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Montag, 29. Oktober 2018

Du fehlst! - R.I.P. Ingo Insterburg

                            
Ingo Insterburg, Begründer der nach ihm benannten Combo, ist am Samstag gestorben.
Einer der witzigsten, kreativsten, talentiertesten Musiker, Schauspieler und Humoristen ist "von uns gegangen", um es mal leicht pathetisch auszudrücken.
Ingo Insterburg wurde 84 jahre alt.
Mit-Komödiant und Kabarettist Karl Dall spricht einen lakonischen Nachruf ...   
                                                                                                                                         °° RS °°
                                                                                                                                              

Sonntag, 20. August 2017

Nicht vergessen: Jerry Lewis

Jerry Lewis ("Der verrückte Professor" u.a. Filme) starb heute im Alter von 91 Jahren in Las Vegas. Der grandiose Selbstdarsteller und Comedian geriet, modebedingt, in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit.

Sohn Gary, der Schlagzeug und Guitarre spielte und sang, machte in den 60-er Jahren mit seiner Band Gray Lewis and the Playboys, Furore mit Songs wie "Everybody loves a clown", "She's just my style" https://www.youtube.com/watch?v=vufLgvf19kw)  , "This diamond ring" https://www.youtube.com/watch?v=ZeuYdkxS7DA. 

 
Der Song ist eine Liebeserklärung an seinen Vater.
Besser kann ichs auch nicht sagen ... °°° ###
                                                                                                           °° RS °°
                         

Dienstag, 8. August 2017

Max Reinhardt: Die Träume des Magiers

In dem gut 200 Seiten starken Buch, erschienen 1993 im Residenz Verlag (bekannt für Poesie-Bücher zB von H.C. Artmann), sind zahlreiche Briefe Reinhardts, Ausschnitte aus Gesprächen, von ihm gehaltene Reden u.ä. abgedruckt. Max Reinhardt (1873-1943) ist ein legendärer Schaupsieler, Regisseur, Theatermacher, geboren in Österreich, der später hauptsächlich in Deutschland (u.a. in Berlin), aber auch in mehreren europäischen Ländern und in Amerika tätig war (Gastspiele, Regie-Arbeit). Das Buch ist grob gegliedert in 11 Kapitel, zu deren Beginn Nacherzählungen der jeweiligen Lebensabschnitte stehen, die mit Briefen und anderen Text-Beispielen des Meisters konkretisiert werden. Die chronologische Reihenfolge wird immer wieder durchbrochen. Ich hatte mir von dem Titel "Die Träume des Magiers"  unkonventionellere "Kost" erwartet, non-konformere Gedanken und Ideen. Bin von daher etwas enttäuscht. Man muß aber berücksichtigen, daß es sich hier um ein Begleitbuch zu einer Ausstellung der Max Reinhardt Forschungsstätte in Salzburg handelt, die ihm anläßlich des 50. Todestages gewidmet wurde. Es geht also nicht um Kritik am damaligen Zeitgeist (bzw. nur am Rande) oder um originelle Vergleiche zwischen der damaligen und der heutigen Theater-Szene, sondern um die Persönlichkeit des Theatermachers, seine Ideen und sein Werk. Diesbezüglich ist das Buch sehr informativ. 

                       
Die Rede über den Schauspieler ist auch in  dem Buch abgedruckt.
                                                                                                                        °° RS °° 

Montag, 31. Juli 2017

R.I.P. Sam Shepard

Und noch ein gRoßeR ist "für immer gegangen": Sam Shepard.

Er war eine Art Allround-Genie und feierte Erfolge als Dramatiker (ca. 40 Theaterstücke) und Schau-spieler (Wikipedia listet 50 Filme auf), Regisseur und Drehbuchschreiber.
Außerdem spielte er bei den Holy Modal Rounders Schlagzeug, einer amerikanischen Psychedelic - Underground-Band, von denen das Stück "If you want to be a bird" aus dem legendären Film "Easy rider" stammt. Ob Shepard (5.11.1943 - 27.7.2017) auch bei diesem Song mitwirkte, weiß ich nicht - sich mit der Musik und Geschichte der Holy Modal Rounders zu befassen lohnt aber auf jeden Fall. 
                                                                                                                                             °° RS °°                      

Samstag, 13. April 2013

Depardieu : "Ich verschwinde"

Am 8. Januar bloggte ich darüber, daß der Schauspieler Gerard Depardieu seine französische Staats-bürgerschaft zugunsten der russischen aufgab. Im Folgenden der (ins Deutsche übersetzte) Original-Wortlaut seines Schreibens (aus esspero # 75) an den frz. Premierminister Marc Ayrault: 
Ich verschwinde
Erbärmlich? Haben Sie "erbärmlich" gesagt? Das finde ich erbärmlich. Ich wurde 1948 geboren, angefangen zu arbeiten habe ich mit 14 Jahren, als Drucker, als Verpacker, dann als Schauspieler. Ich habe immer meine Steuern und Abgaben bezahlt, egal zu welchem Satz, unter allen Regierun-gen. Zu keinem Moment bin ich meinen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Die Historienfilme, an denen ich mitgewirkt habe, belegen meine Liebe zu Frankreich und seine Geschichte. Es gibt be-kanntere Persönlichkeiten als mich, die ihre Staatsbürgerschaft abgelegt oder unser Land verlassen haben. Für mich gibt es hier leider nichts mehr zu tun, aber ich werde weiter die Franzosen lieben und dieses Publikum, mit dem ich so viele Emotionen geteilt habe! Ich verschwinde, weil Sie glauben, daß Erfolg, Kreativität, Talent, im Grunde jede Abweichung sanktioniert werden sollte.
Ich verlange gar nicht, daß ich Zustimmung bekomme, aber ich könnte doch wenigstens respektiert werden. Niemand von denen, die Frankreich verlassen haben, ist so beleidigt worden wie ich. Ich muß mich nicht rechtfertigen für die Gründe meiner Entscheidung, sie sind zahlreich und privater Natur. Ich verschwinde, nachdem ich für das zu Ende gehende Jahr 85 Prozent Steuern auf mein Einkommen gezahlt habe. Aber ich bewahre mir den Geist jenes Frankreich, das schön war und, wie ich hoffe, bleiben wird. Ich gebe Ihnen meinen Pass zurück und meine Sozialverersicherungs-karte, die ich nie in Anspruch genommen habe. Wir haben nicht mehr dasselbe Vaterland, ich bin ein wahrer Europäer, ein Weltbürger, so wie es mir mein Vater immer beigebracht hat.
Was ich erbärmlich finde, ist die Versessenheit der Justiz im Falle meines Sohnes Guillaume, den die Richter, obwohl noch ein junger Bengel, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt haben wegen zwei Gramm Heroin, während so viele andere einer Haft entgingen, obwohl sie schlimmere Sachen ge-macht haben.
Ich werfe keinen Stein auf jene, die zu viel Cholesterin haben oder Bluthochdruck, die unter Diabetes leiden oder zu viel Alkohol trinken oder auf ihrem Moped einschlafen. Ich bin einer von ihnen, wie Ihre geliebten Medien  so oft wiederholen. Ich habe niemanden umgebracht und mir meines Wissens nichts zuschulden kommen lassen, ich habe in 45 Jahren 145 Millionen Euro an Steuern gezahlt, ich beschäftige 80 Mitarbeiter in Firmen, die ich gegründet habe und die von ihnen geführt werden.
Ich bin weder zu bemitleiden noch zu rühmen, aber das Wort "erbärmlich" lehne ich ab. Wer sind Sie, daß Sie so über mich urteilen, frage ich Sie, Herr Ayrault, Premierminister von Herrn Hollande, ich frage Sie: Wer sind Sie?
Trotz meiner Exzesse, meinem Appetit und meiner Liebe für das Leben bin ich ein freier Mensch, mein Herr, und ich werde höflich bleiben.
                                                                          mit besten Grüßen