Ich kann die Frage nicht beantwor-ten.  Aber ich bin sensibel hinsichtlich der Aufbewahrung bzw. Zerstörung von Kunstwerken. Grund-sätzlich finde ich Bilder und Skulpturen erhaltenswert. Auch wenn sie meinem Geschmack nicht ent-sprechen.

Der Mann steigert sich in eine Schimpfkanonade. In der Vergangenheit kritisierte er mich, weil ich großformatige Bilder malte. "Wer kauft denn sowas?" und: "Wer hat denn Platz für sowas?" Ich erwi-derte: Ich machte mir beim Malen keine Gedanken darüber, wer "sowas" kauft, sondern probiere aus, ob es mir gelänge, ein großes Bild zu malen. °° Für meinen Gesprächspartner sind die 3 Speerwerfer aus den 30-er oder 40-er Jahren "Nazi-Kunst". 'Ist das Bild gefährlich?', frage ich. Der Mann achaut verdutzt. "War das Bild DAMALS gefährlich?" setze ich nach. "Ja natürlich" erwidert der Aufgebrachte, "alle Kunst, welche von den Nazis gefördert wurde, ist gefährlich. "Bist du sicher?" gebe ich zurück. Mein Gegenüber fährt nun schweres Geschütz auf. "Aber Arno Breker war doch ein Lieb-ling von Adolf Hitler, "das war doch die reinste Nazi-Kunst". Ich sehe keinen Grund zu widerspre-chen. Nur: die "3 Speerwerfer" sind nicht von Breker. 
Ich sage nun: "Arnold Breker war doch ein Mensch, oder!" - "Nein" erwidert mein Gegenüber. "Er war kein Mensch. Wie auch die Nazis. Und auch die Künstler, die für sie arbeiteten". Ich widerspreche. Der Mann ist nun so empört, daß er umdreht und, ohne mich eines Blickes zu würdigen, das Atelier verläßt.  °°° Ich forsche im Internet über den Nazi-Künstler Breker. Und ich finde sehr gut recherchierte Infor-mationen unter:  https://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/arno-breker/   °°° Natürlich kann man, nach ästhetischen Kriterien, unterschiedlicher Ansicht sein über Kunst. Auch der Geschmack spielt eine wichtige Rolle.  °° Generell finde ich gefährlich, Menschen, die eine ideologisch abweichen-de politische Meinung vertreten, den Status des Menschseins abzusprechen. Es darf keinerlei Rechtfer-tigung oder Verharmlosung von Nazi-Verbrechen geben. Aber die Täter waren Menschen. Männer vor Allem. Dumme, böse, schlechte Menschen. Aber immrhin: Menschen. °° Es gibt viele gute, spannende Bücher zu dem Thema. Ich las vor einigen Jahren "Männerphantasien" von Jürgen Theweleit. 
Rassismus gab es schon lange VOR den Nazis.  

                                                                                                    Raimund Samson
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"Kein Rassismus"

Im Habibi-Atelier im 1.Stock der Arkaden, des Einkaufszentrums nahe der S-Bahn Harburg-Rathaus, findet vom 20.März bis zum 24.April eine Ausstellung statt. Motto: "Kein Rassismus". Es sind wohl an die 100 oder mehr Exponate. Die meisten von ihnen haben mit dem Slogan "Rassismus" nichts zu tun - von daher stimmt denn auch das Motto "Kein Rassismus".    °° Die Vermischung unterschiedlichster

Stil- und Ausdrucksarten und -techniken mit politisch tendenziösen Darstellungen, wirkt verwirrend. Unter das Motto "Kein Rassismus" lässt sich praktisch ALLES  subsumieren!!
Von dem Tattoo-Künstler und Maler Vlady finden sich Bilder von bestechend professioneller Qualität. Sie passen exakt unter das Motto "Kein Rassismus". Ich weiß nicht, wie diese Bilder entstanden sind. Handgemalt? Oder am PC entstandene Ausdrucke von Bild-Dateien? Oder eine Mischung aus beidem?
Die obigen vier Gemälde sind von 2 unterschidlichen Künstlerinnen. "Kein Rassismus" wird hier von den Macherinnen nicht als x-beliebiger Slogan aufgefasst, sondern ernsthaft behandelt. Maryam ist eine im H-Atelier tätige Kreative. Ihre 3 Blder beziehen sich vor Allem auf die Situation Farbiger in den USA. Auf dem Bild in der Mitte, das einen Menschen in einer Badewanne zeigt, bedeckt mit Eiswür-eln, steht -auf der Abb. oben nicht erkennbar- das Wort ICE geschrieben, die Abkürzung für das US-  Imgrationas and Customs Enforcement. Auf den linken Bldern wird -meine Interpretation- das Thema Marginalisierung, Ausgrenzung von Farbigen Menschen dargestellt. Die Parolen "Kein Rassis-mus? Protest gegen Rassismus!" wurden vom Autor dieses Blogs hinzugefügt. °° Das rechte Bild ist für mich die selbstbewusst-positive Darstellung afrikanischer weiblicher Schönheit.
3 Bilder von einem-r Maler-in. Das linke erinnert an Dali-Landschaften; das mittlere könnte einen schwer gepanzerten Mann -Polizist? Soldat? Sportler?- in einer -angedeutet- Menschenmenge darstel-len. Das rechte Bild zeigt ein kopfüber in zerpflügtem Boden steckendes Kreuz. Vielleicht stammt der oder die Malerin aus der Ukraine?
2 verschiedene Künstler-Innen, die in verblüffend "wahrer" Weise den Slogan "Kein Rassismus" wi-derspiegeln.  
Auch diese beiden Gemälde eines jungen Künstlers lassen ihre Verbindung mit dem Ausstellungs-Motto kaum erahnen. Oder sind die -weißen!!- Badenden eine sublime Provokation?  Auf einigen der folgen-den Bilder wird, interpretiere ich, in "engagierter" kritischer Weise die reduzierte Sichtweise auf Frau als Sexual-Objekt thematisiert. Die beiden rechten sw-Zeichnungen/Drucke sind Vergrößerungen. 

Im Folgenden einige Bilder-Bild-Collagen bzw. -Assemblagen mit ziemlch eindeutiger Tendenz: Pro-test gegen Unterdrückung farbiger Menschen. Wahrscheinlich bezogen auf die Situation in den USA, wo weißer Rassismus immer noch häufig vorkommt. °°


Ich erinnere an den gewaltsamen Tod von George Floyd, einem Schwarzen, der brutal von Polizisten festgenommen und, vor laufender Kamera, durch massiven Druck auf seinen Hals erstickt wurde. °° Ich hatte, unter Hinweis auf das Thema dieser Bilderschau, eine Collage angefangen zum Thema George Floyd. Dabei hatte ich ein komiches Gefühl. Bei Auftragsarbeiten ertappe ich mich nämlich dabei, möglichen Betrachtern gefallen zu wollen. Solche Bilder werden fast immer schlecht. Sie gefallen vielleicht anderen - aber mir selber nicht. Ich möchte "authentisch" sein. 

                                                                                                    Raimund Samson 

p.s.  Mein obiger Artikel  beinhaltet rein subjektiv Eindrücke und Gedanken. Die Ausstellung ist weitaus umfassender, als ich hier zeigen kann.  Ich möchte in einem weiteren Artikel eine Problematik aufzeigen, die sich m.E. beim Thema "Kein Rassismus" ergibt.


 
 

 


Sonntag, 5. April 2026

Willi Dittmann Gedenken

Willi Dittmann, 15.5.1905 - 1.2.1945, war ein Soldat der Deutschen Wehrmcht. Er verweigerte 1943

den Dienst und wurde im darauf folgenden Jahr in Le Mans zum Tode verurteilt.  Anfang Februar 1945 wurde er hingerichtet. Sein Enkel  Jörg Arp und andere Aktivisten pflegen seine und die Grabstätte weiterer Männer, die dem Terror-Regime widerstanden und mit ihrem Leben dafür bezahlten.
Die Grabstätte liegt auf dem Ohlsdorfer Friedhof bei der Kapelle 9.
Weitere Informationen finden Sie unter   https://willidittmann.de/          O.L.M.O.e.V.  

Stolperstein für Willi Dittmann, 24. April 2009

Dokumentation über Deserteure, November 2013

Wehrmachtjustiz: „Rücksichten auf den Einzelnen haben zurückzutreten“, Januar 2019

Soldat – Kind – Zwangsarbeiterin – Deserteur (Biografie von Willi Dittmann: Seiten 153-163)

Verlesung der Opfernamen bei der ersten Gedenkfeier am 5. Juni 2010

Dranbleiben
an der eigenen Geschichte
Es gibt immer
etwas zu lernen
- auch wenn ich älter werde                                                Raimund Samson



 





Samstag, 4. April 2026

Gedenkmarsch für Opfer des Nazi-Regimes

1945 wurden, zum Ende des Krieges, KZ-Häftlinge in Hamburg und Umgebung auf einen Gewalt-marsch gezwungen, bei dem viele von ihnen ums Leben kamen. Dieses Marsches zu gedenken, finden am 12. und 13. April Veranstaltungen statt. Dabei werden auch Teile der seinerzeit gegangenen Strecke zu Fuß bewältigt.  

Weitere Informationen - einige Stationen und Uhrzeiten sind noch in Planung- auf  :::
                                                                                             Raimund Samson 

 
 

Sonntag, 22. März 2026

Kultur??- und Aktions???- Zentrum????

Bei meiner Recherche über eine anarchistische Gefangenen-Hilfs-Organisation der 70-er Jahre, deren Mitglied ich war, stieß ich auf die Internet-Seite "LIBERTÄRES KULTUR- und AKTIONS-ZENTRUM". Ich rief unter der angegebenen Tel.Nr. an, mehrmals. Es meldete sich niemand. Es war auch kein AB eingeschaltet. Dann schrieb ich eine mail, um mein Interesse zu bekunden. Wieder keine Antwort. 

An einem Freitagabend ging ich mit einem Bekannten in die Fettstraße 23. Es tagte eine kleine Runde. Ich fragte, ob ich mich dazusetzen dürfe. Meine Anwesenheit schien oke. Ich hatte ein von mir ediertes Buch dabei, nämlich die Neuausgabe des Film-Buchs "ROTE LIEBE" von Rosa von Praunheim, aus 2007. Ich war viele Jahre mit der Hauptdarstellerin  Helga Goetze, *1922-2008, befreundet. Zu meiner Überraschung erfuhr ich, daß es in der Bibliothek des "Zentrums" ein Buch von mir gab, das 2003 erschien, nämlich "Das Paradies auf der Bratpfanne". Darin erzählt mein alter ego Robert Jähsinn von der Anarcho-Szene der 70-er Jahre und von der österreichischen Muehl-Kommune. ° Beim nächs-ten Besuch, wieder ein Freitagabend, brachte ich ein Akkordeon mit. Ich sah mich bereits einen "bunten Abend" mit Lesung und Live-Musik in diesem "Kultur- und Aktions-Zentrum" gestalten. Natürlich fragte ich, ob alle einverstanden seien, wenn ich musizierte. Es gab keinen Einwand.
Aber nach fünf Minuten kam der Bibliothekar hinzu, besorgt, ich würde die Handvoll Gäste des K.&A.-Zentrums stören. Ausgeträumt! ... ° Dann besuchte ich im Januar und Februar eine Gruppe namens "Hoch-Sensible". Da gehöre ich als Künstler, Musiker und empfindsamer Mensch hin! - DACHTE ich... Beim ersten Besuch waren wir zu sechst, beim 2. mal zu dritt. Ein junger Mann leitete. Der dritte im Bunde war Krankenpfleger. Er wies mich darauf hin, daß ich, der Schwer- und Schwerst-Behinderte betreut, gefälligst alle -ALLE- Wünsche der von mir Betreuten berücksichtigen möge. Und zwar auch Suizid-Wünsche. Bemerkenswert an diesem Abend war auch, daß der Leiter der Runde, ein jg. Mann, stets die UHR im Blick hatte. Er arbeitete keine Minute zu lang. Nach 2 x 45 min war diese Runde "Hochsensibler" zu Ende.  Beim nächsten mal waren wir wieder zu dritt. Der Leiter, eine ihm bekannte Frau und ich. Erat dachte - nein: TRÄUMTE ich, daß es dieses mal eine Initiatl-Zündung geben würde, für alle Beteiligten. Auch für mich. Endlich bewegt sich was! Schließlich war ich zu diesem Treff gekommen, weil ich LEBENDIGES, im positiven Sinn Spannendes, Faszinierendes aufbauen möchte. Die wieder exakt 2x45 Minuten endeten damit, daß der junge Leiter sich auf den Bibliothekar berief, der mich einige Wochen zuvor beim Akkordeon-Spiel ausgebrenmst hatte. Offenbar war ich auch für die "Hochsensi-ble"-Runde ungebremst nicht tragbar. 

Weshalb die -aus meiner Sicht- seltsamen Verhaltensweisen gegenüber einem, der mitmachen möchte? Entweder haben die Menschen dieser initiative es nicht nötig, Interessenten einzubeziehen, weil sie mehr als genug davon haben. Ich halte dies für sehr unwahrscheinlich. °° Sie sind, so meine ich,  in deser Einrichtung nicht auf dem neuesten Stand. Ich schaute mir die Hefte in einem großen Zeitschrif-teständer an. Die neuesten waren aus 2024, also mehr als ein Jahr alt.  °°° Weshalb die Abwehr gegen-über einem Intressenten? Ich vermute, daß es eine neurotische Angst vor Menschen gibt, die etwas können, die etwas zu bieten haben. ich kenne dies auch von anderen Einrichtungen. Ich machte schon mehr als einmal die Erfahrung, daß Qualität und Kompetenz nicht gefragt sind. °°°                                In meiner Werkstatt hängt ein ca. 125 x 110 x 10 cm großes Bild, "Bakunin in Wilhelmsburg", das ich mit 2 Dutzend weiteren Zeichnungen zum Thema für eine Ausstellung im "Aktions"???- und "Kultur" ???-Zentrm" vorgesehen hatte. Ich hätte der Initative das oben abgebildete Werk sogar geschenkt. Seit rund 25 Jahren hängt die Assemblage, kaum beachtet, in meiner Werkstatt.  °° ................So gehen denn meine Träumereien in eine andere Richtung................

                     Raimund Samson



Donnerstag, 19. März 2026

Streik bei den öffentlichen Verkehrsmitteln

Heute habe ich einen Termin in Harburg.  Ich werde einen ca. 30-minütigen Fußmarsch absolvieren, um zum Bahnhof Dammtor zu gelangen. Von dort nehme ich eine S-Bahn. °° Vor gut einem Monat hatte ich einen Termin in einem Altenheim im Norden Hamburgs. Da keine Busse fuhren,  musste ich Umwege mit anderen Verkehrsmitteln nehmen, um schleßlich von Poppenbüttel aus zu Fuß -es war glatt und eisig und sehr kalt- meine Klientin im Altenheim zu erreichen. Auch den Rückweg absolvierte ich auf diese Weise. °       Ich arbeite gern. Auch mit 74 bin ich gerne unterwegs, selbst wenn es manchmal beschwerlich ist. Meine Rente ist sehr klein - auch dies ein Grund. weiter zu arbeiten. 

Ich halte den momentanen und die vorigen Streiks der öfftlichen Verkehrsbetriebe in Hamburg für asozial. In früheren Zeiten hätte ich noch gsagt: Wieso nicht? Wenn so ein Streik der allgemeinen Verbesserung der Lebensverhältnisse dient?!! Heute denke ich anders. Die, die diesen Streik durchziehen - und das sind vor Allem die verantwortlichen Gewerkschaftsführer und die mit ihnen verbandelten Politikerinnen- bedenken nicht - oder verdrängen den Gedanken - daß ein erfolgreicher Streik die Preisspirale weiter nach Oben treiben wird. Wenn den Mitarbeiterinnen des ÖPV die Löhne erhöht werden, werden andere nachziehen. Auch Immobilienbesitzer werden nachziehen. Unsere Mieten sind schon sehr hoch - sie werden noch weiter steigen. Überall gehen die Preise rauf.  °°° Mit "Sozalismus" oder einem Kampf für eine angeblich "humanere, bessere Gesellschaft" hat dieser Streik nichts zu tun.  Es geht nicht mehr um eine "allgemeinere Verbesserung der Lebensverhältnisse", sondern um krassen Egoismus, um Habgier, um mehr-haben-Wollen, koste es was es wolle. Zum Nachteil derer, die in der gesellschaft6lichen Hierarchie unten stehn. ° Ich war viele Jahre Mitglied der Gewerkschaft ver.di. Ich bin aber schon lange ausgetreten. Und habe diesen Schritt nie bereut. 

                                                                                                        Raimund Samson

Montag, 16. März 2026

Künstler-Gespräch Tom Seidel

In kleinem Kreis -außer Tom Seidel nahmen 7 weitere Personen an der Runde teil- ging es eine gute Stunde hin und her. Manchmal drehten sich Argumente auch im Kreis bzw.: Es wurde aneinander  vor-bei geredet. Das Motto lautete "Bilder-Abstraktes-Chaos".

"Bilder" waren ALLE ausgestellten Exponate. Einige waren "abstrakt" gemalt, mit technischen Hilfs-mitteln exakt vorstrukturiert. Der Künstler verglich zwei seiner Exponate  mit Flaggen. ° Nun ist die Sache "Abstraktes" jedoch weitaus komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Jedes professionell gemalt Bild enthält, behaupte ich, auch "Abstraktes" bzw. abstrakte Maßstäbe im Bildaufbau, in der Farb-Komposition -Farb-Rhythmus. Selbst sog. "fotorealistische" Bilder enthalten Abstrakta.
Am besten gefiel mir -was natürlich auch Geschmackssache ist- eine Wand mit naiven bzw. scheinbar naiv gemalten Bildern. Ich nannte sie "literarisch", weil sie alle -unterschiedliche- Geschichten erzäh-len. Diese Bilder sind perspektivisch ungenau. U.a. dies macht m.E. ihren Charme aus. Sie erinnern an Werke der l'art brut, der "Rohen Kunst", womit Werke von Außenseitern und sog. "Geisteskranken" gemeint sind.
Chaotisch war die Veranstaltung von Anfang an. Völlig unüberschaubar wurde das Chaos aber erst, als der Künstler Namen wie Hegel, Nietzsche u.a. große Philosophen in die Runde warf. Ich hätte mir gerne mehr Konzentration auf die Exponate gewünscht, für mich "das Eigentliche" in diesem Künstler-Gespräch - neben dem Schöpfer der Bilder selbstverständlich. Als dann Tom Seidel auch noch sein großes musikalisches Vorbild J.S.Bach ins Gespräch einbrachte, fiel die Runde auseinander.  Es gab einige sehr interessante und gute Beiträge. Ich habe in meinem Leben an schätzungsweise 20 oder 30 "Künstler-Gesprächen" teilgenommen, einige davon auch geleitet. 
Es braucht Struktur, auch Vor-Strukturierung.
Mit dieser Meinung stehe ich im Widerspruch zu mancher Haltung, die sogar einige Kreative selber zum Ausdruck bringen. Ihrer Meinung nach sind Galerie-Gespräche u.ä. "reine Schwafelei". Ich dagegen denke, daß, auch wenn Exponate und Künstler-Innen im Mittelpunkt stehen, es durchaus anre-gend und interessant sein kann, über Bild und Künstler zu sprechen. Mit Respekt selbstverständlich. Ich lerne immer wieder. Auch an diesem Abend. 
                                                                                                      Raimund Samson




Mittwoch, 4. März 2026

Tom Seidel in der Galerie ALLES WIRD SCHÖN

 

Am Samstag den 7.März eröffnet um 19 Uhr die Heimfelder Galerie ALLES WIRD SCHÖN eine Ausstellung mit Bildern des Hamburger Musikers und Malers TOM SEIDEL. Es wird höchstwahr-scheinlich auch LIVE-Musik geben; ich hoffee, mit meinem Akkordeon einen kleinen Teil zum Gelingen des Abends beitragen zu können. Vielleicht auch greift Tom Seidel in die Tasten des haus-eigenen Klaviers.  °°°°°° Auch das KÜNSTLERGESPRÄCH dürfte sehr interessant werden.     °°° Die Galerie liegt ca. 7 min Fußweg von der S-Bahn Heimfeld entfernt.  """" Hinzugefügt am 16.3.26::

An diesem Abend machte mir das Spiel auf der Steirischen Harmonika viel Spaß. Auch deshalb, weil das Publikum sehr aufmerksam war. Tom und ich spielten abwechselnd. Tom improvisierte zu meinen Vorgaben. Teilweise gingen seine Improvisationen in J.S.Bach-Stücke über. Für mich inspirierend. 

                                                                                                                         Raimund Samson


 

Donnerstag, 26. Februar 2026

ALLES WIRD SCHÖN - Galerie

In Hamburg-Heimfeld gibt es die Galerie  "ALLES WIRD SCHÖN" in der Friedrich Naumann Str.27.  Ich stelle dort vom 14.-28.2. rund 40 Blder aus: Zwei ca. 1,20x0,95 m große Acryl-Blder sowie 39 rundforma-

tige Bilder, Duchmesser 28 cm. Die beiden Großformate entstanden vor ca. 16 Jahren,  °°° Die runden Blder entstanden in den letzten Monaten.  Ein Herr knallte mir einen -abgelaufenen- Jahreskalender auf den Tisch und fragte mich, ob ich damit "etwas anfangen" könne. Bereits nach wenigen Sekunden wusste ich damit etwas anzufangen. Es handelte sich um die Wiedergabe von Parolen wie "diversity", "Demokra-tie leben" u.a., die mittels Beamer auf Gebäude in Harburg projiziert worden waren. 

Die dazugehörigen Namen: DOMENIKA -weltberühmte Sexual-Arbeiterin aus Hamburg. ich begegnete ihr einmal in der Langen Reihe und grüßte "Hallo Domenika!". Sie schenkte mir ein Lächeln. Noch berühmter als Domenika ist JOSEF BEUYS. Ca. 1981 war ich einer der Mitbegründer der Freien Kunstschule Hamburg, an die auch das BEUYS-Projekt FIU angebunden war. "Jeder Mensch ist ein Künstler".  Ich war der erste "1. Vorsitzende" des Freie-Kunstschule-Vereins. Nach einem Jahr trat ich von meinem Posten zurück und aus dem Verein aus. Zur ersten großen Jahresausstellug war ich nicht eingezogen. Danke, ihr "Jeder ist ein Künstler" - Nachbeterinnen.  ° Der dritte in der Reihe ist Rosa von Praunheim, dessen Flm-Buch "ROTE LIEBE" ich vor knapp 20 Jahren neu herausgab. ...
Dieter Bohlens Musik mag ich nicht, aber ich habe großen Respekt vor ihm als DSDS-Juror. Er haute ein paar Kandidaten, die sich für ein Millonen-Publikum produzierten, vor laufender Kamera in die Pfanne. Es st schon ein paar Jahre her. Mir gefiel das, weil D.B. Charakter zeigte. °° Mutter Theresa ist in gewisser Weise das Gegenteil von Domenika. M.T. hat ein Menge für andere Menschen getan, unter Verzicht auf eigene Sexualität. Mein großer Respekt. ° Fernando Arrabal, der in diesem Jahr 94 wird, ist u.a. Autor des Buchs "Riten und Feste der Konfusion". Ich verehre den Dichter, Dramatiker, Filme-macher... 
Helga Goetze Sophia, meine Weggefährtin, mehr als 30 Jahre lang. Hauptdarstellerin in Rosa von Praunheims "ROTE LIEBE". °° H.C.Artmann, verehrter Dichter. Lebt in meinen Erinnerungen und Ge-danken weiter. °° Captain Beefheart alias Don Van Vliet. Musiker: von Blues über Experimental bis Pop, umwerfend stark, Koop u.a. mit Frank Zappa; auch ein großer Maler ... Auch er lebt in meiner Erinnerung weiter ...
Petr Kropotkin, russischer Anarchist und Theoretiker, 1
842-1921, "Die Eroberung des Brotes"; noch mal Cpt. Beefheart...; & Inge Viett, Terroristin, "Bewegung 2. Juni", von mir bewundert, da sie zweimal aus einem deutschen Gefängnis ausbrach; wir standen kurzzeitig in Briefkontakt; irgendwann antwortete Inge nicht mehr.
Bertrand Russell engl. Philosoph, Schriftsteller; sehr gute Aufsätze über Anarchismus, Sozialismus, Anarcho-Syndikalismus; Franco Basaglia, it. Psychiater, viele Jahre Antipsychiatrie-Aktivist; Oswald Wiener, Autor des legendären Buches "Die Verbsserung von Mitteleuropa - Roman"; eines meiner ab-soluten Künstler-Idole; im Habibi-Atelier hängen 2 großformatige Bilder, auf denen ich u.a. ihn zeige;  Weitere Rundstücke mit Bildern von Künstler-innen, Philosophen usw. in der ALLES WIRD SCHÖN-Galerie: Johnny Moped; Charls Bukowski; Florence Nightingale; RaiSon; Ray Davies; Salvatore Puig Antich; Hans-Joachim Klein;  R.W.Fassbinder; Bakunin; Erick Mühsam; Otto Muehl; Emma Goldmann; Alfred Brendel; Alfred Jarry; Salvador Dali; Sigurd Debus; Dieter Rot; Steve Marriott; Ronnie Lane; Wilhelm Reich; Sarah Wagenkncht; George Aurich; Jango Edwards; & nicht zu vergessen TOM SEIDEL, Kunstmaler, Kirchenorganist, Klavierspieler ... der entscheidend dazu Beitrug, daß Vernissage und Lesung erfolgreiche Abende waren. 
Mein DANK an alle Beteiligten!    

                                                                         Raimund Samson                                                        

         

                                                                  






Freitag, 20. Februar 2026

Bilder-Ausstellung im Habibi-Atelier

 

Seit 2 Wochen hängen im Habibi-Atelier (EKZ Arkaden, S-Bahn Harburg-Rathaus) Dutzende Bilder verschiedener Künstler-Innen. Ich bin stolz, daß von mir u.a. ein Acryl-Gemälde gezeigt wird, auf dem 4 Dichter der von mir bewunderten "Wiener Gruppe" abgebildet sind.
Von Ramon Castro sind insgesamt 9 Bilder zu bestaunen. 

MIMI ist 11 Jahre jung. Phantastisch, was sie für lebendige, meist lustige, sehr bemerkenswerte Bilder  schon malt!
2 Porträts, die ich von Künstler-Freunden anfertigte. Links FX Schröder, rechts Hadayatullah Hübsch, 2011 im Alter von nur 65 Jahren verstorben. Hadayatullah war nicht nur Geistlicher -Ahhmadyya-Islam- sondern auch ein wunderbarer Beat- bzw. Underground-Dichter. Es klingt vielleicht unwahrscheinlich, ist aber wahr: Islamischer Geistlicher & Underground-Poet in Einem.
Ein weiterer sehr talentierter junger Maler ist Renas. Er zeigt mehrere Dutzend Zeichnungen und Skizzen, teils farbig, teils mit Bleistift oder Kuli gezeichnet. Er arbeitet gegenständlich, figürlich, oft ins Abstrakte gehend.
2 weitere Bilder einer anderen Künstlerin ... 
Und noch 2 Bilder von MARYAM.      

°°° ACHTUNG: Die Auswahl dieser Bilder ist total subjektiv, ohne Anspruch auf allgemeine Gültig-keit. Es hängen außer diesen paar noch mehrere Dutzend teils herausragender Gemälde, Zeichnungen, Collagen u.ä. Bilder im Habibi-Atelier. Auch in den riesigen Schaufenstern sind tolle Bilder zu bestau-nen. °°° Das Habibi-Atelier ist Mo-Do. von 12-18 Uhr geöffnet. Es wird auch vor Ort gemalt, gezeich-net usw. Die nächste Ausstellung, ab ca. Mitte März, geht zum Thema "Rassismus".    

                                                                                                           Raimund Samson 








Dienstag, 20. Januar 2026

Mickey Rourke & Charles Bukowski

Mickey Rourke ist ein amerikanischer, einst sehr erfolgreicher Schauspieler, der ziemlich herun-tergekommen ist. So jedenfalls beschreiben ihn etliche Zeitungen und Magazine. Im September wurde er 73 Jahre alt. Rourke wirkt auf neueren Fotos alt und müde, nicht mehr star-like. Angeblich habe er riesige Mietschulden angehäuft, könnte vielleicht bald auf der Straße landen. °° Charles Bukowski, ein berühmter und vor Allem in Deutschland verehrter Dichter, starb 1994 im Alter von 73 Jahren.

Was haben die beiden gemeinsam? Wenig - oder doch einiges. Nicht ohne Grund wurden sie von mir auf ein und dieselbe Grafik plaziert. Denn beide sind bzw. waren Helden. Aus unterschiedlichen Gründen. Underdogs. Außenseiter. Dabei war Rourke viele Jahre das Gegenteil: Bewundert, beliebt, "dick im Geschäft", angehimmelt von vielen Frauen. Bukowskis erster Gedichtband, den ich Anfang der 70-er Jahre kaufte, hieß: "Gedichte, die einer schrieb, bevor er im 8. Stock aus dem Fenster sprang". Es erschien im MARO-Verlag.Der Dichter Bukowski sinnierte vom Suizid, aber er tat's nicht. Und Rourke? dachte velleicht auch schon mal daran. Aber hat sich durchgeboxt. Er war immer ein zäher Kerl, der sich nicht leicht umhauen ließ. Und er stand auch TATSÄCHLICH etliche Male im Ring: Und zwar bestritt er, als er Probleme im Film-Geschäft bekam, mehrere PROFI-Boxkämpfe. Die meisten davon efolgreich.
Zwei souveräne Typen.
Mein Respekt. 
Über Bukowskis Grab wächst heute Unkraut. 
Mickey Rourke wünsch ich ALLET JUTE, wie man in Köln so schön sagt. Es gibt immer wieder Fighter, die sich nicht endgültig geschlagen geben. Rourke ist so einer. Ich wünche ihm noch viele Jahre Kampf, Spaß, Erfolg, Unabhängigkeit... 
                                                                                   Raimund Samson 

Donnerstag, 1. Januar 2026

Ilse Gräfin von Bredow "Denn Engel wohnen nebenan"

 Was tut man nicht, um der Langeweile zu entkommen! Ein Bild malen ... aus dem Fenster schauen... eine Tafel Schokolde öffnen ... Ich bin wählerisch. - Diesmal nahm ich ein Buch aus einem großen Korb gebrauchter und zu Spottpreisen angebotener Bücher. Die Autorin: Ilse Gräfin von Bredow. Den Namen hatte ich noch nie gehört - oder, wenn doch, beiseite geschoben. Eine Gräfin?! Ich bin kein Linksradikaler mehr, aber ich hege immer noch, wenn auch schwächer werdend, Vorurteile gegen die Vertreter bestimmter Klassen.  ° Noch im Bus  begann ich zu schmökern.

Ich bin anspruchsvoll bei der Lektüre von Erzählungen und Romanen. Ich achte auf stilistische Eigen-arten, bin empfänglich für Bildsprache, Spannungsaufbau, kleine oder größere Überraschungen ... und das Ganze wohldosiert bitte! Auf den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, in einen zu dicht erzählten, mit Bildern übervölkerte Stoff geraten zu sein, aber ich las weiter. Zum Glück. Neugierig. Mir begann das Buch zu gefallen. Immer besser zu gefallen. "Denn Engel wohnen nebenan" ist ein Roman der Ver-treibung durch die Russen im WKII, also eine gewisse politiache Konstellation spielt im Hintergrund. Gott sei Dank nur im Hintergrund. Mir gefiel die Lebendigkeit in der Schilderung persönlicher Erleb-nisse, immer eingebunden auch die Geschwister und andere Familienangehörige der, ja tatsächlich!, echten Gräfin Ilse von Bredow. Die Frau konnte schreiben...! Unterhaltsam und präzise in der Information. ° Ihren Lebensunterhalt verdiente sie hauptsächlich als Journalistin in Hamburg. U.a. schrieb sie für das Abendblatt. I.G.v.B. starb 2014 im Alter von 91 Jahren. Das Buch erschien erstmals 1995 im Scherz-Verlag, 255 S., isbn 3-502-11076-x

                                                                                                   Raimund Samson