Deutschland feiert derzeit ein Traumpaar:
SPD-Gabriel und Schauspieler Schweiger tun sich zusammen, um
Reibach und Wählerstimmen zu fischen.
Es ist ausgesprochen clever, die Empörung über falsche
Asylpolitik zu instrumentaliseren ...
Die besten Pointen lieferte bisher die TV-Sendung
Extra 3:
"Die Verdopplung der Waffenexporte in den arabischen Raum genehmigen
und dann mit Schweiger über Flüchtlinge plaudern - unbezahlbar
Telefonat mit Til Schweiger - € 1,30
1 Glas Wasser - € 3,00"
Kulturjournalismus, in Bildern denken, Gegenöffentlichkeit, Experiment, Schutzengel
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Dienstag, 18. August 2015
Dienstag, 4. August 2015
Bullshit in Hochglanz
Im neuen SPIEGEL ist ein Gespräch abgedruckt, das Timo Feldhaus mit der kanadischen Wissen-schaftlerin und Autorin Sarah Thornton über ihr Buch "33 Künstler in 3 Akten" führte. Frau Thornton interviewte zuvor eine größere Anzahl offenbar weltberühmter Künstler - darunter auch einige Frauen. Die Kanadierin betont, selber keine Künstlerin zu sein. Das sei ihr gleich zu Beginn ihres Kunst-Studiums aufgegangen. Sarah Thornton entzaubert Künstler, Männer wie Frauen. Dies scheint das zentrale Anliegen der Untersuchungen zu sein. Der SPIEGEL-Redakteur ist offenbar dem Gespräch nicht gewachsen. Schon in den Vorbemerkungen geht er in die Knie: "Also: Was ist, im Jahr 2015, eigentlich ein Künstler? Eine Frage, die
man am besten Sarah Thornton stellt, einer Soziologin, die mit Stars der
internationalen Kunstszene gesprochen und ein Buch darüber geschrieben ..." Wie nennt man so einen Kotau: Dumm? Oder schleimig? Oder beides??
Frau Thorntons Darlegungen enthalten viele Wahrheiten - diese ließen sich relativieren. Aber dazu bedürfte es eines Gesprächspartners, der über mehr Format und Wissen verfügt, auch philosophischer Art, als Herr Feldhaus. Am Ende geht der Spiegel-Redakteur, brav wie er ist, vor den Entlarvungen und -hüllungen der Wissenschaftlerin erneut in die Knie: "Ich muss ehrlich sagen: Am Ende lässt mich dieses Gespräch
traurig zurück. Die Kunst ist ruiniert. Sie hat all ihren Zauber
verloren."
Timo Feldhaus ist offenbar nicht in der Lage, die betont empirisch und wissenschaftlich daher-kommenden Darlegungen und Behauptungen von Sarah Thornton als das zu erkennen, was sie sind: Elitäre und rein positivistische Beschreibungen.
Die Interpretationen und Behauptungen von Frau Th. sind kein Grund traurig zu sein.
Kunst - wie auch Positivismus - beruhen u.a. auf Suggestionskraft.
Wer war zuerst da? Kunst oder Wissenschaft?
Klar ist: Frau Thornton tritt relativ spät in Erscheinung. Die Kunst und Künstler sind längst da,
ebenso die Wissenschaften.
Frau Th. ist clever und raffiniert,
und ich möchte ihr attestieren: Sie spannt sowohl Kunst wie auch Wissenschaft vor ihren Karren. UND verdient damit Geld. Eine Menge Geld.
Frau Thornton ist sehr modern.
Und der SPIEGEL? Hinkt, wie so oft, Vielem hinterher. Manchmal ist das bedauerlich. In diesem Fall peinlich.
Jaja: Der SPIEGEL entlarvte vor ein paar Jahren den Josef Beuys.
Hauptsache, die QUOTE stimmt.
Die letzten Worte über Kunst sind nicht gesprochen. Auch wenn Frau Th. dieser irrigen Ansicht ist, und mit ihr SPIEGEL-Redakteur Feldhaus.
*RS*
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