Kulturjournalismus, in Bildern denken, Gegenöffentlichkeit, Experiment, Schutzengel
Mittwoch, 26. August 2026
Georgine Kellermann "Der lange Weg zu mir selbst"
Montag, 29. Dezember 2025
Jhamala Katharina Goerttler : WELTEN
Untertitel: WEG VON DER PSYCHOSE
"Was für eine tolle Idee", denke ich: Eine Frau lässt sich psychiatrisch behandelnn, weil sie sich für krank hält und -ein Symptom- Stimmen hört. Wie hilfreich könnte ein Buch sein von einer, denke ich, welche die von Angst und Schrecken geprägte Institution Psychiatrie von Innen heraus erlebt. Und sodann mit einem hohen Maß an Kompetenz darüber schreibt. Kritisch.
"Sie hat das Gefühl, jemand anderes steuert und lebt ihr Leben. Sie fühlt sich um ihr bisheriges Leben betrogen. Sie fühlt, daß es in ihrem Leben gar nicht um sie geht", lese ich auf der Buch-Rückseite. ::: Was für viel versprechende Sätze! Allein in Hamburg gibt es tausende, nein: zigtausende Menschen, die sich um ihr Leben betrogen fühlen. Die das Gefühl haben, daß es nicht um sie gehe. ... & weiter in diesem plotartigen Stil: "Schritt für Schritt taucht die Autorin in ihre bisherigen Lebenswelten ein und transformiert sie." Liest sich interessant; bisherige "Lebenswelten ... transformiert..." ?? ° Solche Sätze machen nugierig. Ich bin gespannt, aber auch skeptisch. Ich selber habe, supersensibel, eine lange Geschichte mit psychischen Ängsten hinter mir, in der ich viele Wege versuchte und teilweise ging. Dabei haben mir immer wieder Dichter-innen und Schriftsteller, aber auch bildende Künstler-innen, Musiker, Filmemacher Anregungen gegeben. ° Also begann ich, das Buch von vorne zu lesen. Und stolperte gleich über den ersten Satz: "Krankheiten sind dazu da, sich selbst besser verstehen zu lernen". Solch eine Behauptung könnte ich mir als Resümee vorstellen - aber als Anfang? Ich lese weiter. Die Erzählungen einer Autorin, die offen- oder schein-bar sehr klug ist - und zielstrebig, leider auch pedantisch, innere wie äußere Vorgänge beschreibt. °°° Ich lese und lese ... bis Seite 79. Plötzlich fühle ich mich gelamgweilt. Angeödet. Und mir fällt der Spruch eines weltberühm-ten Dichters ein, der einst zu Papier brachte: "Man spürt die Absicht und ist verstimmt". Das Buch hat mehr als 230 Seiten. Die Sprache kommt mir auf Dauer eintönig vor, eingleisig. Was ich auf 79 Seiten lese, lässt sich, ohne Substanz-Verlust, auch auf 7-9 Seiten schreiben, denke ich. °°° Mir fehlen allgemeinere Statements zur Situation psychisch Kranker in diesem Land. Ich habe täglich mit der Problematik zu tun. Leider kreisen die Erzählugen von Frau Goerttler allein um ihre eigene Geschichte. Die darauf hinausläuft, daß sie, angeblich, seelische Leiden heile. Der Text auf der Rückseite des Buchs endet mit dem Satz "Jhamala heilt". Die Frage ist nur: Wen? Ein Buch kann sensibilisieren ... Anregungen geben. Ich bezweifle, daß die Autorin J.K.Goerttler andere Menschen heilt. °° Siehe auch diesen meinen Blog: http://raimundsamsonkreativ.blogspot.com/2025/09/psycho-day-2018-2025.html
°° Verlag "Glücksuniversum" 232 S., isbn 978-3-949536-27-4 30,18 € -Amazon-
Raimund Samson
Dienstag, 21. Oktober 2025
Dieter Hildebrandt - Der Anbieter
Das Buch erschien vor 31 Jahren. Ich "erstand" es für lächerliche 50 ct. Hildebrandt erspinnt ein bös-sarkastisches Interview mit einem Vertreter der TV- und Rundfunk-Medien. Der Mann heißt "Wanzek" und wird als "Medienhändler" bezeichnet. Der Autor beginnt bereits im Vorwort mit spitzer Feder, Witz, Ironie und Schlagfertigkeit seine spannende Humorlandschaft mit Sprach-Raketen, netten Rohrkre-pierern, ironischen Pointen, Wort- Hinterhalten usw. zu konstruieren. Vieles ist auch Klartext. S.7- 8 : "Die regierenden Parteien halten inzwischen flächendeckend die deutsche Medienlandschaft besetzt, hie und da noch aufflackernder Widerstand wird niedergequotet, das Volk erhält seine Anweisungen über den regierungseigenen Kanal SATI. Ab der nächsten Legisla-turperiode wird die digitale TV-Wahl eingeführt. Das Votum wird über Ted ermittelt. -Anm.: TED = Technology-Entertainment-Design
Mittwoch, 15. Oktober 2025
Wolfgang Hildesheimer - MOZART
Gut 400 Seiten geballte Information, Erzählung, wissenschaftliche Analyse; das Ganze in einer denkbar präzisen Sprache. Wolfgang Hildesheimer, 1916-91, gelang mit seinem Mozart-Buch ein Meis-terwerk. Das Buch erschien bereits 1977, erst jetzt las ich es. Mozart war ein Genie, aber in meinem Gedächtnis auch eine Art Klischee-Figur. Ich befasste mich lieber mit anderer Musik. °° Hildesheimer bestätigt viele Dinge, die bekannt sind, zB daß der weltberühmte Komponist bzgl. seines Werkes Rätsel hinterließ, die nicht mehr gelöst werden können. Dabei gehört seine Vita wie auch sein umfangreiches Werk zu den besterforchten Gegenständen der Musik-Historie. Biografie-Forschung ist eine eigene Sparte. °° Der Autor kennt sich bestens aus, auch in den Termini der musik-wissenschaftlichen Begriffs-Sprache. Aus Bewunderung für das Hildesheimer-Buch gerate ich ins Schwärmen - vielleicht darf ich so sagen: "MOZART" ist eine Art ultimatives Werk, mit größtmöglcher KOMPETENZ verfasst. Ich wüsste nicht, was ein schreibender Mensch noch besser machen könnte, 236 Jahre nach dem Tod des österreichischen Komponisten. Wenn dem Wunderkind-Genie durch Erzählung und Wissenschaft Ge-rechtigkeit widerfährt, dann mit diesem Buch. Was nicht bedeutet, daß es nicht noch andere sehr gute Bücher, Erzählungen, sozio- wie psychologische Abhandlungen u.ä. zum Thema gäbe.
Was ich nicht wusste, vom Autor des Buches aber ziemlich plausibel beschrieben wird: Mozart war kein besonders guter Menschenkenner. Dies ist wohl auch eine, vielleicht die Haupt-Ursache für den sozialen Niedergang des überragenden Mannes. °° Die sehr ausführliche Zeittafel geht über 20 Seiten. ° Die schiere Menge der Kompositionen, die Mozart von seinem 7. Lebensjahr bis zu seinem Tod als 35-jähriger schrieb, ist gigantisch. Das Köchel-Verzeichnis umfasst 626 Werke. Ca. 150 davon werden im Hildesheimer-Buch erwähnt bzw. ausführlicher besprochen. ° Zum Buch gehört auch ein ausführliches Personenregister. °° Sorry für das mehr geschmier- als ge-malte Hildesheimer-Porträt. Im Internet finden sich auch viele gute FOTOS ... Raimund Samson
Donnerstag, 21. Juni 2018
Ein "Pegida-Opa" aus Sachsen erzählt ...
Paul Groh ist ein Facebook-Freund aus Sachsen. Er trägt den Beinamen "Pegida-Opa". Dies bedeutet, daß er ein PEGIDA-Veteran ist und, knapp 72 Jahre alt, zu den älteren Protestlern zählt. Groh alias Steffen Musolt (so sein "richtiger" Name) war schon zu DDR-Zeiten nicht system-konform. Er gehörte nicht zum SED-Regime, sondern war Mitglied der CDU.
Nun hat er seine Erinnerungen aus der Zeit nach dem Mauerfall veröffentlicht.
Für mich hat PEGIDA nun ein weiteres, sympathisches Gesicht.
Samstag, 17. März 2018
Martin Mosebach: "Die 21"
Sonntag, 19. November 2017
Alexander Gauland - Konservativsein
Dienstag, 19. September 2017
Joey Kelly - "Hysterie des Körpers"
Mittwoch, 30. August 2017
Alexandra Manske: "Kapitalistische Geister"
Dienstag, 8. August 2017
Max Reinhardt: Die Träume des Magiers
Die Rede über den Schauspieler ist auch in dem Buch abgedruckt.
°° RS °°
Sonntag, 26. März 2017
Mutige Menschen - Jürgen Hobrecht
Samstag, 5. Dezember 2015
Ernst Toller - Eine Jugend in Deutschland
Donnerstag, 8. Oktober 2015
Henryk M Broder "Das ist ja irre"
Montag, 21. September 2015
Achtung, Lesen gefährdet Ihre Dummheit!
Dienstag, 4. August 2015
Franz Kromka "Markt und Moral"
wissenschaftler und Wirtschaftsminister von 1949-63. Als Nicht-Fachmann habe ich das Buch mit Staunen, Neugier und Interesse gelesen. Zwischendurch kam einmal etwas Langeweile, aber nur über ein paar Seiten. Wer wirklich wissen möchte, was freie Marktwirtschaft in der BRD bedeutet... oder bedeuten könnte... wer keine Scheuklappen hat oder selbige loswerden will bezüglich konservativer Meinungen und Lebenshaltungen ---was ist "konservativ"?? Eine selten gewordene Geisteskrankheit? Eine Säule der Konserven-Industrie? Ein vom Bildungs-Ministerium eingerichtetes Reservat, fein und so klein, daß es regelmäßig übersehen wird?--- wer sich mithin über etwas informieren möchte, über das gemeinhin vor allem Gerüchte existieren, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Zu den Gründervätern der Marktwirtschaft zählt Kromka neben Ludwig Erhard u.a. Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow, Alfred Müller-Armack, Friedrich A. von Hayek, Walter Eucken, die immer wieder zitiert werden. Von diesen Herren habe ich, wissentlich zumindest, noch nie etwas gelesen. Ich betrete mit diesem Buch also ein Gebiet, auf dem ich mich kaum auskenne - erfreulicherweise ist der Boden, über den ich gehe, sind die Ecken, die ich betrete, Ecken und Hecken, sorgsam gepflegt. Mit anderen Wortren: Das Buch ist gut verständlich geschrieben. Ich brauche nicht Ökonomie- oder Soziologie-Fachmann zu sein, um den Darlegungen folgen zu können. Es werden auch Autoren genannt, die mir, jedoch nicht als Ökonomen, bekannt sind, wie zB Karl Popper, Arnold Gehlen. Auch Schelsky wird erwähnt. Zu den Fundamenten der freien Marktwirtschaft nach dem Kriege zählte in Deutschland auch das katholische Subsidiaritäts-Prinzip, dem gegenüber ich mich als Heranwachsender verschloß, rein aus Trotz, und aus Mißtrauen gegenüber allem Katholischen - das mich aber heute interessiert. ** Ich denke, dieses Buch ist mit Emapthie geschrieben - mit Einfühlungsvermögen gegenüber Lesern, die nicht unbedingt studierte Fachleute sind. Kromka gelingt es, meine ich, hoch-komplizierte Sachverhalte und Entwicklungsprozesse gut verständlich und nachvollziehbar zu erklären - ohne Fakten und Zusammenhänge zu beschneiden oder gar zu verstümmeln. Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen, um in die Materie einzusteigen. Ich stimme dem Autor längst nicht in Allem zu, größtenteils aus Unwissen bzw. einem bestenfalls laienhaften Verständnis von Marktwirtschaft, teilweise auch, weil ich "es" besser zu wissen glaube: Die scharfe Ablehnung Kromkas der Lehre von Siegmund Freud etwa. ABER: Insgesamt fühle ich mich sehr gut informiert. Weil Kromka auch die Stufen und Leitern bzw. Brücken zeigt, über die man zu seinen Thesen, Einsichten, zu seiner Haltung gelangen kann. Ich meine damit die von ihm erwähnten Wissenschaftler und Philosophen. Voll einverstanden, ohne Abstriche, bin ich mit Franz Kromkas Haltung bezüglich der Verantwortlichkeit, die jeder Mensch übernehmen sollte. Und die auch eine Erziehungs-Aufgabe ist. 244 Seiten, Lichtschlag-Buchverlag
*RS*












