Samstag, 21. Februar 2015

Wir brauchen Wohnungen - kein "Soulvillage"

                          
Wie oft postete ich über das Soulkitchen und drehte Videos? Ich meine: die Soulkitchen-Halle sollte so umgebaut werden, daß dort wieder Veranstaltungen stattfinden können. Vom Projekt "Soulvillage", das durch Mathias Lintl und Mitstreiter der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, halte ich nichts. Wir haben genug große Kultureinrichtungen in Wilhelmsburg, gerade auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu der Fläche, die nun "Soulvillage" werden soll. Das Konzept (www.soulvillage.de) ist eine theoretische Annäherung an alle möglichen Initiativen und Projekte, die im weitesten Sinn auf der Elb-Insel unter "Kunst" und "Kultur" laufen. Der Schreib-Stil erinnert an die IBA, die in ihren Publikationen in aufgemotztem Soziologen-Deutsch Wunschträume als Realität ausgab - und hunderte Millionen €uro locker machte, um die Fata Morgana zu verwirklichen. *** Wir brauchen in Wilhelmsburg WOHNUNGEN! Es gibt viel zu wenig erschwinglichen Wohnraum für Geringverdienende und Arbeitslose (siehe u.a. mein Video "Wutbürger"). In Hamburg gibt es eine Menge Obdachlose. Auch für die sollte mehr getan werden.
                                                                                                    *RS*

Kommentare:

Raimund Samson kreativ hat gesagt…

Hier eine Reaktion von Mathias Lintl, die er auf meiner Facebook-SEite postete:
Moin raimund
nur ein paar anmerkungen zu deinem neusten künstlerischen werk auf YouTube : Kulturbeutel vs. Kulturkanal.

1. "klangwolke" …. . Diese Metapher bezieht sich auf die Gestankwolken der NOW, die du bestimmt eher wert schätzt. Diese wollen wir dir bestimmt nicht nehmen.
Digital concert hall : deine Aversion gegen die Elbphilharmonie in Ehren – über dieses Thema könnten wir uns trefflich streiten – doch deine Aussage zur Musik zeigt das Grunddilemma : „Wenn ich klassische Musik hören will gehe ich entweder ins Internet oder (zeigt ein altertümliches, tragbares CD-Abspielgerät) nehm ich meinen kleinen billig Recorder und der spielt die Musik die ich brauche. Ich brauche keine pompöse Concert-Hall, ich brauch keine Klangwolken, ich möchte hier in Ruhe leben und Arbeiten können ….“. Stell Dir vor, es gibt auch Menschen, die gerne klassische Musik in guter Qualität hören wollen und nicht nach Geld haben, ständig in Konzerthäuser dafür zu gehen. Willst Du denen vorschreiben, das Sie, weil Sie zu wenig Geld haben, nicht das Recht haben Musik in guter Qualität zu hören? Ich finde dies arg anmaßend und wenn der technische Fortschritt es uns nunmehr ermöglicht, zu günstigen Konditionen einen vorzüglichen Klang zu erleben, so finde ich es nicht verwerflich, eben dieses umzusetzen.

2. Nächstes Thema : „schlicht und einfach“. Deine Askese will Dir auch keiner nehmen. Doch etwas mehr Toleranz gegenüber denjenigen, die im Sinne einer post-materialistischen Lebensstilorientierung qualitativ ihr Leben bereichern wollen, hätte ich – gerade von Dir – erwartet.

3. Wohnen : vgl. u.a. Seite 30 in der Stellungnahme vom Fachamt SL (Stadt- und Landschaftsplanung), MR (Management öffentlicher Raum) und WF (Wirtschaftsförderung) des Bezirksamt Hamburg-Mitte zum Ergebnisbericht „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinseln“ (hier u.a. zu den Seiten 78/80/81) … über die Kosten aufgrund der aufwendigen Sanierung sag ich mal nichts, da Du diesen Sachargumenten wahrscheinlich eh keine Bedeutung schenken würdest.

4. „Sogenannte Kulturpaläste und Kultureinrichtungen gibt es in Wilhelmsburg genug“ : Mann, Raimund. Ich glaub nicht was ich da höre ! Gehst du jetzt von beheizten Quadratmeter und Sitzplätzen aus oder von den qualitativen Angeboten und den kultur- und gesellschaftspolitischen Konzepten ? Da machst Du es Dir echt zu einfach und verdummst Deine Zuschauer ! Außerdem ist unser Angebot eine notwendige Bereicherung zu den bestehenden Einrichtungen, die alle Ihre Schwerpunkte haben, aber unserer Auffassung nach wesentliche Bereiche des kulturellen Lebens und Schaffens nicht berücksichtigen.

5. „Konsum spielt eine wichtige Rolle, denken wir an die Klangwolke“. Hast Du irgendwo gelesen, das wir die Klänge aus der Wolke kostenpflichtig verwerten ? Oder hast Du eine Idee wie das gehen könnte ? Dann sag Bescheid. Nicht das es uns interessiert, aber weitere lustige Schallemissionen von Dir sind immer willkommen.

Ahoi, Mathias

Raimund Samson kreativ hat gesagt…

und hier meine Antwort auf den M.Lintl-Kommentar:
Hallo Mathias Lintl,
Eine Frage: Warst du besoffen, als du deinen o.a. Text verfasstest? Oder versuchst du, mit klarem Kopf, mir das Wort im Mund herumzudrehen?
Ich zitiere im Film den Soulvillage-Satz „Auf dem Deck einer historischen Schute werden akustische Konzerte den Kanal in eine Klangwolke hüllen“ – du behauptest
1. „Klangwolke“ ... Diese Metapher bezieht sich auf die Gestankwolke der NOW, die du bestimmt eher wert schätzt. Diese wollen wir dir bestimmt nicht nehmen.“ Deine Aussagen sind kackfrech und unverschämt. Du WILLST mich nicht richtig verstehen und verdrehst, wie es dir gerade passt.
Du akzeptierst offenbar –oder scheinbar- meine Aversion gegen die Elbphilharmonie, unterstellst mir aber, „denen“, die „zu wenig Geld haben“, irgendwelche Vorschriften zu machen. Nein, ich schreibe niemandem etwas vor – ich sage aber meine Meinung. Und die ist unbequem. Das erträgst du nicht.
Unter 2. wirst du geradezu weinerlich: „...etwas mehr Toleranz gegenüber denjenigen, die ... qualitativ ihr Leben bereichern wollen, hätte ich –gerade von Dir- erwartet.
Mathias Lintl, bist du wirklich so blind und bescheuert – oder tust du nur so?
Ich biete seit mehr als 20 Jahren, und kontinuierlich, Menschen die Möglichkeit, „qualitativ ihr Leben (zu) bereichern“. Meine Aktivitäten werden jedoch –im Unterschied zu deinen- großenteils totgeschwiegen von den hiesigen Medien.
Ich will hier nicht deinen ganzen Text auseinanderpflücken.
Du sprichst –in oberlehrerhafter Manier- von „Toleranz“.
Das, was du als offenbar positiven Begriff siehst, ist für mich Ausdruck von Gleichgültigkeit.
Toleranz heißt so viel wie „Leck mich am Arsch“ –und „Mach deine Scheiße, sie interessiert mich nicht“. Diese Toleranz erlebe ich hier seit X Jahren.
Ich will Respekt. Wahrscheinlich verstehst du das Wörtchen garnicht.
Ich zolle dir Respekt, indem ich wieder mal (!) ein Filmchen drehte über ein Projekt von dir.
Respekt bedeutet nicht, daß ich alles gut und richtig finde aber: Ich erkenne eine Leistung an.
Dir ist das nicht genug.
Höflich RS