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Dienstag, 27. März 2018

Selfie mit COMPACT

Die neue COMPACT ist raus + gefällt mir wieder sehr gut! Besonders gefreut haben mich die Artikel "Lachnummer SPD", "Die Trümmerfrau" und "Seid ihr heute alle schön schwul gewesen", in denen auch Frauen ihr Fett abbekommen. Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts propagieren in diesem Land nämlich besonders penetrant die Political Correctness. Es ist ein Verdienst von COMPACT, mit den Säften der Ironie und Satire frische Luft in diese muffigen Gefilde zu tragen. °° Auch das Interview mit Guido Reil (AfD) und "Frühling des Widerstands", "Raubritter der Tafelrunde", "Mille grazie, Italia!" und und ... (ich will nicht alle aufzählen) sind sehr gut recherchiert und erzählt, präzise in der Analyse und Pointe. 

 
Eine Premiere erlebte ich gestern mit Compact im 5-er Bus in Hamburg-Mitte. Ich las in dem Heft - da sagte plötzlich ein junger Mann, der mir schräg gegenüber stand, "Du Nazi!" Ich ahnte den Grund für seine despektierliche Äußerung und hielt, auch für Umstehende gut sichtbar, das Heft etwas höher.  Der jM nahm meine Steilvorlage an und verfiel in einen oberlehrerhaften Ton: "Wer Compact liest, ist ein Nazi". Ich hielt zunächst den Mund, aber dann, als er mich weiter böse anstarrte, fragte ich: "Weißt Du, was ein Vollpfosten ist?" Keine Antwort. Ein Mann grinste. Ich setzte nach: "Nimm einen Spiegel in die Hand und schau dich an!" Mehr wollte ich im Bus nicht sagen. Dabei kannte ich den jM von einer linksradikalen Aktion in HH-Wilhelmsburg. 
Er mich auch? Wahrscheinlich. In meinem Stadtteil bin ich bei Linken inzwischen verschrien - eine persona non grata. Dabei war ich viele Jahre lang DER Protagonist "links"-beeinflusster, gegen den Strich gebürsteter Kunst und Kultur in HH-Wilhelmsburg. Einige steckten mich, grob vereinfachend, in die Schublade "Underground". Ich veranstaltete weit über 100 Lesungen, moderierte mehr als 200 Radio-Sndungen, organisierte Ausstellungen usw usw usw... tja.
                                                                                     --- Man lernt nicht aus !
Der jM verließ den 5-er ein paar Stationen vor mir. Von draußen fixierte er mich noch mal einmal mit bösem Blick, wie um sich zu vergewissern  ... 
                                                                                                     °° RS °° 

Donnerstag, 20. August 2015

Gefährliche Bürger - Bluthochdruck garantiert

 

Im Atelierhaus 23 gibt es Ende August eine Veranstaltung, wie sie täglich zu Dutzenden in diesem Land durchgeführt werden. Eine verunsicherte Gesellschaft, die alles daran setzt, Bürger und Bürgerinnen zu braven Konsumenten zu erziehen und ihrer Ideologie millionenfach hinterher zu trotten, ist mit ihrem Latein am Ende. Griechisch versteht sie nicht, russisch noch weniger... äh----- Scherz beiseite! ... Es scheint, in größerer Anzahl als befürchtet, Menschen zu geben, die nicht gewillt sind, als Vollpfosten, Dämelacks und Gesinnungsknilche ihr Dasein zu fristen. Weckrufe, genervte Politiker-Appelle, Alarmanlagen auf Rot schalten, besorgte Warnungen vor einer kurz bevorstehenden Machtübernahme durch braune Horden mit scharfen Zähnen und Teufelskrallen hat Tradition in Deutschland. Ich erinnere mich seit den späten sechziger Jahren an, vor allem bei Bundestagswahlen, Szenarien, mit denen Weltuntergangsstimmung heraufbeschworen und Mütter dazu gebracht wurden, ihre Kinder tage- ja wochenlang keine Sekunde beim Spielen draußen aus den Augen zu lassen. Denn hinter jedem Busch könnte der braune Mob lauern ... Ja, es hat Menschen mit Teufelskrallen gegeben, und auch braune Horden, die Jagd auf Juden, Zigeuner und Homosexuelle machten. Da gibt es nichts zu verharmlosen. Wenn ich allerdings den Text von Christoph Giesa lese, mit der für das Buch "Gefährliche Bürger" geworben wird, bin ich alarmiert und möchte, in gutbürgerlicher Wutmanier (: daß es so etwas politisch Un-Korrektes noch gibt: WUT), zu der Veranstaltung eilen. In der Lesungs-Ankündigung werden Klischees aneinandergereiht, die bestens bekannt sind. Jetzt ist offenbar mal wieder Zeit, diese Vogelscheuchen, getarnt als moralische Appelle, aus Kellerverliesen, alten Truhen und Giftschränken hervor zu kramen. Um damit Geld zu machen und zu reüssieren. Von der ersten bis zur letzten Zeile zieht hier ein Autor seinen Job durch, der mit einem einzigen Wort zu beschreiben ist: DÄMONISIEREN. Der Autor behauptet, gute Argumente zu haben. Ich sehe: Panikmache und Verteufelung. Dafür zahle ich keine 5 € Eintritt.                          ** RS  ***