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Sonntag, 5. April 2026

Willi Dittmann Gedenken

Willi Dittmann, 15.5.1905 - 1.2.1945, war ein Soldat der Deutschen Wehrmcht. Er verweigerte 1943

den Dienst und wurde im darauf folgenden Jahr in Le Mans zum Tode verurteilt.  Anfang Februar 1945 wurde er hingerichtet. Sein Enkel  Jörg Arp und andere Aktivisten pflegen seine und die Grabstätte weiterer Männer, die dem Terror-Regime widerstanden und mit ihrem Leben dafür bezahlten.
Die Grabstätte liegt auf dem Ohlsdorfer Friedhof bei der Kapelle 9.
Weitere Informationen finden Sie unter   https://willidittmann.de/          O.L.M.O.e.V.  

Stolperstein für Willi Dittmann, 24. April 2009

Dokumentation über Deserteure, November 2013

Wehrmachtjustiz: „Rücksichten auf den Einzelnen haben zurückzutreten“, Januar 2019

Soldat – Kind – Zwangsarbeiterin – Deserteur (Biografie von Willi Dittmann: Seiten 153-163)

Verlesung der Opfernamen bei der ersten Gedenkfeier am 5. Juni 2010

Dranbleiben
an der eigenen Geschichte
Es gibt immer
etwas zu lernen
- auch wenn ich älter werde                                                Raimund Samson



 





Dienstag, 27. März 2018

Selfie mit COMPACT

Die neue COMPACT ist raus + gefällt mir wieder sehr gut! Besonders gefreut haben mich die Artikel "Lachnummer SPD", "Die Trümmerfrau" und "Seid ihr heute alle schön schwul gewesen", in denen auch Frauen ihr Fett abbekommen. Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts propagieren in diesem Land nämlich besonders penetrant die Political Correctness. Es ist ein Verdienst von COMPACT, mit den Säften der Ironie und Satire frische Luft in diese muffigen Gefilde zu tragen. °° Auch das Interview mit Guido Reil (AfD) und "Frühling des Widerstands", "Raubritter der Tafelrunde", "Mille grazie, Italia!" und und ... (ich will nicht alle aufzählen) sind sehr gut recherchiert und erzählt, präzise in der Analyse und Pointe. 

 
Eine Premiere erlebte ich gestern mit Compact im 5-er Bus in Hamburg-Mitte. Ich las in dem Heft - da sagte plötzlich ein junger Mann, der mir schräg gegenüber stand, "Du Nazi!" Ich ahnte den Grund für seine despektierliche Äußerung und hielt, auch für Umstehende gut sichtbar, das Heft etwas höher.  Der jM nahm meine Steilvorlage an und verfiel in einen oberlehrerhaften Ton: "Wer Compact liest, ist ein Nazi". Ich hielt zunächst den Mund, aber dann, als er mich weiter böse anstarrte, fragte ich: "Weißt Du, was ein Vollpfosten ist?" Keine Antwort. Ein Mann grinste. Ich setzte nach: "Nimm einen Spiegel in die Hand und schau dich an!" Mehr wollte ich im Bus nicht sagen. Dabei kannte ich den jM von einer linksradikalen Aktion in HH-Wilhelmsburg. 
Er mich auch? Wahrscheinlich. In meinem Stadtteil bin ich bei Linken inzwischen verschrien - eine persona non grata. Dabei war ich viele Jahre lang DER Protagonist "links"-beeinflusster, gegen den Strich gebürsteter Kunst und Kultur in HH-Wilhelmsburg. Einige steckten mich, grob vereinfachend, in die Schublade "Underground". Ich veranstaltete weit über 100 Lesungen, moderierte mehr als 200 Radio-Sndungen, organisierte Ausstellungen usw usw usw... tja.
                                                                                     --- Man lernt nicht aus !
Der jM verließ den 5-er ein paar Stationen vor mir. Von draußen fixierte er mich noch mal einmal mit bösem Blick, wie um sich zu vergewissern  ... 
                                                                                                     °° RS °° 

Freitag, 9. Februar 2018

Psychose - BÖSE Blume(n)

Mich beschäftigen seit meiner Pubertät (Ende der 60-er Jahre) psychische Erkrankungen und Versu-che, damit kreativ umzugehen. Ich entwickle Denkweisen, in denen Krankheit in Beziehung zu Kreativität steht: Kreativität als ideeller Therapie-Raum. Stichworte: Aktivierung von Phantasie und Überlebens-Wille... Die Gedanken sind nicht neu: Es gibt seit Beginn der Kultur Seelsorger, Erzieher und Mediziner -früher "Schamanen" genannt-, die bei Psychosen vorsichtig im Verabreichen von Medikamenten waren (- auch weil es die heutigen Pharma-Erzeugnisse noch nicht gab) und da-rauf setzen, den Patienten aus sich heraus zu aktivieren. Statt "krank-"- oder "wahnhafte" Äußerungen zu diskriminieren und den Betroffenen zum Verstummen zu bringen, werden selbige als Möglichkeit gesehen, in einen Dialog zu treten und den Patienten und sein Bewußtsein zu erreichen. Empathie spielt eine wichtige Rolle - wobei es mitunter schwer ist oder unmöglich erscheint, sich in die Seele und das Denken eines psychotischen Menschen einzufühlen, der sich jedem Kontakt widersetzt. Malen, schreiben, bildhauern, Theater spielen: Etwas mit sich und den eigenen Phantasien, Ideen, Ängsten usw. machen. Es gibt hier gute, von Kompetenz geleitete, aber auch dilettantische Ansätze, indem zB die Nähe von "Genie" und "Wahnsinn" beschworen wird. Das kann kurzfristig zu einer Aufwertung des Kranken führen; er schöpft evtl. Mut und Selbstvertrauen, aber den Beweis, daß er ein "Genie" sei, bleibt er meist schuldig. Sehr intelligente Patienten durchschauen auch übertriebenes Lob als eher hilflosen Versuch des Betreuers, Sympathie oder Freundschafts-Status zu erlangen.

Ich gehe a) von Selbetbeobachtung, und b) von Erfahrungen aus, die ich in der Betreuung geistig behinderter bzw. in forensischer Psychiatrie festgehaltener Menschen mach(t)e. 
Therapie ist für mich kein von Wundern begleiteter Weg, sondern mit täglicher Arbeit ver-bundenes Tun und Denken. 
Zu meinem Denk-Modell gehört die Annahme, daß in einem Menschen neben (angeborenem) Harmonie-Streben auch die Möglichkeit besteht, in Gegensatz-Widerspruch zu der ihn umgebenden Welt bzw. Situation zu treten. Dies muß nicht Symptom einer psychischer Erkrankung sein, kann sich aber in diese Richtung entwickeln. In jedem Menschen -dies lässt sich schon bei Säug-lingen/Kleinkindern beobachten- steckt die Möglichkeit zum Widerstand (bei Kleinkindern unbe-wusst).
Ein Erwachsener kann sich gegen Ausgrenzung, Mobbing, Stigmatisierung zur Wehr setzen - wobei die Gefahr besteht, daß man durch Gegenwehr die eigene Situation noch verschlechtert, auch wenn man eigentlich "recht" hat und Protest und Gegenwehr logisch und naheliegend erscheinen.

     
 Jeder einzelne "Fall" ist wert, mit größter Sorgfalt untersucht und behandelt zu werden.
                                                                                                                                              °° RS °° 

Mittwoch, 5. August 2015

Wut zu Widerstand

 

Mach deine Wut zu Widerstand
Trag deine Glut in Feindesland
Pack deinen Hut auf Kitsch + Tand
                         *
                    Setz in
                                 Brand
                             dein Land
                                                   mit  Ideen ...     
                                                                                
                                                                           *RS*            (Collage basierend auf
                                                                                                       KJÖ und KSV-Plakat)


Mittwoch, 29. Juli 2015

Protest gegen KuKlux-Klan

                                                              
Eine sehr witzige, originelle und KREATIVE Form des Protestes in Charleston, USA, gegen eine Demonstration des KuKluxKlan.
                                                                                *RS* 

Dienstag, 6. Mai 2014

Widerstand


Mein Denken ist kompliziert, besteht u.a. auch aus Widerstand.
Die Formel in der Collage wählte ich eher zufällig. Tatsache ist, daß ich (äußere) Zeichen als Signale werte, die mich beeinflussen. Von einigen lasse ich mich gerne anregen und beeinflussen, andere wehre ich am liebsten ab. Versuche es jedenfalls. Im Idealfall reduziere ich den Widerstand beim Empfang eines Signals auf Null (= möglichst große Offenheit). Da ich permanent unterschiedlichen Signalen ausgesetzt bin, bin ich auf Widerstände angewiesen, um die Anzahl der Signale klein zu halten, da ich ohne sie mit Zeichen, Lauten, Schwingungen, "Impulsen" usw. bis zur vollständigen Lähmung überschwemmt würde. 
        Gegen kommerzielle Werbung habe ich starke Abneigung, werde aber auch durch sie beein-flusst. 
                                                                                                          RS                                                                                                

Sonntag, 10. März 2013

Mobbing (2) - Klärungsversuch


Ich erhielt eine Antwort. Und einige Wochen später kam es zu einem Treffen, genauer: zu einem Gespräch unter acht Augen. Die Runde bestand aus Frau Schwieger, meinem direkten Vorgesetzten Guy „Lucky“ Stallmundt, Frau Kringel, Bereichsleiterin Ost, und mir.
Ich war sehr darauf bedacht, mir keine Blöße geben. Mit 60 darf man sich keinen Fehler erlauben. Auf keinen Fall zu locker auftreten! Deutlich sprechen ...
Meine Zahn-Prothese klebte perfekt, ich war frisch rasiert, mein Hemd und mein Schlips waren farbig aber unaufdringlich, meine Mütze saß gerade. Und ich auch.
Es gab etwas zu trinken und Kekse. Ich entschied mich für Mineralwasser.
Frau Schwieger kam schnell zur Sache.
„Herr Stallmundt“, dozierte sie, „wie kamen Sie nur auf die Idee, eine vertraulich gemeinte Äußerung weiter zu geben? Hier liegt deutlich eine Führungs-Schwäche vor. Sie scheinen ein wichtiges Prinzip unserer Firma noch nicht begriffen zu haben. Ich möchte nicht, daß so etwas noch mal passiert. Das gibt es bei uns nicht.“
Ich fand Lucky als Chef einigermaßen oke, auch wenn ich nicht mit allem einverstanden war. Nun tat er mir beinahe leid. Er war knapp 30 Jahre jünger als ich, wollte noch hoch hinaus und wurde in meiner Gegenwart, das heißt im Beisein eines Untergebenen, zusammengestaucht.
„Kann ich mich darauf verlassen, daß so etwas nicht wieder geschieht?“
Lucky antwortete leise und bedächtig. Er bestätigte die Einschätzung unserer Geschäftsführerin, daß er einen schweren Fehler begangen habe.
Einen Fehler machen – tut jeder. Aber einen Fehler „begehen“ – das war bereits ein Delikt. 
„Und  nun zu Ihnen, Herr Jähsinn.“ Frau Schwiegers rehbraune Augen fixierten streng mein Bril-lengestell. Das war nicht mehr Pipi Langstrumpf, die beim Termin mit den „Neuen“ ihren Kopf durch den Türspalt geschoben hatte.  Eine mächtige Frau saß mir gegenüber, Herrin über 800 Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter. 
Frau Kringel saß mit ausdruckslosem Gesicht, einer Sphinx ähnlich, rechts von mir.
„Wieso glauben Sie eigentlich, daß Sie in unserer Einrichtung mit Ihrer Arbeit richtig liegen?“
Frau Schwiegers feine Nasenflügel bebten vor Empörung.
Ich wollte ihren Satz nicht auseinander pflücken. Eigentlich hatte ich mit einer vagen Entschuldigung gerechnet oder zumindest heimlich darauf gehofft. Jeder kann sich mal irren und einen Menschen falsch einschätzen. Und man kann sich auf lustige Art dafür entschuldigen. Ohne das Gesicht zu verlieren. Ist doch menschlich, mal etwas zu streng zu sein. Nun war klar, daß es kein befreiendes Lachen geben würde. Ich musste bis zu Ende schauspielern. Ich konnte doch nicht sagen, daß ich die Situation unerträglich und zum Kotzen fand. Es handelte sich hier um Mobbing, um den Versuch, mich sozusagen von höchster Warte aus von meinem Arbeitsplatz wegzuekeln.
Ich riß mich zusammen.
„Frau Schwieger, ich meine, daß ich hier genau richtig bin. Ich kann mir keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. Er ist mir sozusagen auf den Leib geschneidert. Die ganzen Umstände. Schon vor mehr als 30 Jahren sammelte ich Erfahrungen mit geistig und körperlich behinderten Menschen. Ich arbeitete in geschlossenen Häusern, damals als es die große Anstalt noch gab. Ich studierte im Hauptfach Pädagogik, im Nebenfach Psychologie, und legte mehrere Urlaubs-Semester ein, um den Kopf frei zu bekommen von Wissenschaft und Theorie. Ich machte die Erfahrung, daß es mir leicht fällt, Kontakt zu geistig Behinderten aufzubauen.“
Frau Kringel sagte nichts.  Sie saß bewegungslos, schien nicht mal zu atmen.
Lucky nippte an seinem Kaffee.
„Und weshalb haben Sie nach dem Studium eine andere Laufbahn eingeschlagen, wenn Ihnen der Kontakt mit behinderten Menschen, wie Sie behaupten, leicht fälllt?“
Ich nahm einen Schoko-Keks.
Was für eine Situation. Musste ich mich rechtfertigen, weil ich nach dem Studium fünfzehn Jahre als Puppenspieler durch die Lande gezogen war?
Naja“, erwiderte ich. Ich wollte cool wirken; bloß nicht emotionalisieren. Zwischen mir und einem tiefen Abgrund lag nur eine Winzigkeit. Und ich war nicht allein mit der Geschäftsführerin. Sechs Ohren hörten mit.
Es hatte eben „einige Jahre gedauert“, versuchte ich zu erklären, um zu meiner eigentlichen „Berufung“ zu finden, nämlich die Betreuung von Außenseitern und Behinderten. Ich flunkerte ein wenig. „Berufung“ war ziemlich hoch gegriffen. Aber irgendwo stimmte es auch. Ich habe tatsächlich feine Antennen für Außenseiter, auch für geistig und körperlich behinderte Menschen. Ich spüre in Nullkomma-nichts, wie die Machtverhältnisse sind.
Ich möchte meine Leser und Leserinnen nicht mit der vollständigen Wiedergabe des Gesprächs langweilen. Nur so viel noch: Frau Schwieger versuchte mich darauf festzulegen, daß ich Künstler sei und in der Firma Kunst längst nicht mehr die Rolle spiele, die sie „womöglich vor 30 Jahren“ innehatte. Sie hatte wohl mitbekommen, daß ich als Maler und Bildhauer mich mit dem Thema Rollstuhl beschäftige. Ich gab zu bedenken, daß ich Diplom-Pädagoge sei mit dem Schwerpunkt „Außerschulische Jugendarbeit und Erwachsenenbildung“ und mich aufgrund persönlicher Fähigkeiten, ganz abgesehen von meiner wissenschaftlichen Qualifizierung, gut fühle an meinem Arbeitsplatz und meine Tätigkeit gerne verrichte.
Es gelang mir nicht, die Gedanken unserer Geschäftsführerin zu lesen. Wollte sie einen Wutanfall bei mir erzeugen? Sie löste die Runde nach einer Dreiviertelstunde auf und entließ mich mit den Worten:  „Na, dann zeigen Sie mal, Herr Jähsinn, daß Sie bei der AGSM am richtigen Ort sind“.   
  Die Namen der Personen sowie der Firma wurden geändert.          *Robert Jähsinn*
                                                                                       Fortsetzung folgt.
                  

Donnerstag, 31. Januar 2013

Der nackte Arsch des Bürgermeisters



Es war etwas ruhig geworden um den Konfliktherd Elb-Insel, wo seit 2007 der hochgepimpte deutsche Staat mit IBA, igs und dem Rückenwind fast aller Parteien seine Allmacht demonstriert.  Nun zeigten Engagierte Wilhelmsburger mit einem beeindruckenden Spektakel, daß sie sich noch lange nicht alles gefallen lassen. Auslöser der Demo vor dem Hamburger Rathaus war die offenbar endgültig beschlossene Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße, gegen die vor allem Anwohner schon lange protestieren. Wut erzeugt nicht nur, daß die Interessen der unmittelbar betroffenen Bürger übergangen werden. Dies könnte ja immerhin das Resultat eines demokratischen Meinungsbildungs-Prozesses sein. Als beinah schlimmer wird gesehen, daß –aus taktischen Gründen- von der SPD, Grünen usw. scheinbar Bürgerbeteiligung zugelassen und organisiert wird - - aber die Ansätze entpuppen sich als Farce, als Inszenierungen, die mit Wahlkampf zu tun haben und nicht damit, daß die Interessen der Menschen vor Ort ernst genommen würden. *** Die Wilhelmsburger greifen zu drastischen Mitteln, indem sie einer großen Puppe, die Bürgermeister Olaf Scholz darstellt, mit heruntergelassener Hose einen Riesen-Scheißhaufen hinsetzen lassen. Plakate und Transparente mit Aufschriften wie ICH SCHEISSE AUF BÜRGERBETEILIGUNG IN WILHELMSBURG, TODESFALLE NEUE REICHSSTRASSE, KURZ VOR STEINE WERFEN , WIR WOLLEN RUHIG SCHLAFEN! ,, geplant verarscht  usw. deuten das Ausmaß der Wuit an. *** Viele Fotos und Informationen finden sich auf http://www.zukunftsplan-statt-autobahn.de/. Die Website der Engagierten Wilhelmsburger wird gerade überarbeitet.  ***RS***