Donnerstag, 6. September 2018

Anti-Merkel&Co-Demo HH-Gänsemarkt

Nach 5 Monaten Pause wurde erstmals wieder eine Kundgebung gegen die katastrophale Migrations-politik der Regierung organisiert. 
Treffpunkt war der Gänsemarkt. Ich war mit einem Freund verabredet - der aber nicht kam.
Dafür hatte ich zwischen Stephansplatz und Gänsemarkt die erste Begegnung mit einem Antifanten. "Kamera weg!" herrschte das unbekannte Wesen mich an. Ich hab ihn in meiner Collage verewigt   ...   Erkennt ihn jemand? ---


Am Stefansplatz dann POLIZEI POLIZEI POLIZEI.
    in schwarz 
         SCHWARZ    
                    ScHwArZ (einige wenige mit blauen Überziehern...)
                               später etliche
                         in voller Kampfmontur ---
              Es wimmelte nur so ...
       Auch Wasserwerfer standen bereit - dabei war es garnicht mehr sooooooooo heiß (immerhin schon der 5. September !!! - oke: ein warmer Spätsommer   ...)


Plötzlich kam mir eine Intuition:
         Ich "sah" mit einem Mal Soldaten, die Schokolade an Kinder verteilten ...
    Es war (noch) nicht echt, sondern ein Spiel --- Aber der Gedanke, daß in Hamburg Leute auf die Straße gehen, die Bürgerkrieg wollen, habe ich seit letztem Sommer immer wieder. Die Aufmärsche der sogenannten "Antifa" befördern diese Vorstellung in mir. Nicht nur angesichts der Bilder des randalierenden Mobs beim G20-Gipfel. Auch die verbalen wie körperlichen Attacken, die von "Antifa" ausgehen, wenn jemand es wagt -zB bei Anti-Merkel-Demos- öffentlich eine politisch NON korrekte Meinung zu äußern, bestärken mich in meiner Vermutung, daß bürgerkriegsähnliche Zustände angestrebt werden. 
     Zurück zur Veranstaltung am Mittwoch ...:

Zwischen 19 und 20 Uhr traten mehrere Rednerinnen vor das Publikum; eine Frau aus dem Ham-burger Orga-Team machte den Anfang, dann ergriff ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern das Wort, anschließend ein Herr aus Stuttgart, danach redeten eine Frau und ein Mann aus Mainz, von der dortigen Demo-Gruppe, und schließlicht ein Pegida-Vertreter aus Dresden. Er schlug vor, daß beim nächsten mal "jeder einen mitbringt" - "dann sind wir schon doppelt so viele". Und die Anzahl der Gegendemonstranten würde auf die Hälfte schrumpfen ... Die Anzahl der Kundgebungsteilnehme-rinnen an diesem Abend: ca. 200-250 ... - denen auf der Gegenseite bzw. ringsum ca. 5000 "Antifanten"+ Co. gegenüberstanden und brüllten, was das Zeug hielt - (Einschub: lt. Matthias Matussek in Jf 14.9. standen 187 Demonstranten 10.000 Gegendemonstranten gegenüber). Ich bin skeptisch, was die Steigerung der Teilnehmer-Zahlen betrifft. Die mediale Hetze ist unglaublich. Das Orga-Team wird pauschal als "rechtsextremistisch" verteufelt - und alle Kundgebungsteilnehmerinnen werden in die gleiche Ecke gestellt. Einen genauso großen Druck erfahren viele Anti-Merkel-Demonstrantinnen in ihrem privaten Umfeld. In den östlichen Bundesländern scheint dies, im Unterschied zu Hamburg, kein Problem zu sein. °°° Ich finde es unerträglich, wie in Hamburg die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird. DESHALB ging ich zu der Veranstaltung. Ich bin persönlich betroffen als Künstler - siehe auch 
https://www.youtube.com/watch?v=hqG7VKzltEI      und
https://www.youtube.com/watch?v=AHxCPkpwKwE
--- Trotz eines Riesenaufgebots an Uniformierten gelang es zweimal einer Gruppe von sogenannten "Antifaschisten", zu den Anti-Merkel-Demonstranten vorzudringen.
  Hier zwei Momentaufnahmen:
     

Mein Vorschlag fürs nächste Mal: Nur ein oder zwei Rednerinnen von außerhalb einladen - statt-dessen mehr auf hiesige Demo-Teilnehmerinnen bauen. Es geht nicht um professionelles Rednertum, sondern darum, die Anonymität hier aufzubrechen und Strukturen zu kreieren, aus denen mehr entstehen kann.
An jedem ersten Mittwoch im Oktober, November und Dezember soll wieder demonstriert werden. Im Dezember am Dammtorbahnhof.
°°° Danke für die Aufmerksamkeit , lieber Leserinnen. Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Informationen etwas anfangen. Naja, mir ist die Phantasie etwas durchgegangen, sorry - aber bei diesen sogenannten "Antifaschisten" vielleicht verständlich ...  ?? !
                                                                              mit kreativem Gruß
                                                                                       °° Raimund Samson °° 


Montag, 3. September 2018

Von FJ Strauß lernen ...

Am 3. Oktober jährt sich zum dreißigsten Mal der Todestag von Franz  Josef Strauß. Kein Politiker und Staatsmann polarisierte nach dem Krieg wie dieser Mann. Viele Politiker sind längst in Verges-senheit geraten - ganz anders ER ...


Meine Geschichte mit Strauß beginnt ca. 1977 in Hamburg. Wir, d.h. Teilnehmer eines linken Demonstrationszuges, marschierten im Schrittempo über den Jungfernstieg und brüllten Parolen. Eine davon war "Hätten sie Strauß abgetrieben, wär uns viel erspart geblieben!" Ich war mit Leuten vom KB (= Kommunistischer Bund) unterwegs. Strauß-Gegner waren wir alle - es gab in meinem Freundes- und Bekannten-Kreis nicht einen, der Strauß gelten ließ. Er war DER FEIND schlechthin. Ich brüllte alle von KB-Einpeitschern vorgegebenen Parolen mit - aber bei dieser blieb mir die Wut im Halse stecken. Ich war gegen den CSU-Mann, aber Abtreibung? - lehnte ich ab. Irgendwie war es peinlich. Ich wollte dazugehören - aber nicht um jeden Preis... Ich war schon damals gegen Abtreibung. So kam der erste Riß in meine linke Polit-Geschichte. Er führte jedoch nicht dazu, daß ich das Lager wechselt und mich "rechts" orientierte. Ich blieb "links", begann mich aber aus politischen Zusammenhängen heraus zu ziehen.
Mehr als 40 Jahre später, um manche Lebens-Erfahrung reicher, fange ich an, mich intensiv mit dem 1915 geborenen Politiker Franz Josef Strauß zu beschäftigen. Die Biografie von Horst Möller (2015) bietet dazu reichlich Gelegenheit. 


Auf mehr als 700 Seiten, zuzüglich 100 Seiten Anmerkungen, Stichwort- und Literaturverzeichnis wird von dem Geschichts-Professor Möller ein Lebenslauf nachgezeichnet, der an Genauigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Minutiös wird die gesamte politische Karriere von FJ Strauß (1915-88), die unmittelbar nach dem Krieg begann, nachgezeichnet, mit allen Facetten. Der Landespolitiker, der Bundestagsredner, Weltpolitiker (FJS war der erste hiesige Politiker, der in China offiziell empfagen wurde und u.a. Mao traf...). Ich lese das Buch mit Begeisterung - trotz seiner Länge wird mir nicht langweilig. In der Öffentlichkeit ist vor Allem das Bild des Berserkers präsent, der verbal über die Strenge schlug.  Daran ist einiges wahr, aber wahr ist auch, daß dieser unbändige Mann stets auch zur Versöhnung bereit war. Er war nicht nur dem Wortlaut nach Christ. Er wurde jahrzehntelang mit öffentlichen Haßbekundungen, Verleumdungen und boshaften Intrigen eingedeckt. Es gelang nicht, ihn zur Strecke zu bringen. Aber selbst mit seinem "Lieblings-Feind" Augstein (SPIEGEL-Hrsg.), der etliche Male sein Magazin nutzte, um den bayrischen Politiker heftigst zu attackieren und bloß zu stellen, trank Strauß auch schon mal Whiskey. Die permanenten Querelen gingen nicht spurlos an FJS vorüber. Er war ständig mit Verleumdungs- und Widerspruchsklagen befasst - bzw. ließ eine Anwaltskanzlei für sich arbeiten, die Jahrelang eine Pauschale von 36.000 DM erhielt. Also GELD - hatte Strauß. Reichlich. Natürlich versuchte man ihn auch über diese Schiene zu desavouieren. Biograf Horst Möller hat auch diesbezügich genau recherchiert. In keiner Phase konnten Strauß Widerrechtlichkeiten bei seinen Einnahmen nachgewiesen werden. Er hatte bedeutende Nebenein-nahmen durch Immobiliengeschäfte, als Testamentsvollstrecker u.a. - alles im legalen Rahmen. 


Er war ein "Arbeitstier", ein leidenschaftlicher Politiker, der keine Angst vor Gefühlen hatte und sie fast überall zum Ausdruck brachte - ohne Sachverhalte zu verzerren. Auch wenn er bisweilen über die Stränge schlug. Er war ein äußerst akribisch und genau planender Mann. °° Als Redner war er genial. Man soll mit dem Wörtchen "Genie" sparsam umgehen, gerade bei Politikern, aber auf den Redner Franz Josef Strauß trifft es m.E. zu. Er hielt in seinem Leben tausende von Reden, stets sachbezogen - und gleichzeitig unterhaltsam. Er bezog sein Publikum mit ein. Er brauchte kein Papier, von dem er ablas - er war in der Lage, aus dem Stegreif komplizierte Sachverhalte zu erklären, auf eine kontroverse Art, die eine seltene Professionalität hatte. 

Es gibt AfD-Fans, die meinen, Strauß würde heute ihre Partei wählen. Ich glaube das nicht. Natürlich würde Strauß die AfD ernst nehmen, auch als Konkurrenz für die CSU, aber er würde auch die Schwachstellen der AfD kennen und nennen. Er würde klar machen, daß die AfD aufgrund der katastrophalen Migrations-Politik der Regierung stark geworden ist - aber damit noch längst nicht in der Lage wäre, selber zu regieren; d.h.: Auf manchen Gebieten der Politik hat die AfD weder Erfahrung noch Kompetenz vorzuweisen. 
Aber das ist natürlich nur meine Interpretation.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit Franz Josef Strauß auseinander zu setzen. Man kann auch von ihm lernen, eine Menge sogar - zB Politik ist ARBEIT. Tägliche Arbeit. FJ Strauß hat sich ständig weiterentwickelt, seine Kompetenz erweitert, sein ganzes Leben lang. Er hat sehr viel gelesen. 
Auch wenn das Buch von Möller sehr umfangreich ist: Ich kann es wärmstens empfehlen. 
                                                                                                                    °° Raimund Samson °°
                                                                                                                

Montag, 13. August 2018

Weichei JAN ULLRICH - oder Harter Kerl ?

Ich las alarmierende Meldungen über den einstigen Rad-Superstar Jan Ullrich: Erst die Verhaftung auf Mallorca, dann Auffälligkeiten in einem Frankfurter Hotel, wo der Ex-Champion eine Prostituierte gewürgt haben soll - unter Drogen- und Alkoholeinfluß. Die nächsten Stationen: Polizeigewahrsam, Psychiatrie, Entzugs-Klinik.


Jan Ullrich war jahrzehntelang erfolgreich - nicht nur als Sportler, sondern auch als Betrüger. Er führte nicht nur Vertragspartner, sondern Millionen TV-Zuschauer und Fans an der Nase herum. Es gelang ihm stets, Verdächtigungen wegen Dopings zu zerstreuen. Er fiel ab und zu auf, etwa durch einen schweren von ihm verursachten Auto-Unfall in der Schweiz (zwei Verletzte), schien sich aber jedesmal wieder in den Griff zu bekommen. 
Nun der totale Durchhänger. Ein Tiefpunkt toppt den nächsten. 
Ullrichs Behauptung "Ich leide an ADHS" (= Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) finde ich witzig, ist aber m.E. eine Ausrede. Wenn dem echt so wäre, zöge er am besten in die kana-dische Wildnis, um als Holzfäller zu malochen und von seiner Störung herunter zu kommen. Energie hat er offenbar noch jede Menge. Wie kann sie zu positiver Energie werden? Gut könnte auch ein Aufenthalt in einem buddhistischen oder christlichen Kloster sein, um zu Ruhe und sich selbst zu finden. Er würde Unkraut jäten, Kartoffeln ernten oder in der Bäckerei arbeiten. Er könnte die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm gut tut, nämlich: Möglichst wenig!... Der ehemalige Super-Star würde Bescheidenheit lernen. Eine feine Sache. Demut wäre vielleicht noch besser.

Alkohol- und Drogen-Konsum sind nur Symptome. Die wahren Schwierigkeiten des Jan Ullrich bestehen m.E. darin, daß er ein Riesen-Problem mit seiner Glaubwürdigkeit hat. Von Haus aus ist er ein offener Typ, den man leicht sympathisch findet und der bei Frauen gut ankommt. Aber wenn die ersten Sympathien und Verliebtheit verflogen sind, fragt sich mancher: Wer ist dieser Typ eigentlich WIRKLICH? Was steckt HINTER seiner Fassade? Denn jeder weiß, daß der smarte, lächelnde, Nettigkeit ausstrahlende Ullrich auch ganz anders kann ...
Jetzt ist der nette Jan Ullrich vor "Nettigkeit" geradezu explodiert....
Die sympathische Fassade hat tiefe Risse bekommen, jetzt geht es ans "Eingemachte".
Nun kommt es auf die Substanz an; es zeigt sich der Charakter des Menschen. 
Ich habe Jan Ullrich einst bewundert. Wann immer ich konnte, sah ich mir seine Rennen im TV an. 1997 legte ich meinen Urlaub extra so, daß ich bei der Tour de France möglichst viele Etappen live im Fernsehen verfolgen konnte. 
Einige Jahre später stellte sich heraus, nach und nach, "tröpfchenweise" sozusagen, daß beim Sonnyboy wohl doch nicht alles mit rechten Dingen zuging. "Reinen Tisch" machte er aber nicht. Stets hatte er Ausreden und mogelte sich durch. Er konnte sich darauf verlassen, daß für ihn, gerade als "Person des Öffentlichen Lebens", die Unschuldsvermutung gilt: "in dubio pro reo" - "Im Zweifel für den Angeklagten".
Damit könnte nun Schluß sein. Wenn - ja WENN Jan Ullrich tatsächlich "reinen Tisch" machen will. 
Ich bin da nicht sicher.
Eines weiß ich: Alkohol- und Drogenprobleme haben Millionen Menschen. Bei den meisten aber "kräht kein Hahn danach", ob sie "die Kurve kriegen" oder elendig verrecken.
In gewisser Weise ist Ullrich ein Opfer des Doping-Systems der DDR. Er wurde groß mit Tricksereien, die von höchster staatlicher Stelle gebilligt wurden. Wie könnte dieser Mann aus seiner Opfer-Rolle heraus in eine andere hineinwachsen, in der er Menschen mit ähnlichen Problemen Mut machen und beherzigenswerte Anregungen geben könnte? 
Jan Ullrich verdient kein Mitleid - es reicht schon, wenn er selber leidet und andere angreift. Er müsste, durch erfahrene Therapeuten-Menschenkenner, knallhart mit sich selber konfrontiert werden; "ohne Wenn und Aber" müssten ihm seine Aggressivität, Tricksereien und Ausreden aufgezeigt werden.
       So ein Erkenntnis- und Heilungsprozeß geht über Jahrzehnte - bis zum Lebensende.
             Damit wünsche ich J.U. viel Erfolg.  
                                                                            °° RS °°

Mittwoch, 1. August 2018

"Rentner in Angst"? - NEIN DANKE!

Ich bin seit 3 oder 4 Jahren ein regelmäßiger und meist begeisterter Leser von COMPACT, Untertitel "Magazin für Souveränität". Die neue Ausgabe vom August 2018 gefällt mir nicht. 
Headliner ist diesmal "Rentner in Angst". Auf 14 Seiten,  in insgesamt 5 Artikeln, wird mächtig auf die Tränendrüsen gedrückt und Stimmung gemacht. Die Beiträge sind gut recherchiert, eloquent und politisch radikal. UND? Ich bin selber Rentner, seit knapp einem Jahr; meine Rente wurde gerade auf 308 € erhöht. Eine umgewandelte Lebensversicherung bringt mir nochmal ca. 150 €. Das reicht nicht zum Leben - schon die Miete beträgt 600 € incl. UND? Ich arbeite weiter, um über die Runden zu kommen. Na klaro bin ich unzufrieden ... Andererseits habe ich meine Situation selbst mitver-schuldet, indem ich die Warnungen meines Vaters, "an die Rente zu denken", in den Wind schlug. Mir war wichtiger, als Künstler zu leben, mehr als 10 Jahre lang finanzierte ich sogar meinen Lebensunterhalt mit eigener Kunst. Ich zog nämlich als Puppenspieler mit eigenen Figuren und eigenen Stücken über die Lande. Darauf bin ich heute noch ein bißchen stolz.


Sicher ist die Situation vieler Rentner-innen alles andere als rosig. Trotzdem finde ich es falsch, hys-terisch auf die "Altersarmut"-Hupe zu drücken. Denn erstens geht's nicht allen Rentnern NUR schlecht -auch denen, die zu wenig Geld haben. Zweitens fehlen mir in dem Heft Mut machende Hinweise, Beispiele von Rentnerinnen, die ihren Alltag meistern und, wenn sie schon nicht jeden Tag genießen, doch etwas aus ihrem Leben machen. Und genau darauf kommt es an. Die Quintessenz, die ich aus allen 5 Artikeln ziehe, lautet: Es ist zu wenig Geld da. UND? Blablabla ... Irgendwie armselig ... Meinetwegen politisch radikal - aber auch total unfruchtbar. Das weiß doch die letzte Kirchenmaus, daß die Lage vieler alter Menschen prekär ist. °° 
Was MICH an dieser in Chaos versinkenden Gesellschaft besonders stört, ist der Mangel an RESPEKT, der mir als älter Werdendem entgegen gebracht wird. Und die AfD? Ich blogge beinah täglich positiv über sie. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, daß sie das Problem im Sinne der Rentner-innen lösen wird. Hat auch die AfD hier nur eines im Auge: mehr GELD? Ich befürchte es fast.
Im Folgenden ein Beispiel dafür, wie man ohne Panikmache und Hysterie das Thema Älterwerden gestalten kann. Souveränität, um mal dieses nette Wörtchen zu verwenden, sollte auch im Alter nicht aufhören. Von Peter Schütt gibt's darüber einen sehr guten Text: "Mein Pro-Aging-Manifest". Gelassen erzählt., anregend, ohne jede Panikmache ...
                                                                      °° Raimund Samson, "Rentner" °°

Freitag, 27. Juli 2018

2einhalb Jahre Auftrittsverbot im Atelierhaus 23

Seit 1988 betreibe ich in Hamburg-Wilhelmsburg als Stadtteilkünstler Projekte: Organisierte Le-sungen und Ausstellungen, gab Zeitschriften und Anthologien heraus. Mehr als 10 Jahre lang moderierte ich Radio-Sendungen und stellte Autorinnen, Galeristen, Maler, Zeitschriften, Musiker und andere Krea-tive und Projekte vor. Meine Initiative, das "Wilhelmsburger Kunstbüro", bestand aus rund 20 Leuten. Wir finanzierten fast alles selber; staatliche Unterstützung bekamen wir so gut wie nie.
Ab 2006 gab es einen tiefgehenden Umbruch in Wilhelmsburg, als die IBA (Internationale Bau-Ausstellung) sich massiv in die Stadtteilkultur einmischte. Sie puschte mit viel Geld Projekte, baute Konkurrenzen auf. Sie glaubte, mit Geld alles kaufen zu können - vor Allem Kreative. Bei vielen lag sie damit goldrichtig ...
                      
Im Fahrwasser der IBA setzten knallharte Verdrängungs-Prozesse ein, welche die gesamte Bevölke-rungs-Struktur betrafen und durch die auch langjährige Bewohner und Kreative unter Druck gerieten.
Vor Allem Studenten und Schüler profitierten davon.
Ich verstand mich selber als "links" - hatte aber den Anspruch, als Stadtteilkünstler alle Menschen zu erreichen, egal welchen Alters, welcher Nation, Hautfarbe, welcher politischen Meinung - egal ob "rechts" oder "links". Kunst steht für mich über politischer Ideologie.
Mitte November 2015 bekam ich "Auftrittsverbot" im Wilhelmsburger Atelierhaus 23, einem von der IBA umgebauten und finanzierten Gebäude-Komplex, in welchem mehr als 40 Ateliers unterge-bracht sind. Mein Verbrechen: Ich hatte gewagt, mich im Internet positiv über AfD und Pegida zu äu-ßern.
In dem Video erzähle ich von meiner Arbeit und den sich verschärfenden Querelen mit Linksradika-len, die Meinungs-Terror gegen politisch Andersdenkende entfachen, um die gesamte Situation zu eskalieren. Für sie sind Kreative offenbar "nützliche Idioten", die man solange gewähren lässt, wie sie ihre Kunst an den Regeln der "Political Correctness" orientieren. Wagen sie es jedoch, nach eigenen Vorstellungen zu arbeiten, werden sie ausgegrenzt. 
Es gibt in diesem Land immer mehr Opfer von Meinungs-Terror und Mobbing wegen mißliebiger politischer Haltung. Diesen Menschen, die Ausgrenzung und Denunziation teilweise hilflos ausge-liefert sind, widme ich mein Video
Ich danke Eva, Manfred, Thomas und Dietmar für ihre Unterstützung. 
                                                                               °° RS °° 
p.s. Auf dieser Blogseite findet der Interessierte unter der Rubrik "Gentrifizierung" 125 Posts, die sich mit den hier angerissenen Themen und soziokulturellen Problemen befassen ... 

Mittwoch, 18. Juli 2018

Deutsche Justiz gegen Deutsche - oder: Mit Kanonen auf ...

Am 11.7. hatte ich eine Verhandlung vor dem Sozialgericht Hamburg. Schon zum 31.5. war ich vorgeladen worden mit Androhung von "Ordnungsgeld bis zu 1000 €" bei Nichterscheinen. Da ich aufgrund meiner Arbeit unabkömmlich war, wurde der Termin verschoben. Dazu brauchte es ZWEI Briefe - einmal mit einer Erklärung meines Chefs; dann, als diese noch nicht ausreichte (!!), mit einem zweiten Schreiben und Hinweis auf eine weitere mir vorgesetzte Person. 

Am 11. Juli war es soweit.
In Zimmer 207 saßen eine Richterin und zwei Beisitzer; es kam eine Vertreterin der Hamburger Arbeitsagentur hinzu.  Ich war mit einem Zeugen anwesend. 
Es ging um zwei Rück-Forderungen der Arbeitsagentur Hamburg bzw. des Job-Centers Wilhelmsburg aus 2013 (!), gegen die ich seit mehr als fünf (5) Jahren klage. 
Bei dem Streitfall mit dem A-Amt Hamburg ging es um 27 (siebenundzwanzig) bzw. 9 (neun) €. Die A-Agentur forderte von mir 27 € für 2013 zu viel Alo-Geld - ich war der Ansicht, ihr stünden nur 9 € zu. 
Bei der anderen Forderung ging es um 695,97 € - aus dem ersten Halbjahr 2013. Mir war seinerzeit, obschon nicht mehr leistungsbezugs-berechtigt, 4 Monate lang weiter Geld überwiesen worden, insgesamt 1837,37 €. Diese Summe zahlte ich unaufgefordert jeweils kurz nach Erhalt zurück - insgesamt 1840,37 (also versehentlich 3 € zu viel). Dies alles belegte ich dem Jobcenter bereits im Frühjahr/Sommer 2013 mit Bank-Belegen. Alles "wasserdicht" und überprüfbar.
Auch dem Gericht lagen diese Unterlagen seit ca. 5 Jahren vor.

  
Bereits am 17. April 2013 (!) forderte das Wilhelmsburger Job-Center von mir 2125,88 € angeblich zu viel gezahlter Leistungen für Jan-April 2013 zurück. Diese Summe wurde erst auf 2096,48 € und danach weiter reduziert, bis auf zuletzt 695,97 €.
Im März 2016, also vor gut 2 Jahren, kamen beide Fälle vor dem Sozialgericht zur Sprache. Ich versicherte, die kleinere Summe sofort zu bezahlen. Es gab aber kein Urteil in dieser Sache.
Wegen der größeren Summe war in der Verhandlung 2016 eine Vertreterin des Wilhelmsburger Job-Centers anwesend. Das Gericht stellte fest, daß die vorhandenen Unterlagen nicht ausreichten, um die Berechtigung der Forderung von 685,97 € festzustellen. Die Dame versprach daraufhin, Akten-studium zu betreiben, um die Forderungen noch einmal zu prüfen. Des Weiteren versprach sie, mich zu informieren und mir die Möglichkeit zu verschaffen, selber diese Akten zu prüfen. 
Nichts geschah. Weder wurde ich angerufen oder schriftlich verständigt, noch wurden vom Job-Center Wilhelmsburg irgendwelche Informationen an das Sozialgericht geschickt.

Am 19. Dezember 2017 schrieb mir die Bundesagentur für Arbeit (wo es um die Forderung von 27 bzw. 9 € ging): "nach Durchsicht der Unterlagen, möchte ich ihnen mitteilen, daß die Forderung, gegen die Sie Klage erhoben haben, bereits getilgt ist". 
Dieses Schreiben stimmte mich hoffnungsvoll, daß es in der Verhandlung am 11.7. nun um die größere Summe gehen werde ...
Weit gefehlt!!
Die größere Sache wurde garnicht erwähnt und als ein Fall abgetan, der mit dem nun zu verhandelnden nichts zu tun habe.
Es wurde festgestellt, daß die strittige Forderung der Arbeitsagentur (9 bzw. 27 €) bereits getilgt sei - was mir eben diese Agentur bereits am 19.12.2017 mitgeteilt hatte !!!
Um also festzustellen, daß eine "bereits getilgte" Forderung nicht verhandelt zu werden braucht, wurde mit großem Aufwand eine Sozialgerichtsverhandlung einberufen.
Was KOSTET so eine Verhandlung? 
Ist das nicht Verschwendung von Steuergeldern?
Ich war von dem Verlauf der Verhandlung total überrascht. Und bin froh, einen Zeugen mitgebracht zu haben - sonst würde ich womöglich glauben, daß ich das Ganze nur geträumt habe. 
   Der Pferdefuß bei der ganzen Sache: Ich werde von einer Inkassogesellschaft der Arbeitsagentur, die in Recklinghausen ansässig ist, massiv unter Druck gesetzt, endlich die 695,97 € zu bezahlen. Siehe die Auflistungen oben.
°°° Inzwischen bin ich dem SoVD beigetreten, dem "Sozialverband Deutschlands". Gegen einen monatlichen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 6 € werde ich beraten. Das erste Gespräch verlief aus meiner Sicht gut. Wenn die Inkasso-Gesellschaft wieder ihre Geschütze auffährt, werde ich mich erneut an den SoVD wenden, um Unterstützung zu bekommen ... 
°° Man liest immer, unsere Gerichte seien überlastet. Wir, die Bürger, werden aufgefordert, Justitia nicht übermäßig zu strapazieren. 
In meinem Fall wurde eine völlig überflüssige Verhandlung durchgeführt. Arbeitsagentur und Sozial-gerichtlich kooperierten einvernehmlich.
            Naja, diese Leute werden DAFÜR bezahlt ... Ich muß mich -seit 5 Jahren- in meiner kostba-ren Freizeit mit dem Kram herumschlagen ... 
                                                                                                                                   °° RS °°                                                  




Dienstag, 10. Juli 2018

GRÜNE? - Nein danke!

In Hamburg entstanden die Grünen in den 70-ern aus BI's (Bürger-Initiativen) gegen Atomkraft-werke. 1978 wurde eine vom KB (Kommunistischer Bund) dominierte "Bunte Liste - Wehrt Euch" (BL) gegründet. Die BL erreichte bei den Hamburg-Wahlen 1978 insgesamt 3,4 %. Mit 2 Abge-ordneten gelang ihr sogar der Sprung in die Bezirksversammlung von Eimsbüttel.
1976 und 1977 war ich in den "BI's gegen Atomkraftwerke" von St. Pauli und Steilshoop aktiv. Danach blieb ich, wenn auch nicht mehr aktiv, viele Jahre Anhänger und Wähler der Alternativen bzw. Grünen - auch, weil sie sich pazifistisch positionierten. Sie waren stark in der Friedensbewe-gung verankert. 
Aus den "Bunten" und "Alternativen" (AL-Alternative Liste) wurde später die Grün-Alternative Liste (GAL), die 1982 mit 7,7 % in das Hamburger Landesparlament einzogen. 

"In den 1980er Jahren standen die Grünen der NATO-Mitgliedschaft Deutschlands ablehnend gegenüber." (Wikipedia) Sie waren maßgeblich am Protesten gegen die Lagerung von Atomwaffen in der BRD beteiligt. Ihre damalige Galionsfigur war Petra Kelly, die 1992 von ihrem Lebensgefährten ermordet wurde. Mit dem Balkan-Krieg gaben die Grünen nach und nach pazifistische Positionen auf. Vorreiter dabei waren Joachka Fischer und Daniel Cohn-Bendit. Die sogenannten "Realos" setzten sich endgültig gegen die "Fundamentalisten" durch. 
Heute sind die Grünen für mich eine Mischung aus Kindergarten, politisch korrekten Sozial-Tanten, Bürohengsten mit Blümchen auf der Fensterbank und hypermoralischen Oberlehrerinnen. Sie scheinen allesamt vergessen zu haben, was eigenständiges Denken ist.
                                                                                         Collage und Text: °° Raimund Samson °°