Letzten
Samstag gab es eine Demo gegen IBA, igs, Gentrifizierung. Schätzungsweise 500
Demon-stranten marschierten auf, die Polizei war mit ca. doppelt so viel Leuten
angetreten. Ich ging zum Hochbunker in
der Neuhöfer Straße, um zu fotografieren und zu filmen. Dabei entwickelte sich
ein unfreundlicher Dialog mit Leuten aus dem „Schwarzen
Block“. * Ich finde es eine
Dreistigkeit und Unverfrorenheit, das Demonstrationsrecht in Anspruch zu
nehmen, also öffentlich und publicity-trächtig aufzutreten, und gleichzeitig zu
verlangen, nicht fotografiert oder gefilmt zu werden. Schät-zungsweise 95 oder
99 % der SB-Leute kommen nicht von
der Elb-Insel. Sie sind hier nicht engagiert, interessieren sich auch nicht für
die Belange und Probleme der Bewohner. Sie ziehen eine Show ab. Das ist ihr gutes
Recht. Und ich beharre auf meinem Foto-, Film- und Dokumentier-Recht.
Un-glaublich, daß ich als Wilhelmsburger Gäste um Erlaubnis fragen soll, wenn ich
sie beim Demon-strieren vor meiner Haustür filmen will. *** Abgesehen von meinem
persönlichen Ärger: Es ist ein schwerer
taktischer Fehler, sich selber und eine erlaubte Demonstration quasi zu
illegalisieren. Dahinter steckt nicht eine realistische Einschätzung der
Situation, sondern romantische Räuber + Gendarm-Phantasien, Kriegsspiele. Totale
Selbstüberschätzung. Politische Arbeit muß
darauf hin-ausgehen, die hiesige Bevölkerung von der Notwendigkeit des
Widerstandes zu überzeugen und auf Möglichkeiten zu verweisen, Sinnvolles zu tun. Der Schwarze Block erreicht die Bevölkerung
garnicht. Kein Wunder. *** Man kann radikal,
phantasievoll und zielgerichtet demonstrieren. Das beweisen immer wieder die Engagierten Wilhelmsburger mit ihren
Aktionen.
**RS**