Donnerstag, 21. Juni 2018

Ein "Pegida-Opa" aus Sachsen erzählt ...

Recht zu haben ist gut und relativ einfach. Aber auch eine ziemlich ABSTRAKTE Sache. - Erfreulich finde ich, wenn Menschen KONKRET werden und ihre Lebensgeschichte erzählen. Für mich werden so bestimmte Dinge erst anschaulich, werden plastisch, sinnlich nachvollziehbar.


Paul Groh ist ein Facebook-Freund aus Sachsen. Er trägt den Beinamen "Pegida-Opa". Dies bedeutet, daß er ein PEGIDA-Veteran ist und, knapp 72 Jahre alt, zu den älteren Protestlern zählt. Groh alias Steffen Musolt (so sein "richtiger" Name) war schon zu DDR-Zeiten nicht system-konform. Er gehörte nicht zum SED-Regime, sondern war Mitglied der CDU.
Nun hat er seine Erinnerungen aus der Zeit nach dem Mauerfall veröffentlicht.

                       
Für mich hat PEGIDA nun ein weiteres, sympathisches Gesicht.
Wir brauchen Menschen, die unbequem sind und zur Wahrheit stehen, zu ihrer persönlichen Wahr-heit.  
Nun können wir nicht erwarten, daß alle anfangen, ihre Lebensgeschichten aufzuschreiben. Aber der Steffen Musolt alias Paul Groh bietet ein gutes, Mut machendes Beispiel. 
                                                                                                                          °° RS °°

Donnerstag, 14. Juni 2018

Nicholas Petcher (psycho - artist)

Ich bin mit Nicholas Petcher seit schätzungsweise zwei Jahren auf Facebook befreundet.
Nicholas ist Künstler: Er malt ... macht Collagen ... dreht Videos --- Er wollte mir mal Bilder verkau-fen, aber ich wollte nicht.
Der Mann lebt in der Schweiz, Basel. Anfangs dachte ich, er sei Amerikaner oder Engländer, weil er mir laufend Links für englische Pop-Songs schickte - außerdem klingt der Name nicht unbedingt schweizerisch. - Nicht ganz mein Geschmack die neueren britischen Ohr-Bonbons.


Petcher ist Administrator der Facebook-Gruppe "Fanseite des Autonomen Staates Pukistan". Ein paar Künstler-Querköppe veröffentlichten darauf ... - seit einigen Monaten bin ich aber der einzige, der die Seite mit Beiträgen bereichert.
Ein zentrales Thema von N.P. sind die Psychiatrie und der Protest gegen sie.  Nichoals verbrachte selber einige Jahre in einer Anstalt. Das verbindet mich über unsichtbare Drähte mit ihm. Ich war zwar nie Insasse solch einer Einrichtung, schrammte aber als junger Mann haarscharf daran vorbei. Ich weiß also ungefähr, wie meinem FB-Freund zumute ist. Zumal ich über jahrzehntelange Besuch-Praxis in psychiatrischen Anstalten verfüge, in meinem Freundes- und Bekanntenkreis psychisch kranke Menschen sind und ich auch in entsprechenden Einrichtungen gearbeitet habe.


 Petcher wirkte Ende der 90-er Jahre bei der ZS "Die Schlaflosen" mit, herausgegeben von "Antipsychiatrisches Netzwerk Schweiz".

Leider ist der Text der ZS nicht gut lesbar. Wendet euch am besten an Nicholas Petcher (Facebook), wenn ihr einen Link zu dem Bild- und Text-Material haben möchtet.

Ein bißchen erinnern mich diese Collagen-Zeichnungen an Bild-Geschichten der Syrrealisten (vor allem von Max Ernst), die mit ihren Kunstwerken auch die Welt der Psychosen, Ängste, des Unwirklichen, Bedrohlichen streiften ... 


Das Thema liegt nicht jedem, ich weiß; ich hoffe aber, daß es den einen oder die andere Blog-Leserin interessiert oder berührt.
      Ich bleibe dran ... 
   Hier noch Hinweise auf ältere Postings von mir, die direkt das Thema berühren oder in weiterem 
    Sinn streifen (Revolution-Aufstand gegen die Verhältnisse - angefangen bei sich selbst, dann die
   "gesellschaftlichen Verehältnisse" betreffend).
http://raimundsamsonkreativ.blogspot.com/2012/01/franco-basaglia-die-negierte.html  

http://raimundsamsonkreativ.blogspot.de/2011/03/peter-sloterdijk-du-mut-dein-leben.html
http://raimundsamsonkreativ.blogspot.de/2012/01/leo-trotzki-literatur-und-revolution.html
      
  Ich wünsche uns allen einen schönen besinnlichen Tag
                                                                                                °° RS °°

Dienstag, 12. Juni 2018

MEINE National-Mannschaft

Beim zweitgrößten Sport-Ereignis der Welt geht es immer weniger um "Fußball", sondern statt des-sen um Macht, Karriere und GELD. Ich ärgerte mich darüber, daß sich zwei deutsche Spieler mit einem islamo-faschistischen Diktator ablichten ließen. Sicher nicht aus sportlichen Gründen. Einer der beiden Fußballer distanzierte sich halbherzig von der PR-Show - der andere nicht. 


NOCH ist es erlaubt, das Wörtchen "Nation" zu verwenden, ohne strafrechtliche Konsequenzen be-fürchten zu müssen. Bei unserer Fußball-Nationalmannschaft wurde das "National" bereits ge-strichen. Das hat mich dazu gebracht, MEINE National-Mannschaft zusammen zu stellen. Die Prä-sentation mit Name, Bild und Spieler-Nummer erhebt keinen Anspruch auf Objektivität. Aus mannschaftsinternen Gründen liste ich hier nur einen Teil der Ersatzspieler auf. Das Training wird übrigens reihum von einzelnen Spielern geleitet. 
1: Jürgen Elsässer (Z.Z.P); ein Mann der schon viel aus- und ein- und aufgehalten hat. Bestens geeignet als Torwart.
2: Alexander Gauland (V.f.D.); ein unscheinbarer Spieler, aber unverzichtbar für den strategischen Aufbau.
3: Andre Poggenburg (V.f.D.); ein rechter Verteidiger, vor dem Linke großen Respekt haben, auch wenn sie nur Häme zeigen. Dem Gegner seien dringend kräftige Schienbeinschoner angeraten.
4: Lutz Bachmann (N.w.s.ä.b.s.t.); ein Kerl von einem Linksaußen; technisch versierter als er auf den ersten Blick erscheint.
5: Akif Pirincci (S.j.r.i.); in manchen Spiel-Phasen kaum zu sehen - aber dann ist er doch wieder der-jenige, der die Entscheidung bringt.
6: Serge Menga (F.K.d.H.); ein Spaß- und Kraftpaket - gefährlicher Dribbler, immer anspielbar ...
7: Henryk M Broder (F.K.d.H.); er schlägt millimetergenaue Flanken; unbestechlich in der Analyse; beliebt bei Fans, gefürchtet von allen Gegnern
8: Götz Kubitschek (G.L.k.l.a.g.); nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft, Verbindungsmann zwischen ganz vorn und ganz hinten; Spezial-Training mit Torwart
9: Dieter Stein (G.L.k.l.a.g.); beinahe wäre er in die Reserve verbannt worden, aber dann zeigte er mal wieder, daß er kaum ersetzbar ist;


10: Matthias Matussek (G.L.k.l.a.g.); sehr individuell unterwegs, schwankende Tagesform ist sein Markenzeichen - aber wenn's drauf ankommt ... // sicherer Elfmeterschütze
11: Björn Höcke (V.f.D.); sie wollten ihn aus der Mannschaft werfen, aber erstens hat er einflußreiche Unterstützer, zweitens standen und stehen viele Fans hinter ihm ... 
12: Thilo Sarrazin (W.h.u.v.S.); absolvierte zuletzt kürzere Trainings-Einheiten - seine Bedeutung für die Mannschaft steht außer Frage ...
13: Michael Stürzenberger (Z.Z.P.); die offizielle Nr. 2 im Tor - berühmt für seine aggressiven eigenwilligen Ausflüge aus dem Tor; lässt sich auch durch zahlenmäßig weit überlegene Gegner nicht einschüchtern; er kommt von einer besonders rauhen Form des Rugby ...
14: Uwe Tellkamp (G.L.k.l.a.g.); Neuling in der Mannschaft; zeigt sehr gute Spielansätze ...
15: Jürgen Fritz (V.f.D.-B); auch neu in der Mannschaft; knallharter Taktiker, der jede Vorgabe exakt ausführt ... braucht noch Spiel-Praxis, um fest zum Kader zu gehören...
Abkürzungen:
Z.Z.P. = Zwischen zwei Pfosten 
V.f.D. = Volley für Deutschland
N.w.s.ä.b.s.t. = Nur wer sich ändert, bleibt sich treu
S.j.r.i. = Schnauze, jetzt rede ich
F.K.d.h. = Feinfühlig Kraft durch Humor
G.L.k.l.a.g. = Gute Literatur kommt langsam aber gewaltig
W.h.u.v.S. = Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten
V.f.D.-B = Volley für Deutschland-Blog

Unser Ehrenspielführer Ernst Jünger ist durch variable Spielweisen -ffensiv wie auch defensiv sowie vom Tempo her- und Erfindungsreichtum aus unserer National-Mannschaft  nicht wegzu-denken. Sein Platz in der Ahnengalerie ist ihm für alle Zeiten sicher ... 
                                       in ironia veritas ...
                        als Zaungast
                                        °° Raimund Samson °°

Donnerstag, 7. Juni 2018

Hinweis auf RONALD STOCKINGER

Seit wann bin ich mit Ronald Stockinger auf FB befreundet: zwei Jahre, oder drei?
Seine Posts fielen mir auf als besonders schräg, komisch, bizarr -----ORIGINELL allemal...
In engeren Kontakt kamen wir nie. Aber jetzt finde ich's schade, daß er offenbar das Handtuch geworfen hat und sich aus den "social media", FB zumindest, zurückzieht.
Sein Erkennungszeichen war der Kuh-Kopf, den er inzwischen aus seinem Profil gelöscht hat. 
Statt Kuh-Kopf gibts nur noch einen kleinen grünen Punkt.


Zuletzt gab Ronald mir als Leser weniger die absurde, bizarre, exzentrische Kante, sondern postete -zu kulturellen Themen- kritisch und eher konventionell politisch (gegen den Strom des linken mainstream).
In seinem Steckbrief bezeichnet sich der in Wien Lebende als "Selbständig bei Pataphysik-Profi". Pataphysik ist ein Begriff aus der Kunst-Literatur; er wurde von Alfred Jarry (1873-1907) erfunden. U.a. die Syrrealisten ließen sich später von dem Schriftsteller beeinflussen. "Ab 1898 erschienen in verschie-denen literarischen Periodika Fragmente des Romans Heldentaten und Ansichten des Doktor Faustroll, der als Gründungsdokument der „’Pataphysik“, der Wissenschaft von den imagi-nären Lösungen" (Wikipedia). Auf Jarry wurde ich Ende der 60-er Jahre aufmerksam durch ein Gedicht von Wolf Wondratschek mit den Zeilen "Als Alfred Jarry merkte, daß seine Mutter eine Jungfrau war, bestieg er sein Fahrrad"
Ronald Stockinger ist auch Filmemacher-Videofilmer, mit einem eigenen Kanal: "Rosa Atom" - zu finden hier: https://www.youtube.com/user/toltacoatl
Insgesamt 192 Videos sind dort hochgeladen, das erste wurde vor knapp 12 Jahren auf dem Kanal veröffentlicht. Die Videos sind SEHR unterschiedlicher Art - von Kultur- und Polit-Reportagen zu (rein) experimentellen Beiträgen zu unterschiedlichen Themen (der Künstler als Experimentier-Feld mit adhoc-Satements) zwischen (noch) konventionell und exzentrisch.
Ein Kultur-Soziologe würde den Mann wohl als "inkommensurable" Größe bezeichnen, also als je-manden, an den Maßstäbe anzulegen sehr schwierig ist. 
Auf dem You Tube-Kanal Rosa Atom gibt es einiges zu ENTDECKEN. ich bin gerade erst damit angefangen ...

Mein Statement wird den Künstler und Kultur-Reporter (?!!) Stockinger nicht unbedingt seinen Rückzug revidieren lassen - aber vielleicht schaut ihr, liebe FB-Freunde und Neugierige, mal in den You Tube-Kanal des Künstlers. 
   Oder-und informiert euch über Alfred Jarry und die PATAPHYSIK. 
                                                                                                            °° RS °° 

Montag, 4. Juni 2018

R.I.P. Dieter Kunzelmann

Am 9. Mai starb, im Alter von 78 Jahren, Dieter Kunzelmann. Nun ist eine Ikone des deutschen Linksradikalismus der 60-er und 70-er Jahre tatsächlich tot. 1998 gab er, statt eine Haftstrafe anzutreten, eine Todesanzeige für sich auf. Ein typischer Kunzelmann-Streich, wie sich später herausstellte. Neben Fritz Teufel und Rainer Langhans war K. das prominenteste Mitglied der Berliner Kommune 1 (K 1), die sich zum Ziel setzte, die deutsche Gesellschaft von Grund auf umzukrempeln. Die Kommunarden waren antikapitalistisch eingestellt. Mit ihren Aktionen zielten sie jedoch weniger auf die deutschen Wirtschafts-Strukturen als darauf, die Klein-Familie als "Keimzelle des Staates" zu attackieren - und Alternativen zu ihr aufzubauen. Eine Kommune (Lebens-Ge-meinschaft) als Gegen-Modell zu bürgerlicher Ehe, zu verkappter psychischer Störung und Sexualunterdrückung. Mir leuchtete dieses Ziel in den 70-er Jahren ein, da ich mich selber als "neurotisch" empfand - und als Ursache meine kleinfamiliäre Erziehung sah. Mitte der 70-er und Anfang der 80-er Jahre lebte ich selber in einer Groß-Kommune, welche die bürgerlichen Normen inclusive der Kleinfamilie ablehnte. Wir orientierten uns stark an Wilhelm Reich. Die Kommune 1 war für uns natürlich ein Begriff, aber kein Vorbild, da sie -im Unterschied zu unserer Gemeinschaft- antiautoritär strukturiert war (auch wenn Kunzelmann sich als Diktator aufspielte, wie mir später Freund Hadayatullah Hübsch erzählte, der 1969 eine Zeit lang in der K1 lebte.)


Viele Jahre verlor ich die K1 und Kunzelmann aus den Augen, interessierte mich für andere Dinge, vor Allem für KUNST. Ich war selber Künstler geworden und ging einem artifiziellen Brotberuf nach (: Puppenspieler) - bis ich dann, in einem Text von Oswald Wiener, darauf stieß, daß Kunzelmann als KÜNSTLER angefangen hatte. Er war, Jahre vor seiner Kommune-Zeit und den Aktivitäten für die Terror-Gruppe Tupamaros West-Berlin, Mitglied der Künstler-Gruppe SPUR und der Situatio-nistischen Internationale, dann der SUBVERSIVEN AKTION. Nun imponierte mir der Mann auf einmal wieder. Ich gab in den 90-er Jahren 15 Ausgaben von "herzGalopp - Zeitschrift für Poesie + Lebenskunst" heraus. Die Nr. 8 war Kunzelmann gewidmet, dem Entschwundenen. Der Mann zierte das Cover meiner Zeitschrift, der ich außerdem eine große Collage mit Kunzelmann als Star-Porträt (= Bravo-Parodie) beilegte (s.o.).


Kunzelmann war ein wandelndes Paradox - ein Mensch, der eigene wie gesellschaftliche Wider-sprüche auf die Spitze trieb. Mit Vergnügen. Er wirkte prägend auf die linke Szene, entfremdete sich ihr aber immer wieder - um mit Knall-Effekten, die die Betroffenen keineswegs witzig fanden, auf den Polit-Parcours zurückzukehren. Ein Beispiel: Er warf auf das Auto des Berliner CDU-Bürgermeisters Diepgen ein rohes Ei. Wegen diesem "Attentat" kam es zur zur Gerichtsverhandlung. Es gelang Kunzelmann, trotz Kontrollen, ein rohes Ei in den Gerichtssaal zu schmuggeln, das er dort dem verdutzten Politiker mit den Worten "Frohe Ostern, du Weihnachtsmann!" auf den Kopf drückte. Er war ein Ultralinker, der so "links" war, daß er schon wieder "rechts" wurde - d.h. jenseits konventioneller Maßstäbe agierte. Ein Non-Konformist, der individuell handelte und sich zeitweise verschiedenen Gruppierungen anschloß. 1983 saß er für die "Alternative Liste" im Berliner Abgeordnetenhaus, 1975 kandidierte er für die KPD/AO. 1969 soll er ein Sprengstoff-Attentat gegen die jüdische Synagoge in Berlin geplant haben. Zum Glück zündete die Bombe nicht. D.K. bestritt die Beteiligung, aber mehrere Leute, die ihn gut kannten, lenkten den Verdacht auf ihn. Nein, um Spaß ging es ihm oft nur vordergründig. Dieter K. war ein bitterböser Gegner des Systems, das er auch gewaltsam bekämpfte, weil er es für die Verblödung und Unterdrückung der Menschen verantwortlich machte. Er erhielt mehrmals den Preis, den der deutsche Staat für Hartgesottene und Unbelehrbare wie ihn bereit hält, nämlich: Gefängnis.
                                                                                                                              °° RS °° 
                                                                                                                    

Dienstag, 22. Mai 2018

Schriftsteller*innenverband gegen AfD

Eine Facebook-Freundin verschickte "angeekelt" ein Zitat aus der taz vom 18.5.:


Zuerst reagierte ich empört - mein Adrenalin-Pegel schoß nach oben.
Schon wieder (!!) eine Schikane gegen die AfD?!! Hört das denn garnicht mehr auf ?? ...
Dann schaute ich im "Netz" nach, ob es einen entsprechenden Artikel tatsächlich gibt. Ich wurde fündig: http://www.taz.de/!5503969/
Dies bedeutet aber noch nicht, daß es sich um eine reale=echte Angelegenheit handeln muß. Die taz setzt gerne mal Enten = fake news in die Welt ...  Einerseits ...


Andererseits: In Berlin beschloß der Akademische Senat im Januar, daß ein an einer Häuserwand prangendes Gedicht von Eugen Gomringer, das übersetzt "Alleen Alleen und Blumen / Blumen Blumen und Frauen / Alleen Alleen und Frauen / Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewun-derer" lautet, wegen "Sexismus" übermalt werden soll  (siehe auch http://raimundsamsonkreativ.blogspot.de/2018/01/gedicht-von-eugen-gomringer-angeblich.html ::: Es gibt in dieser Stadt offenbar hochgradig bekloppte Leute. Dann ist auch nicht auszuschließen, daß es Schriftsteller*innen gibt, die ernsthaft diskutieren, Autorinnen wg. Mitgliedschaft in der AfD auszuschließen. 
      Sollen wir lachen oder weinen?
      Weder - noch, schlage ich vor...
 Ausgrenzen von AfD-Politikern und Mobbing gegen Sympathisanten sind mittlerweile alltäglich. Die Partei wie ihre Anhänger wissen damit inzwischen aber gut umzugehen. 

Am besten, ihr lest den m.E. raffiniert gemachten Artikel selber ...
    
  p.s.: Ente + Emojis hat der Autor dieses Postings dem taz-Artikel hinzucollagiert...

Vorschlag: Lasst uns HUMOR entwickeln bzw. ... wiederfinden.
     Otto Reutter ist mir da ein großes Vorbild ...
                                                                                                                                              °°RS°°

Sonntag, 20. Mai 2018

Pfingsten - Selbsterfahrung


Heute ist Pfingsten, ein "hoher" kirchlicher Feiertag. Ich besuchte, obschon katholisch, nicht die Messe, sondern einen Bekannten in der Psychiatrie. 
Ich sprach mit "Goodie" zuletzt vor etlichen Jahren. Zufällig traf ich letzte Woche auf der Straße seine Schwester und erfuhr von ihr, in welchem Haus er heute wohnt.
Ich gehe gern auf dem Anstaltsgelände spazieren. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Einige sitzen vor den Einrichtungen und unterhalten sich. Ob Patient, Besucher oder Pfleger, weiß ich nicht. Die einzelnen Häuser, meist alte Backsteingebäude mit hell übertünchten Fassaden, stehen in einer parkähnlichen Landschaft. Es wird viel getan, um Besuchern ein angenehmes Ambiente zu bieten und Alltags-Streß und Ängste von den psychisch Gestörten fern zu halten.  
Goodie wohnt seit dem letzten Jahr in einem "Übergangs"-Haus. Hier sind Männer und Frauen untergebracht, die mit relativ lockeren Regeln darauf vorbereitet werden, in absehbarer Zeit in eine eigene Wohnung oder Therapie-Gemeinschaft entlassen zu werden. 
Das Gespräch verlief stockend. Goodie rauchte eine Zigarette nach der anderen. Er bot mir eine Selbstgedrehte an - "Nein, ich rauche nicht mehr". Er stand auf, um mir einen Kaffee zu holen. "Mit Milch und Zucker"
So kannte ich ihn: höflich, aufmerksam. 
Ich war neugierig, hatte einige Fragen parat - Goodie jedoch war mißtrauisch. "Willste mich ausfra-gen?" - "Hmm, vielleicht ... Aber du kannst mich ja auch ausquetschen--"
"Och nöö" grummelte er ...
Nun mischten sich andere ein, fragten mich nach meinem Namen und was ich mache. Wir saßen auf einer offenen Veranda, die als "Raucher-Ecke" genutzt wird. Ich begann zu erzählen. Es stellte sich heraus, daß man sich an mich erinnerte...  Ich war überrascht, daß meine Besuche bei Jürgen, der im letzten Jahr starb, einigen Bewohnern im Gedächtnis geblieben waren. 
Ich trank den Kaffee, steckte einen Stapel kopierter Aufzeichnungen von Goodie ein und machte mich wieder auf den Weg.
Heute ist Pfingsten. Ich weiß nicht, ob ich im katholischen Gottesdienst mehr über mich selbst erfahren hätte. 
                                     °° RS °°