Donnerstag, 6. September 2018

Anti-Merkel&Co-Demo HH-Gänsemarkt

Nach 5 Monaten Pause wurde erstmals wieder eine Kundgebung gegen die katastrophale Migrations-politik der Regierung organisiert. 
Treffpunkt war der Gänsemarkt. Ich war mit einem Freund verabredet - der aber nicht kam.
Dafür hatte ich zwischen Stephansplatz und Gänsemarkt die erste Begegnung mit einem Antifanten. "Kamera weg!" herrschte das unbekannte Wesen mich an. Ich hab ihn in meiner Collage verewigt   ...   Erkennt ihn jemand? ---


Am Stefansplatz dann POLIZEI POLIZEI POLIZEI.
    in schwarz 
         SCHWARZ    
                    ScHwArZ (einige wenige mit blauen Überziehern...)
                               später etliche
                         in voller Kampfmontur ---
              Es wimmelte nur so ...
       Auch Wasserwerfer standen bereit - dabei war es garnicht mehr sooooooooo heiß (immerhin schon der 5. September !!! - oke: ein warmer Spätsommer   ...)


Plötzlich kam mir eine Intuition:
         Ich "sah" mit einem Mal Soldaten, die Schokolade an Kinder verteilten ...
    Es war (noch) nicht echt, sondern ein Spiel --- Aber der Gedanke, daß in Hamburg Leute auf die Straße gehen, die Bürgerkrieg wollen, habe ich seit letztem Sommer immer wieder. Die Aufmärsche der sogenannten "Antifa" befördern diese Vorstellung in mir. Nicht nur angesichts der Bilder des randalierenden Mobs beim G20-Gipfel. Auch die verbalen wie körperlichen Attacken, die von "Antifa" ausgehen, wenn jemand es wagt -zB bei Anti-Merkel-Demos- öffentlich eine politisch NON korrekte Meinung zu äußern, bestärken mich in meiner Vermutung, daß bürgerkriegsähnliche Zustände angestrebt werden. 
     Zurück zur Veranstaltung am Mittwoch ...:

Zwischen 19 und 20 Uhr traten mehrere Rednerinnen vor das Publikum; eine Frau aus dem Ham-burger Orga-Team machte den Anfang, dann ergriff ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern das Wort, anschließend ein Herr aus Stuttgart, danach redeten eine Frau und ein Mann aus Mainz, von der dortigen Demo-Gruppe, und schließlicht ein Pegida-Vertreter aus Dresden. Er schlug vor, daß beim nächsten mal "jeder einen mitbringt" - "dann sind wir schon doppelt so viele". Und die Anzahl der Gegendemonstranten würde auf die Hälfte schrumpfen ... Die Anzahl der Kundgebungsteilnehme-rinnen an diesem Abend: ca. 200-250 ... - denen auf der Gegenseite bzw. ringsum ca. 5000 "Antifanten"+ Co. gegenüberstanden und brüllten, was das Zeug hielt - (Einschub: lt. Matthias Matussek in Jf 14.9. standen 187 Demonstranten 10.000 Gegendemonstranten gegenüber). Ich bin skeptisch, was die Steigerung der Teilnehmer-Zahlen betrifft. Die mediale Hetze ist unglaublich. Das Orga-Team wird pauschal als "rechtsextremistisch" verteufelt - und alle Kundgebungsteilnehmerinnen werden in die gleiche Ecke gestellt. Einen genauso großen Druck erfahren viele Anti-Merkel-Demonstrantinnen in ihrem privaten Umfeld. In den östlichen Bundesländern scheint dies, im Unterschied zu Hamburg, kein Problem zu sein. °°° Ich finde es unerträglich, wie in Hamburg die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird. DESHALB ging ich zu der Veranstaltung. Ich bin persönlich betroffen als Künstler - siehe auch 
https://www.youtube.com/watch?v=hqG7VKzltEI      und
https://www.youtube.com/watch?v=AHxCPkpwKwE
--- Trotz eines Riesenaufgebots an Uniformierten gelang es zweimal einer Gruppe von sogenannten "Antifaschisten", zu den Anti-Merkel-Demonstranten vorzudringen.
  Hier zwei Momentaufnahmen:
     

Mein Vorschlag fürs nächste Mal: Nur ein oder zwei Rednerinnen von außerhalb einladen - statt-dessen mehr auf hiesige Demo-Teilnehmerinnen bauen. Es geht nicht um professionelles Rednertum, sondern darum, die Anonymität hier aufzubrechen und Strukturen zu kreieren, aus denen mehr entstehen kann.
An jedem ersten Mittwoch im Oktober, November und Dezember soll wieder demonstriert werden. Im Dezember am Dammtorbahnhof.
°°° Danke für die Aufmerksamkeit , lieber Leserinnen. Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Informationen etwas anfangen. Naja, mir ist die Phantasie etwas durchgegangen, sorry - aber bei diesen sogenannten "Antifaschisten" vielleicht verständlich ...  ?? !
                                                                              mit kreativem Gruß
                                                                                       °° Raimund Samson °° 


Montag, 3. September 2018

Von FJ Strauß lernen ...

Am 3. Oktober jährt sich zum dreißigsten Mal der Todestag von Franz  Josef Strauß. Kein Politiker und Staatsmann polarisierte nach dem Krieg wie dieser Mann. Viele Politiker sind längst in Verges-senheit geraten - ganz anders ER ...


Meine Geschichte mit Strauß beginnt ca. 1977 in Hamburg. Wir, d.h. Teilnehmer eines linken Demonstrationszuges, marschierten im Schrittempo über den Jungfernstieg und brüllten Parolen. Eine davon war "Hätten sie Strauß abgetrieben, wär uns viel erspart geblieben!" Ich war mit Leuten vom KB (= Kommunistischer Bund) unterwegs. Strauß-Gegner waren wir alle - es gab in meinem Freundes- und Bekannten-Kreis nicht einen, der Strauß gelten ließ. Er war DER FEIND schlechthin. Ich brüllte alle von KB-Einpeitschern vorgegebenen Parolen mit - aber bei dieser blieb mir die Wut im Halse stecken. Ich war gegen den CSU-Mann, aber Abtreibung? - lehnte ich ab. Irgendwie war es peinlich. Ich wollte dazugehören - aber nicht um jeden Preis... Ich war schon damals gegen Abtreibung. So kam der erste Riß in meine linke Polit-Geschichte. Er führte jedoch nicht dazu, daß ich das Lager wechselt und mich "rechts" orientierte. Ich blieb "links", begann mich aber aus politischen Zusammenhängen heraus zu ziehen.
Mehr als 40 Jahre später, um manche Lebens-Erfahrung reicher, fange ich an, mich intensiv mit dem 1915 geborenen Politiker Franz Josef Strauß zu beschäftigen. Die Biografie von Horst Möller (2015) bietet dazu reichlich Gelegenheit. 


Auf mehr als 700 Seiten, zuzüglich 100 Seiten Anmerkungen, Stichwort- und Literaturverzeichnis wird von dem Geschichts-Professor Möller ein Lebenslauf nachgezeichnet, der an Genauigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Minutiös wird die gesamte politische Karriere von FJ Strauß (1915-88), die unmittelbar nach dem Krieg begann, nachgezeichnet, mit allen Facetten. Der Landespolitiker, der Bundestagsredner, Weltpolitiker (FJS war der erste hiesige Politiker, der in China offiziell empfagen wurde und u.a. Mao traf...). Ich lese das Buch mit Begeisterung - trotz seiner Länge wird mir nicht langweilig. In der Öffentlichkeit ist vor Allem das Bild des Berserkers präsent, der verbal über die Strenge schlug.  Daran ist einiges wahr, aber wahr ist auch, daß dieser unbändige Mann stets auch zur Versöhnung bereit war. Er war nicht nur dem Wortlaut nach Christ. Er wurde jahrzehntelang mit öffentlichen Haßbekundungen, Verleumdungen und boshaften Intrigen eingedeckt. Es gelang nicht, ihn zur Strecke zu bringen. Aber selbst mit seinem "Lieblings-Feind" Augstein (SPIEGEL-Hrsg.), der etliche Male sein Magazin nutzte, um den bayrischen Politiker heftigst zu attackieren und bloß zu stellen, trank Strauß auch schon mal Whiskey. Die permanenten Querelen gingen nicht spurlos an FJS vorüber. Er war ständig mit Verleumdungs- und Widerspruchsklagen befasst - bzw. ließ eine Anwaltskanzlei für sich arbeiten, die Jahrelang eine Pauschale von 36.000 DM erhielt. Also GELD - hatte Strauß. Reichlich. Natürlich versuchte man ihn auch über diese Schiene zu desavouieren. Biograf Horst Möller hat auch diesbezügich genau recherchiert. In keiner Phase konnten Strauß Widerrechtlichkeiten bei seinen Einnahmen nachgewiesen werden. Er hatte bedeutende Nebenein-nahmen durch Immobiliengeschäfte, als Testamentsvollstrecker u.a. - alles im legalen Rahmen. 


Er war ein "Arbeitstier", ein leidenschaftlicher Politiker, der keine Angst vor Gefühlen hatte und sie fast überall zum Ausdruck brachte - ohne Sachverhalte zu verzerren. Auch wenn er bisweilen über die Stränge schlug. Er war ein äußerst akribisch und genau planender Mann. °° Als Redner war er genial. Man soll mit dem Wörtchen "Genie" sparsam umgehen, gerade bei Politikern, aber auf den Redner Franz Josef Strauß trifft es m.E. zu. Er hielt in seinem Leben tausende von Reden, stets sachbezogen - und gleichzeitig unterhaltsam. Er bezog sein Publikum mit ein. Er brauchte kein Papier, von dem er ablas - er war in der Lage, aus dem Stegreif komplizierte Sachverhalte zu erklären, auf eine kontroverse Art, die eine seltene Professionalität hatte. 

Es gibt AfD-Fans, die meinen, Strauß würde heute ihre Partei wählen. Ich glaube das nicht. Natürlich würde Strauß die AfD ernst nehmen, auch als Konkurrenz für die CSU, aber er würde auch die Schwachstellen der AfD kennen und nennen. Er würde klar machen, daß die AfD aufgrund der katastrophalen Migrations-Politik der Regierung stark geworden ist - aber damit noch längst nicht in der Lage wäre, selber zu regieren; d.h.: Auf manchen Gebieten der Politik hat die AfD weder Erfahrung noch Kompetenz vorzuweisen. 
Aber das ist natürlich nur meine Interpretation.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit Franz Josef Strauß auseinander zu setzen. Man kann auch von ihm lernen, eine Menge sogar - zB Politik ist ARBEIT. Tägliche Arbeit. FJ Strauß hat sich ständig weiterentwickelt, seine Kompetenz erweitert, sein ganzes Leben lang. Er hat sehr viel gelesen. 
Auch wenn das Buch von Möller sehr umfangreich ist: Ich kann es wärmstens empfehlen. 
                                                                                                                    °° Raimund Samson °°