Dienstag, 31. Dezember 2013

Ein frohes Neues!


Sind Sie auch gut reingekommen? 
                                                           **RS**
                                                                                 Stadtteilkünstler

2014 - Baustellen

Das Leben ist eine Baustelle. Wir werden nie damit fertig, an uns zu arbeiten. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, daß sie weiter kommen. Auf etwas zurückblicken, das Du / Sie / ihr selbst geschaffen habt. * Ich ließ mich von politischen Gedanken und Ideen beeinflussen. Bis zu einem gewissen Punkt. Dann zog ich mich zurück. Wieder zurück. Um erneut öffentlich, "politisch" zu werden - und wiederum: Rückzug. Offensive und Defensive. + Ruhepausen. Wo sind die Grenzen? Manche werden mir von außen "unliebsam", aufgezeigt. Andere spüre ich innen. + und dann gibt es Leute, die einen anspornen, immer weiter nach vorne zu gehen. Weil ihnen selber der Mut dazu fehlt? ** Texte sind Baustellen. Gedichte. Bilder, Filme, behauene Holzklötze, mein Bücherregal, mein Stadtteil, Beziehungen. :: Lauter Baustellen. ** Ich weiß nicht mehr, was ich mir Ende 2012 für dieses Jahr vornahm. Es ist eine Menge passiert.  ***RS***

  

Montag, 30. Dezember 2013

Günter Abramowski : "Vom Turm" (Gedichte)

Mein täglicher politischer Kampf: attackieren + verteidigen (Rückzug absichern), läßt mir  Panzer wachsen + macht mich in mancher Hinsicht oberflächlich und unempfänglich. Wenn ich Gedichte zugeschickt bekomme, bin ich unsicherer als früher - wo ich selber welche schrieb. Einige von Günter Abramowskis Poemen aus dem Band vom turm, den er mir schickte, berühren einen Nerv in mir, z.B.:
               
                ich in meinem Kulturkreis

                in meinem ewig
                unbekannten land
                dem grunde meines schlundes
                wo Christus
                dem demütigen
                im schutz der dunkelheit
                das kreuz bricht
                lebe ich ein ewiges nu
                dem schönen götterfunken
                in einem haus
                aus gedroschenen worten

                ein räuspere der wirklichkeit
                wirft ewig vor ausbruch des feuers
                mich zurück in den Pfuhl der Illusionen

In weiteren Gedichten wie "hoffnungsträger", "das kleine Mädchen bin ich", "ich tanze" äußert sich der in Dortmund lebende Dichter geheimnisvoll, Zeitgrenzen überschreitend, ohne einen Hauch Kommerz. Wie jeder wahre Dichter (die zu erkennen im modernen Medien-Gewirr mir zunehmend schwer wird). Ein weiteres Poem:
                
                für immer jung

                der späten tage kleid ist grau
                wie die aufgeregte frühe
                meiner ersten schulwege

                erwachende reize
                flüstern meinem bauch nahes
                wie der herbstwind
                den bäumen ihre zeit

                liebeslachen ins ziel

                1 augenblick sterbend
                plant 700 leben  

Vielleicht demnächst auf dieser Blogseite weitere Gedichte von Günter Abramowski. 
Das Buch, aus dem ich hier zitiere, erschien 2012 im elbaol verlag hamburg. 64 Seiten, die es in sich haben und zum Verweilen einladen. isbn 978-3-939771-27-2 -- nur 5,95 €uro ...!                 *RS*



Sonntag, 29. Dezember 2013

Enttäuschungen 2013



Einige Erfahrungen, die ich in meinem Stadtteil machte, gingen mir nahe. Meine Nicht-Übernahme als Betreuer bei alsterdorf assistenz west im März war ein heftiger Tiefschlag. Zu nennen sind auch die Erlebnisse mit dem RIALTO-Kino, das im Sommer meinen Kunstbüro-Verein hängen ließ. Später wurde ich gar als Autor ausgeladen. Vom W.I.R., für den ich schreiben sollte und wollte, wurde der Vorfall totgeschwiegen. Feigheit und mangelnde Solidarität sind ein Symptom dieser Zeit. Ein anderes ist Dummheit. Es gibt viele Varianten und Ausprägungen davon. In diesem Fall verstehe ich darunter nicht mangelnde Intelligenz oder fehlende Bildung. Ich meine damit Instinktlosigkeit und Überheb-lichkeit. In den vergangenen Jahren war ich ein paar Mal im Blackferry-Laden in der Fährstraße. Ich finde die Leute nett, kaufe ein paar Kleinigkeiten, versuche ins Gespräch zu kommen. Seit sie einen riesigen englischsprachigen Aufkleber in der Tür haben, betrat ich den Laden nicht mehr. Wenn Du Rassist, Sexist, schwulenängstlich oder ein Arschloch bist, bleib draußen bedeutet, frei übersetzt, der Aufkleber. Wie kann man/Frau nur so überheblich sein? Diese Leute wollen, wenn nicht die Welt, so doch die Gesellschaft ändern. Wie können sie nur auf so selbstherrliche, hochmoralische Art eine potentielle Klientel vor den Kopf stoßen und aussperren? Die Blackferry-Leute sind –man wagt das Wörtchen kaum in den Mund zu nehmen- Anarchos?! Oder? ...  Was wollen die: Ihre Selbstgefälligkeit zur Schau tragen, die Menschen erziehen? Sie sind mir sympathisch, aber ich halte sie für dumm. Politisch dumm und ahnungslos. An gewisse Sekten erinnernd. Die, die eh anders drauf sind, lachen darüber. Die, die vielleicht tatsächlich „Rassistisches“, „Sexistisches“ etc. an sich haben + etwas kaufen wollen, verhalten sich unauffällig. Und lachen insgeheim. Hier wird eine reine, keimfreie, moralisch saubere und politisch korrekte Welt heraufbeschworen, die es nur in den Köpfen der Leute gibt. Sie werden nicht die Gesellschaft verändern, sondern die Anzahl der Heuchler vermehren. Politische Arbeit geht damit los, daß man die Leute, die man gewinnen und deren Bewusstsein man/Frau verändern will, versteht oder zumindest versucht zu verstehen. Anarchismus bedeutet für mich Inklusion, Einbeziehen. Selbstverständlich, ja vor Allem auch Andersdenkende. Ich kann mir kaum etwas Langweiligeres und Eintönigeres als eine Gemeinschaft vorstellen, in der alle das Gleiche denken und fühlen. ** Ich halte mir eine paar positive Eigenschaften zugute. Aber wie GUT, daß ich manchmal ein Arschloch sein kann. OHNE das geht ein Individuum in einer Gesellschaft, in der Heuchelei, Feigheit und Opportunismus als Tugenden gelten, zugrunde. In dieser Stadt, auch in Wilhelmsburg, herrscht knallharter Egoismus. Totale Konkurrenz. Gerade die Sensibelsten und Weich-sten müssen eine gewisse Härte trainieren. Um zu überleben.       **RS**

Samstag, 28. Dezember 2013

Bildungsoffensive 2013 Resümee



Wieviele Tonnen bedruckten Papieres wurden in den letzten Jahren zum Zweck der "Bildung" verteilt, verschenkt, verkauft, verschleudert, vertrieben? Unser Staat und seine (Bildungs-)Institutionen versuchen Defizite wettzumachen, die in Pisa- und anderen Studien (Untersuchungen) zutage treten. Dieser Stadtteil bot ein besonders krasses Beispiel, denn die IBA war nicht allein angetreten, architek-tonisch Geschichte zu schreiben. Sie wollte auch das Kultur- und Bildungsmonopol des Staates auf ihre Weise weiter verfestigen. Broschüren wurden zu Dutzenden gedruckt, meist auf Hochglanzpapier. Es wäre mal interessant zu recherchieren, wieviele "Bildungs"-Broschüren pro Jahr pro Bürger gedruckt wurden. Wieviele Exemplare, (Kilo)gramm? Pro Person. Und wie viel bzw. wenig davon wurde tatsächlich gelesen oder nur durchgeblättert? 10 Prozent? ** Wir hatten bzw. haben die IBA jahrelang direkt vor der Nase. Es wäre aber ideologisch naiv und dumm, alle Papierverschwendung auf die IBA oder, in geringerem Maße, auf die igs zu wälzen. Der Papierausstoß und die dafür vorgenommene Vernichtung von Wald für Tageszeitungen ist genauso gewaltig, wenn nicht noch krasser. Können wir etwas ändern? Gegen die staatlichen Apparate und Zeitungsgiganten sind wir machtlos - aber es lohnt sich trotzdem, sich mit der "Bildungs"-Frage zu befassen. * Jeder hat die Möglichkeit, sich auf seine Art und Weise zu bilden. Theoretisch zumindest. Wem die Notwendigkeit einleuchtet. Ich such mir meine Bücher selber aus, ebenso Filme. Die einfachste Art, sich zu "bilden", besteht darin, den Fernseher oder Video-Recorder oder DVD-Player einzuschalten. Wenn das keine Bildung ist! Wir haben alles ... Aber wofür nutzen wir es? Wir haben alle Informationen ...    
Bildungs-Offensive? Klingt gut. Aber wer genauer hinschaut ...            *RS*


Freitag, 27. Dezember 2013

70 Jahre Roy Austin (Rockin Bereis) (27.12.1943) **RS**

von

Happy birthday Roy Austin, Guitarrist der Rockin Berries zum 70. ... Anbei einer ihrer größten Hits, "Poor man's son" von 1965. **RS**

Torten-Dekor

Ein weiteres Stück streetart aus dem Reiherstiegviertel. Es klebten außer diesem noch andere Teile an Hauswänden. Sie wurden jedoch schnell angerissen bzw.: Ich fand sie nicht wieder, als ich mich mit der Kamera auf die Pirsch machte.   **RS**


Donnerstag, 26. Dezember 2013

warm angezogen - merry x-mas!

Hier eine Zeichnung von mir aus 1996.
                                            **RS**

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Christmas-Blues - Frohe Weihnachten allen Leserinnen und Lesern!

Ja w.i.r. Wilhelmsburger sind "reif für die Insel" - nach diesem Jahr 2013... 
+ das Tolle ist: Wir leben bereits drauf! Was für ein Privileg ... 
                                                                                                     *RS*

Montag, 23. Dezember 2013

Nicht Vergessen - Lee Dorsey !

Am 24. Dezember wurde laut Überlieferung nicht nur der Heiland geboren, sondern auch ein Mann, der in den 60-er Jahren in England ein paar Hits hatte. Lee Dorsey wäre heute 89 geworden. Sein bekanntester Song (1966): "Workin in the coal mine".   *RS*

Noch ein Tag ...

Einen Tag vor Heiligabend: Eigentlich ist alles "schon gelaufen", oder? kann ich noch jemanden über-raschen? Mit Geschenken? Was ist ein echtes Geschenk, ohne egoistische Berechnung... ? Ohne eine gewisse Taktik kommt man -komme ich- nicht über die Runden. Für meine MUTTER war Weih-nachten immer das größte Fest des Jahres. Leuchtende Kinderaugen ... GROßzügig sein zu können ... Glücklich sein ...  ** In den 80-ern verarbeitete ich Kindheits-Erlebnisse ästhetisch (siehe obige Zeich-nung bzw. Linoldruck). Manchmal denke ich, heute, wenn ich mich politisch äußere, daß ich in gewisser Weise hinter meine 80-er Jahre zurückfalle. Als "Politiker" bin ich eher platt und plakativ, auch wenn ich versuche, raffiniert zu sein. Andererseits: ich war damals noch nicht Stadtteilkünstler, verfocht über meine künstlerische Arbeit hinaus keinen "politischen" Anspruch. ... * Ich habe dem vordergründig "Schönen" nie mehr so recht getraut, seit meine Kindheit vorüber.    RS

Sonntag, 22. Dezember 2013

Hamburgs Bürgermeister grüßt alle Wilhelmsburger-Innen



Weihnachten ist das Fest der Geschenke, des Glühweins, der leichten Depression, der Bauchschmer-zen, der Lichterketten + der schönen Worte.
Was bringt uns die SPD mit Olaf Scholz im Neuen Jahr? - Wir ahnen es bereits...  *RS*

Freitag, 20. Dezember 2013

Meine Lieblings-Dekoration - Wilhelmsburger Folklore



Es glitzert und blinkt in vielen Fenstern und Vorgärten - gezeigt wird bunt-gestylte Massenware. Man sieht nur selten Weihnachtsschmuck, der selbst hergestellt wurde. Im Vogelhüttendeich fand ich ein Haus mit bemerkenswerten Figuren - schlicht, lustig und herzlich. Kein übertriebener Bombast. Dazu philosophische Bemerkungen ...  **RS**  

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Streetart Reiherstieg Nord

Auch das ist streetart: Ein zufällig durch Überkleben + Abreißen entstandenes Bild. Der Fachmann nennt es dekonstruktivistisch. Ich sage: Ästhetisch sehr reizvoll.
                                                                                                             *RS*


Mittwoch, 18. Dezember 2013

Es weihnachtelt immer mehr !

Mich erreichte eine mail von einem angeblichen "andrew.ferrara@rocketmail.com", die so komisch ist, daß ich meinen BlogleserInnen davon erzählen möchte. "Lieber Freund", ist die Story überschrieben, "Verzeihen Sie mein Eindringen, mein Name ist Lieutenant Andrew Ferrara, derzeit ich im aktiven Dienst in Afghanistan bin. Bitte, ich habe einen verdunkelten Business-Vorschlag, die von gegen-seitigem Nutzen für uns beide sein wird. - Vor wenigen Tagen fing meine Kollegen und ich einen radikalen Taliban Kurierdienst für den Transport der riesigen Menge von Mitteln und auf diesem unglücklichen Vorfall, abgerundete wir ein Gesamtvolumen von US $ 11,5 Millionen US-Dollar. 
Nach eingehender Diskussion mit meinem Zug, kamen wir zu dem Schluss, dass, wenn die Mittel an die afghanische Polizei übergeben, besteht die Muglichkeit, dass die Mittel für ihren eigenen Verbrauch wird konfisziert. deshalb es war meine Pflicht, einen Partner zu denen dieser Fonds zum Wohle von uns allen erhalten finden." ... Mir wird angeboten, Teilhaber zu werden: "Für Ihre ehrliche Teilnahme an diesem Deal, sind wir bereit, die Mittel in drei gleiche Teile zu teilen, wird ein Drittel für Sie sein ein Drittel meiner verstorbenen Bruders junge Familie geschickt werden ..." 
Mir gefällt dieser Brief, weil er so komisch und so DOOF ist, daß er eine eigene Qualität darstellt. Gibt es einen Menschen, der dem "Lieutenant Andrew Ferrara", wie gebeten, seinen Namen, Telefon-nummer und Wohnadresse angibt? Wahrscheinlich würde sich dann nämlich tatsächlich jemand melden + die Hoffnungen auf märchenhaften Reichtum schüren. Nur: Es gibt/gäbe da ein Problem, nämlich: die 11,5 Mill. US-$ bzw. den entsprechenden Anteil hierher zu schaffen. ... Den Rest kann sich jeder Leser selber ausmalen. * Mich erreichen immer wieder mal mails -trotz Spam-Schutz!-, in denen es um den Transfer etc. von riesigen Geldsummen geht. Dies ist die bisher phantastischste Story ...   *RS*


Chass Chandler 75. Geburtstag (18. Dezember)



BUMM macht der Baß + noch mal BUMM + wieder BUMM, heftig und mit Emphase BUMM. Chass Chandler ist am Werk, Bassist der Animals, mit dem großartigen Sänger Eric Burdon. Das Stück heißt Inside Looking Out  und kam Anfang/Mitte 1966 in die englischen Charts. Ch.Ch. spielte noch ungefähr ein weiteres Jahr mit den Animals, bevor er Manager von Jimi Hendrix wurde. Ch.Ch. wurde heute vor genau 75 Jahren geboren und starb 1996. ("Inside looking out" wurde auch von Grand Funk Railroad gespielt, reicht aber an das Original nicht heran).  **RS**

Kunstbüro Wilhelmsburg : Es weihnachtelt sehr


Liebe LeserInnen und Leser! Rechtzeitig zum Auftakt der diesjährigen Mitgliederversammlung (MV) des Kunstbüro Wilhelmsburg (KB) erschien der Weihnachtsmann. Er hielt, mit sturrrmzerrzaustem Barrrt eine ergrrreifende Rrrede. + er brachte Geschennnnke mit. ** Und noch eine gute Nachricht: Ein FILM ist in Arrbeit. ** Ob er noch rrrechtzeitig ferrrtig wird? Wir wIssen es nicht ... 


Dienstag, 17. Dezember 2013

W.I.R. - Dez14-Jan14

Es weihnachtelt sehr. Auch der Wilhelmsburger Insel-Rundblick schließt sich dem allgemeinen Trend an, bringt Weihnachtssterne aufs Titelblatt und wünscht "all unseren Leserinnen und Lesern frohe Festtage!". Wie das wohl gemeint ist? "all" unseren LeserInnen ...? ** Das Gute vorweg: Das Heft enthält ein paar Beiträge, die mir gefallen + die auch der Grund sind, weshalb ich das Heft noch in die Hand nehme. In Wilhelmsburg startet im nächsten Sommer ein Versuch mit Waldorf-Pädagogik, und zwar an der Grundschule Fährstraße. Die geplante private Waldorf-Schule wurde von der Bildungsbe-hörde abgelehnt, aber immerhin wird gestattet, "die vorteilhaften Aspekte der Waldorfpädagogik mit Elementen der staatlichen Pädagogik" zusammenzuführen. Was immer das konkret bedeuten mag. In seinem Kommentar meint "hk" "Versuch macht klug". Waldorf-Pädagogik und mit ihm der Anthro-posoph Rudolf Steiner werden von linken Ideologen gerne dämonisiert und in die Nazi-Ecke gescho-ben. Von der Sache her ist das Unfug und pure Diffamierung. Ich arbeite selber in einer Schule und weiß von daher, wie schwer schon normaler Unterricht ist. Ich finde es begrüßenswert, daß an Ham-burger Schulen pädagogische Versuche durchgeführt werden. * Mariano Albrecht fordert, im Interesse der Kleingärtner, "keine Bebauung am Assmannkanal!" Viele dachten -ich auch- die IBA sei beendet. Nein: Sie macht weiter! In einem Artikel von Marianne Groß  lese ich "ENDLICH GEWISSHEIT - IBA wird städtischer Projektentwickler". * Manuel Humburg, der sich seit Jahren immer wieder zu Wort meldet -in einer früheren W.I.R.-Ausgabe brachte er die Idee ins Spiel, am Veringkanal Wohnungen zu bauen, ist auch wieder da. Jetzt rudert er zurück, stellt in seinem Aufsatz "Der Kampf um die Flächen" das unentwegte Gezerre von verschiedenen Seiten um Flächen und Bebauung in Frage. Diese seine neuerliche Haltung könnte er von mir übernommen haben. Eine kritische Haltung gegenüber ökonomischem und anderen Fortschritts-Wahn vertrete ich seit vielen Jahren, genau genommen seit 1992, als das Buch "Bildungswege" mit einem entsprechenden Beitrag von mir erschien. Alle, egal von welcher Partei, versuchen immer möglichst "progressiv" und "fort-schrittlich" zu erscheinen. Diese permanenten Eiertänze unserer "offiziellen Vertreter" zu beobachten, ist irgendwie lustig. M.H. führt einen eigenen Tanz auf, schwer mit Kompetenz beladen. * "Hurra, WIR haben überlebt! jubelt "Die Redaktion" im Editorial. "Überlebt"? Meinetwegen. Aber: Um welchen Preis??!! "Die Redaktion" scheint alle Red.Mitglieder zu umfassen, aber Sigrun Clausen schaltet und waltet beinahe nach Belieben. Sie ist dafür verantwortlich, daß die Ausladung eines Autors/Journalisten durch das RIALTO-Kino, der eigens für den W.I.R. schreiben sollte und wollte, totgeschwiegen wird. Schlimmer noch: Es gibt eine Art Deal zwischen der für den Ausschluß zuständigen Rialto-Frau und Sigrun Clausen. Diese Art von Verlogenheit läßt mich das Heft mit Fingers-p-itzen anfassen. Inzwischen wundert mich nicht mehr, daß ein von mir eingereichter Artikel über mein Buch des Jahres 2013 nicht nur nicht abgedruckt, sondern der Nicht-Abdruck nicht mal eine Rück-Mail wert ist. Ich kann nur alle LeserInnen auffordern, beim W.I.R. genau hinzuschauen. Ich vermute, hinter dem taktischen Verhalten von S.C. stecken vor allem finanzielle Interessen. Dafür werden unliebsame Dinge übergangen, totgeschwiegen. Damit keine Anzeigen-Kunden verloren gehen.   **RS**  


Sonntag, 15. Dezember 2013

Roland, Wilhelmsburger


Ich freue mich schon auf die Fertigstellung eines weiteren Films, in dem Roland die Hauptrolle spielt. Ich hoffe, es klappt bis Weihnachten.    ***RS***

Samstag, 14. Dezember 2013

Weihnachtsgeschenke? - Messie de Luxe

Den Blog-LeserInnen aus Wilhelmsburg, die noch Geschenke suchen, empfehle ich einen Besuch im Messie de Luxe in der Mokrystr.17. Es gibt hier sehr geschmackvolle,  größtenteils selbst entworfene und genähte Handtaschen, Kleider, Jacken, Kissen sowie viele Accessoirs aus Glas, Porzellan u.ä. Durchweg Qualitätsware. Vieles gut passend zu den Festtagen, manches ganz schön kitschig - und auch das passt. Gerade das. Ich war heute mit Thomas und Tina im Laden, um ein Interview zu führen. Ein Film ist in Arbeit. * Vor 8 Monaten warfen irgendwelche Dummköpfe die Scheiben des Geschäftes ein (siehe mein Blog vom 5.April). Der Laden ist ein Kleinod. Mit positiver Wirkung auf den Stadtteil. - Öffnungszeiten: Do - Fr 15-20 Uhr, Sa. 11-19 Uhr   *RS*       

Morgenstund hat Gold -



zwischen den Zähnen. Oder so ähnlich. Also ein schöner Wintermorgen, auch wenn das verheißene Gold aufreizender und intensiver leuchten könnte. Nicht weit von hier wohne ich, ein paar hundert Meter vom Ernst August Kanal entfernt. Hier wohne ich gerne.       *RS*

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Small talk über STREET ART



Was tropft denn da? Eine Nase ... und ein Penis. Davor, auf Nase und zugehörigen Kopf gerichtet, ein Revolver. Interpretationsversuch: "Gewalt" und "Sex" werden zusammengebracht - wird mit dem Kunstwerk aus bemaltem Styropor gegen "Sexismus" und "Männergewalt" protestiert? ABER da ist die tropfende Nase ... Die den vielleicht "politischen" Inhalt relativiert, ja die evtl. ideologisch gemeinte Aussage witzig überhöht. Tropfende Nase, tropfender Penis + dazu ein Revolver. Hochmoralisch wirkt das nicht - aber humorig. Skurril. ** Die Gegenstände aus ca. 3 cm dickem Styropor kleben jetzt schon eine gute Woche an dem gelben Haus in der Georg Wilhelm-Straße, kurz hinter der Brücke über den Ernst August Kanal. Vom 13-er Bus Richtung Vogelhüttendeich aus gut zu sehen.  *RS*  

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Fährstieg, Hochwasser 6.12.2013



Durch die Tiden (Ebbe und Flut) kam es an diesem tag mehrfach zu ungewöhnlich hohen Wasser-ständen. Ich war wieder mit meiner Kamera unterwegs.  *RS*

Dienstag, 10. Dezember 2013

Sturmflut 6.12.2013



Sturmtief Xaver bringt Sturmflut auch auf die Elb-Insel. Die Schäden halten sich in Grenzen, aber immerhin, an einigen Stellen erreicht das Hochwasser Wohngebiete.   *RS*

Montag, 9. Dezember 2013

Was macht eigentlich die

Schlechtschreib-(BILD) bzw. "Rechtschreibreform"? Dies Thema war schon lange nicht mehr in den Schlagzeilen. Die JUNGE FREIHEIT, die konservative "Wochenzeitung für Debatte", hat sich erbarmt und die ungeliebte auf die Titelseite gebracht. "Die große Konfusion" lautet der Titel, und es heißt weiter: "Was die Kritiker vorhersagten, steht nun fest: Die Rechtschreibreform ist auf der ganzen Linie gescheitert". Erinnern wir uns: 1996 gab es die große "Rechtschreibreform", laut Wiki-pedia die dritte in Deutschland nach 1876 und 1901. Anfangs war die Meinung bei uns eher gespalten. Ich erinnere mich, daß Martin Walser sich damals dahingehend äußerte, diese Reform erst begrüßt und dann, als bekannt wurde, welche Riesensummen durch einige Verlage damit verdient wurden, auf Distanz gegangen zu sein. * Die JF drückt aus, was wohl die Mehrheit in unserer Bevölkerung denkt: Da wurde viel Wind um sehr wenig gemacht. Die traditionelle Rechtschreibung ist "nach wie vor gültig", "lediglich für Schulen" sei die "Neuregelung" "rechtsverbindlich". In einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 14.Juli 1998 heißt es: "Personen außerhalb dieses Bereichs (d.h. außerhalb der Schulen) sind rechtlich nicht gehalten, die neuen Rechtschreibregeln zu beachten und die reformierte Schreibung zu verwenden. Sie sind vielmehr frei, wie bisher zu schreiben." ** Da müssen unsere LehrerInnen als Schülern vermitteln, daß das, was sie lernen, nur innerhalb der Schule (Unterricht, Klassenarbeiten) verbindlich ist. Wenn sie die Schule verlassen, dürfen sie auch anders schreiben. Solch eine Situation führt zu Konfusion. Kein Wunder.   **RS**


Sonntag, 8. Dezember 2013

Tennessee Williams : MEMOIREN

Die bekanntesten Theaterstücke des amerikanischen Dramatikers und Schriftstellers (1911-1983) sind  „Endstation Sehnsucht“, „Die Katze auf dem heißen Blechdach“, „Die tätowierte Rose“ und „Die Nacht des Leguan“ – an diese Titel erinnere ich mich. Einige der Stücke wurden auch erfolgreich verfilmt, mit internationalen Stars wie Elisabeth Taylor, Paul Newman, Montgomery Clift, Anna Magnani. Tennessee Williams war so etwas wie ein Inbegriff – jeder "kannte" ihn, seine Stücke ... aber kannte ihn nicht wirklich, da das Bild des Künstlers durch die Medien arg verzerrt oder reduziert wurde. Der Schriftsteller ist aus den Schlagzeilen, ja aus dem Gedächtnis der meisten Zeitgenossen verschwunden – zu Unrecht, finde ich. Die 1972 er-schienenen „Memoiren“ sind rückhaltlos ehrlich –angefangen bei dem Geständnis des Autors, daß er sie „aus finanziellen Gründen“ schrieb. Erst fand ich seine Plauderei ziemlich „ober-flächlich“, was mich in dem Bild bestätigte, das ich von T.W. hatte. Dann war ich lesend zuneh-mend fasziniert.  Es ging mir nicht wie mit vielen Büchern, die mich, selbst wenn ich sie ir-gendwie „großartig“ und „gut geschrieben“ finde, spätestens nach zwei Dritteln zu langweilen beginnen. T.W. beschreibt die Höhen und Tiefen seines Lebens, vor allem letztere, er lebt sie für mich, den Leser. Er will nicht irgendwelchen Bildern entsprechen, die andere von ihm haben, sondern will etwas mit-teilen. Und tut dies auf spannende Weise. S. 8: „Es gelingt mir nie gut, meine Gefühle zu verbergen, und nach einigen Minuten gab ich es endgültig auf, weniger niedergeschlagen zu erscheinen, als ich es war. Ich redete. Ich riß all diese müden abgestandenen Witze, so ähnlich wie Bop Hopeless in einem Gefangenenlager nach einem verlorenen Krieg“. TW läßt immer wieder sehr tief blicken: „Lachen war für mich schon immer ein Ersatz für Klagen, und ich lache so laut, wie ich klagen würde, wenn ich diesen so brauchbaren Ersatz nicht entdeckt hätte“. In diesem Buch wird viel gelacht, aber auch viel tatsächlich geklagt, und ich langweile mich in keiner Phase beim Lesen. Der Autor hat mich gewonnen. Durch seine Glaub-würdigkeit, durch seine Lebendigkeit. Und durch die vielen schwulen und nicht-schwulen Freunde und Bekannten, die er hatte. Die Memoiren sind u.a. ein kleines who i who der amerikanischen Schwulen-Szene.  S.111: „Ich bin nicht wirklich ein Misanthrop oder Sauertopf, sondern eigentlich ein Clown, ein fast zwanghafter Komödiant in meinem Verhalten Menschen gegenüber“. Tiefe gewinnen die Aufzeichnungen u.a. durch die Beschreibung des Verhältnisses, das er zu seiner Mutter und seiner (in einer Irrenanstalt untergebrachten) Schwester Rose hatte. S. 151: „Ich befürchte, daß meine liebe Mutter mir zuzeiten als lebenslange Hysterikerin, die notdürftig die Kontrolle über sich behält, erschienen ist. In ihrer Familie ... hat er höchst beunruhigende Fälle von geistigen und nervösen Zusammen-brüchen gegeben“. TW hat, bei aller ein gestandenen Oberflächlichkeit seines Rollenver-haltens, einen sehr differenzierten Blick auf die Menschen, darunter auch viele Künstler. Manche Sätze streiche ich im Buch an, z.B. S. 160: „Künstler müssen, was ihre schöpferische Arbeit angeht, egozentrisch sein“. – Ziemlich zu Beginn schreibt TW über seine Schüchternheit sein Erröten, das ihn als Heranwachsender jahrelang hemmte. Leider geht er auf dieses Thema später nicht wieder ein. Mich hätte –und sei es nur in ein zwei Sätzen- interessiert, wie er dieses Problem für sich löste – oder verschwand es einfach mit zunehmendem Alter „von selber“? Und noch ein Zitat, S. 184; „’ „Alle große Kunst ist Indiskretion’. Nun, ich kann Ihnen nicht versprechen, daß dieses Buch ‚Kunst’ wird – daß es indiskret ist, läßt sich nicht vermeiden, da es sich mit meinem Leben als Erwachsener beschäftigt“.  ** Fischer Verlag, 328 lesenswerte Seiten; ich fand das Taschenbuchuch im Bücherregal des 12-er Busses in Bergedorf.      *RS*


Freitag, 6. Dezember 2013

tom waits happy birthday 7.12.49


Tom Waits wird heute 64. Von der Elb-Insel herzliche Grüße an den Menschen, wo immer sich gerade aufhält. Das Porträt entstand 2009 oder 10.    *RS*

Der erste Schnee



Draußen liegt der erste Schnee in diesem Winter.
Die Fotos zeigen zwei Ansichten von meinem Hinterhof und einen Blick "durch" mein Schlafzimmer-fenster (innen + außen vermischt durch Spiegelung).
Grau-weiße Grüße an alle Blog-LeserInnen  (6 Uhr 30 MEZ) - vor allem in südlichen Ländern.
                                                                          *RS*

Fährstieg-Ernst August-Deich 6-12-2013




Sturmflutwarnung! In Erwartung eines neuen Wasserhochstands gegen 18 Uhr machte ich mich auf den Weg - und fand ......... interessante Lichtverhältnisse ...........  **RS**

Happy birthday Jonathan King!



Heute ist Nikolaus-Tag, außerdem hat Jonathan King Geburtstag; er wird 69! 1965 landete er einen großen Hit mit dem melancholischen "Everyone's gone to the moon", einem meiner Favoriten damals. Es gibt von ihm noch viele Kompositionen für andere Musiker, z.b. "It's good news week" für die Band "Hedgehoppers Anonymous". Außerdem veröffentlichte er Songs von sich unter Pseudonym (u.a. als "Sakkarin", "Bubblerock", "53rd & 3rd", "Sound 9418" etc etc - insgesamt 30 Pseudonyme sind bekannt: rekordverdächtig!).    *RS*

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Facebook kooperiert mit Polizei

Laut STERN.de machte sich Hamburgs Innensenator Neumann (SPD) auf der Innenminister-Konferenz dafür stark, in Zukunft "soziale Netzwerke wie facebook" für Fahndungen zu instrumentalisieren. Auch Justiz-Senatorin Schiedek (SPD) ist dafür. Niedersachsen gilt als Vorreiter. facebook Polizei Nieder-sachsen Fahndung hat bis dato 17.708 "likes". Angeblich wurden bereits Täter/Gesuchte mit Hilfe von facebook zur Strecke gebracht. ** Und wie sieht facebook diese Sache? Die sperren doch schon Benutzer für Posts, wenn diese angeblich Spams enthalten?! Wenn es um Verbrecher-Jagd bzw. Hatz auf Verdächtige geht, sieht facebook offenbar keinen Anlaß für Skrupel. Die Hatz kommt ja von OBEN, vom Staat. ... - Oder gibt es irgendwelche kritische Einwände seitens fb? Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren ...    *RS*  


Die Elb-Insel nach IBA und igs


Die Invasion durch IBA, igs und Touristen-Horden haben wir knapp überlebt, mit einem lachenden Auge und zarten Spuren von Bewußtseinsveränderung. Der Alltag kehrt wieder ein + damit auch die Vermüllung. Da die Zahl der Besucher deutlich gesunken ist, läßt die Stadt auch den Sauberkeitspegel deutlich sinken. Ich kann damit leben. Andere regen sich furchtbar auf. Mal abwarten, wie's heute abend + morgen nach dem Sturm aussieht...  *RS*

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Nicht vergessen - CHRIS HOWLAND

Chris Howland verstarb vor wenigen Tagen mit 85. Für mich als Kind war er eine Ulknudel + einer der Platten auflegte + immer witzig war. Meine Mutter war besorgt über den negativen Einfluß, den "Mr. Pumpernickel" auf mich ausübte mit seinen Schlagern und leichtem Jazz und Beat - die Songs waren nicht von der katholischen Kirche abgesegnet. Später kam ich in die Pubertät und wurde politisch, d.h. superernst, und da fand ich den lustigen Briten nur noch oberflächlich, doof, eigentlich "indiskutabel". ::: So dumm kann man durch Ideologie werden ... : Ich wusste halt nichts vom Leben ... ** C H war einer, der stets gute Laune verbreitete.  Gäbe es von dieser Sorte Mensch mehr, sähe unsere Gesellschaft anders aus ...  DANKE     **RS**




Dienstag, 3. Dezember 2013

melodramatisch


Eine Collage aus den späten 70-er Jahren.   "existieren"       *RS*

Michel Polnareff - Ame Caline



Wer kennt (noch) Michel Polnareff? Der Sänger schaffte es in den 60-er Jahren mit etlichen Songs in die Hitparade, nicht nur in französischsprachigen Ländern, sondern auch bei uns. Größte Hits in ger-money waren "La Pupee qui fait non" und "Ta ta ta". * Mein Lieblingslied ist "Ame caline".  ** MP setzte sich 1973 in die USA ab, kehrte 1985 nach Frankreich zurück, um nach wenigen Jahren erneut von der Bildfläche zu verschwinden. "Im Jahr 2004 wurde der Sänger von Reportern der französischen Zeitschrift Paris Match in der Nähe von Los Angeles gefunden. Er lebte dort zurückgezogen und anonym, trat jedoch 1995 im legendären The Roxy in Los Angeles auf. Von diesem Konzert liegt ein Mitschnitt vor." (Wikipedia). - "Ame caline"   ist Romantik pur     **RS**

Montag, 2. Dezember 2013

Fachzeitschrift "Hamburg macht Schule"

Die Ausgabe 1/2013 (25. Jhrg.) des vierteljährlich erscheinenden Magazins, Unter-titel „Zeitschrift für Hamburger Lehrkräfte und Elternräte“  steht unter dem Motto „Lehrergesundheit“. Insgesamt neun Artikel, jeweils 2-4 (A4-)Seiten lang, behandeln aus unterschiedlichen Blickwinkeln das Thema. Einige Aufsätze untersuchen von übergeordneter, theoretischer Warte aus die „Personalge-sundheit“. „Der Hamburger Weg“ lese ich auf S. 14, sei „ein komplexes Verfahren zum Schutz der  Gesundheit des pädagogischen Personals“. Daß hier mit büro-kratischen Aufgaben betraute Stellen das Thema behandeln, liegt auf der Hand. Zum Glück sind einige Artikel sehr konkret; diesbezüglich herausragend für mich ist auf S. 20 „Kollegiale Fallberatung – Beispiele und Erfahrungen“ von Beate Seelis, einer Mitarbeiterin am „Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulent-wicklung.  Nach meiner bisherigen Erfahrung kann der Fokus beim Thema „Gesundheit“ kaum konkret und präzise genug gesetzt werden. Der Umgang, die Kommunikation mit den KollegInnen ist, neben dem Unterricht und dem Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen, das A und O im Alltag jeder Lehrkraft. Eine solidarische, von Aufmerksamkeit und Mitdenken geprägte Situation kann über-aus hilfreich sein – ist aber keineswegs selbstverständlich. „Von der Gesund-heitsbeurteilung zum Gesundheitsmanagement“ passt selbstverständlich zur kom-plexen Thematik, berührt mich nur leider nicht. Der Artikel „Lehrerar-beitsplätze“ beschreibt die „zeitgemäße, belastungsreduzierende Umgestaltung des Lehrerzimmers“ aus der Sicht des Schulleiters eines Wilhelmsburger Gym-nasiums. Der Mann zieht eine positive Bilanz nach einem Jahr. Die Neugestaltung habe „zu deutlicher Reduktion einzelner Belastungsfaktoren geführt“. Das mag sein. Die Frage ist nur, ob nicht die Faktoren, die zu einem deutlich hohen Kran-kenstand und Früh-Pensionierung vieler Lehrkräfte führen („Nur ca. 20 % erreichen z.B. in Hamburg die Regelaltersgrenze. Das durch-schnittliche Alter für Pensionierungen liegt bei etwa 54 Jahren. Verantwortlich hierfür sind mit Abstand am häufigsten psychosomatische Erkrankungen“ (S. 14), vornehmlich woanders zu suchen und zu behandeln und zu „heilen“ sind. Stichworte „Streß“ durch „Aggressivität von Schülern“, „Reizüberflutung“, „mangelnde Motivation“. Aufent-halts- und Rückzugs-Räume für Lehrkräfte können noch so komfortabel sein. Wenn die Schul-Atmosphäre allgemein und die persönliche Situation eines Lehrers vor allem von Streß geprägt sind, nützt auch ein modern eingerichteter Ruheraum nichts. * Für mich erstaunlicherweise wird, im Unterschied zu den „Lehrerarbeitsplätzen“ der Artikel „Glück macht Schule – Unterricht für ge-glücktes Leben“ nicht unter das Thema „Lehrergesundheit“ gezählt, sondern unter die Rubrik „Werkstatt Schule“. Das geht natürlich auch, aber ich meine, daß von einem Unterrichtsfach „Lebensart“ bzw. „Glück“ nicht nur für die SchülerInnen, sondern auch für die Lehrer eine glückhafte und damit gesundheitsfördernde Wirkung ausgehen kann. * Fazit: Ein sehr profes-sionell gemachtes Heft. Die Beiträge sind ausnahmslos druckreif.  Daß dem Thema „Schulqualität im Ge-spräch“ Raum gewährt wird, ist konsequent, allerdings gleich acht (8!) Seiten...! Nutznießer sind die Vorsitzende des Verbands Hamburger Schulleitungen, Frau Berg, und der Landesschulrat Herr Rosenboom.  Hier zeigt sich, daß das hanse-atische Schulwesen ein konsequent hierarchisch gegliederter Apparat ist. „Ham-burg macht Schule“  dient der Imageförderung eines breiten Berufsstandes, ist sozusagen seine Visitenkarte. Deutlich wird auch: Der Amtsschimmel schläft nicht. Ich würde mir bei den Beiträgen mehr Praxis-Bezug wünschen.  Können konkrete Fall-Beispiele von krank gewordenen Lehrkräften aus Datenschutz-gründen nicht beschrieben werden? Und: Gibt es nicht auch LehrerInnen, die krank und wurden – und wieder gesundeten? Mich interessieren mehr per-sönliche Schicksale als die theoreti-schen Richtlinien der Schulbürokratie. * 52 Seiten, Auflage 15.000, www.hamburg.de/hamburg-macht-schule   *RS* 

 

Samstag, 30. November 2013

2 Jahre WortKunst-Poetry

Knapp zwei Jahre lang veranstaltete ich mit dem Kunstbüro Wilhelmsburg allmonatlich einen Lese-abend unter dem avantgardistisch klingenden Motto WortKunst-Poetry. Ich ließ mich von einem Ereignis -eine Literatur-Veranstaltung in Bergedorf- anregen, selber etwas zu versuchen. Und es "funktionierte" ... - falls man bei einem Dichter- Projekt von "funktionieren" sprechen kann: es wird ja kein Apparat installiert, der mit Tasten und Elektro-Anschluß ausgestattet vorhersehbare Ergebnisse produziert. Zu uns kamen Menschen aus verschiedenen Beweggründen. An einigen WortKunst-Poetry-Veranstaltungen nahmen gut 30 Personen teil, zuletzt waren wir fünf. Das Ende zeichnete sich schon vor 1-2 Monaten ab. Ich bin empfindlich gegen BesucherInnen, die nur zum Konsumieren rein-schauen. Sie zahlen keinen Eintritt, lassen sich Texte vortragen, essen und trinken, bestimmen teilweise sogar mit. Demokratismus. Und dann ist unsere Veranstaltung doch nicht gut genug - es gibt andere Lesungen, events, Veranstaltungen. Kreativität wie ich sie mir vorstelle, beruht auf Begeisterung, Neugier, Ideen, Eifer, Streitlust, meinetwegen Sehnsucht, vielleicht sogar (etwas) Angst, Angst vor tödlicher Langeweile, Perspektivlosigkeit - also sehr unterschiedlichen Impulsen und Anlässen, "posi-tiven" und "negativen". Kreativität wie ich sie mir vorstelle geschieht bei Menschen, die auch Frust, Schmerz, Hoffnungslosigkeit, Enttäuschung und ähnliche Gefühle kennen.  UND bereit sind, diese öffentlich zu machen. Irgendwie. Man muß nicht unbedingt Literatur daraus formen. Es gibt lebendige und tote Literatur. Man kann auch spontan erzählen. Und sich streiten. Oder Witze erzählen. Wir sind ein kleines Team, das die Kommunikation in diesem Stadtteil in Schwung bringt. Seit einigen Jahren gibt es das regelmäßige Kunstbüro-Abendessen. Während dem und im Anschluß daran gab es unregelmäßig Text-Vorträge. Anfang letzten Jahres starteten wir WortKunst-Poetry. Jede/r Teil-nehmer/in las, sang, performte bis zu 10 Minuten lang eigene Texte. *** Und jetzt ist Zeit für etwas Anderes. Ich z.B. mache Filme. Mit viel Spaß, Neugier, einer Portion Ehrgeiz. Können und noch-nicht-Können. Neugier auf andere Menschen, aber auch darauf, was ich (noch) lernen kann. ** Unsere Abendessen finden weiterhin statt. Aber wer in Zukunft lesen möchte, muß vorher fragen. * Im Rahmen einer Veranstaltung des Kunstbüro Wilhelmsburg aktiv zu werden, ist keine Selbstver-ständlichkeit, sondern eine Ehre. Unsere Verein ist etwas Besonderes. Nur wer das zu würdigen weiß, ist herzlich willkommen. Die anderen bleiben besser weg. Ich liebe euch, unbekanntes Publikum, nicht, sorry. Vielleicht lerne ich euch zu lieben, wenn ihr von eurem Konsum- und Wellness- und Bequemlichkeits-Trip herunterkommt. 
 Kreativität wie ich sie mir vorstelle
 Kreativität wie ich sie mir vorstelle
 Kreativität wie ich sie mir vorstelle
                                                                          ***RS***