Mittwoch, 7. August 2013

Karl Raimund Popper in Wilhelmsburg

Karl Marx hinterließ u.a. den legendären Satz "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden in-terpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern" (Thesen über Feuerbach). Auch ich bin der Ansicht, daß die bestehende Welt verändert werden sollte. Zugleich meine ich aber, daß es sich lohnt, sich mit den Gedanken und Ideen von Philosophen auseinander- und ggfs. zusammen zu setzen. Am Dienstagabend schauen wir uns in der Wilhelmsburger Philosophischen Runde Ausschnitte aus einem Film über Karl Popper (1902-94) an. Anschließend gibt es eine offene Diskussionsrunde. Vielleicht kommen wir über Popper auf interessante Aspekte zur Veränderung der Welt? 
WESTEND, Vogelhüttendeich 17, ab 20 Uhr                                                                *RS* 
  

Dienstag, 6. August 2013

Bakunin - Ein Denkmal

1996 erschien, als Gemeinschaftsedition des Karin Kramer-Verlags (Berlin) und der Neuen Gesell-schaft für Bildende Kunst e.V. ein Buch zu Ehren des russischen Anarchisten MICHAIL BAKUNIN. 
Kunst und Anarchismus als - Bündnispartner? - nahe oder ferne Verwandte? Es handelt sich hier um ein Buch, das Brücken schlägt. In der Mitte eine überragende "historische Figur", nämlich MICHAIL BAKUNIN (1814-76); ringsherum, aus allen möglichen Distanzen, Höhen, Tiefen, geografischen wie ideellen und menschlichen Entfernungen, Dutzende von Künstler_innen oder, noch allgemeiner formu-liert, kreativen Menschen, die in Wort und Bild darstellen, was ihnen in den Kopf kam, als sie von der Einladung erfuhren, einen Denkmal-Entwurf für den weltberühmten Russen zu liefern. Natürlich stellt sich da die Frage: Was hatte Bakunin mit Künstlern gemeinsam? Hatte er Lieblings-Künstler? Begriff er sich gar selber als Künstler? Letzteres wohl kaum. Der "erweiterte Kunstbegriff" war noch nicht erfunden. Der strenge Bakunin hatte ein großes Herz, vorsichtig ausgedrückt, aber die Plumpheit, von Philosophie und Politik mal eben in die Kunst zu wechseln, sich sozusagen eine neue Identität zu verschaffen, hätte er sich nicht verziehen. ** Auf der Cover-Rückseite ist der großartige Louis Soutter abgebildet, einer der berühmtesten Schweizer Künstler (Maler, Zeichner) des letzten Jahrhunderts. Soutter wurde drei Jahre vor Bakunins Tod geboren, führte eine abenteuerliche und nur selten glück-liche Existenz, die ihn vom verheirateten Orchester-Geiger in tiefste gesellschaftliche Isolation führte: Er lebte praktisch auf der Straße, als Künstler verkannt - zeitweise soll in einem Armen-Asyl der winterliche Ofen mit seinen Skizzen geheizt worden sein. Nach seinem Tod wurde er nach und nach berühmt. Bei Bakunin war das anders. Er hatte schon zeitlebens eine große Anhängerschaft. ** Ich finde das Buch und die Idee dazu sehr listig. Kunst und Bakunin zusammen zu bringen, ist irgendwie seltsam, aber auch naheliegend. Natürlich gibt es "staatstragende" Kunst, konventionelle Formen der Kreativität, Staatskünstler. Aber eben auch staatskritische, aufrührerische, rebellische Kunst und Positionen der Kunst. Die subversive Kraft BAKUNINS und die subversiven Bild-Ideen und Erfindungs-Kräfte von Künstler_innen mischen sich. Was dabei heraus kommt, zeigt dieses Buch. Es ist keine Revolution, kein politischer Umsturz, aber so etwas wie eine kreative Bombe. Obwohl sicher auch Künstler bei dem Buch mitwirkten, denen Anarchismus fern liegt. Zumindest einen kenne ich bzw. kannte ich. Er wohnte einige Jahre in meinem Stadtteil Wilhelmsburg. Aber auch solche ideelle Distanz wäre für Bakunin kein Problem gewesen. Er hoffte selbstverständlich auf Solidarität und Unterstützung, erwartete aber von niemandem, daß er genau so denke wie er.                                 **RS**     
 

Anpassung?? - Über ein Buch aus dem Gängeviertel



Seit Jahren sorgt das Hamburger Gängeviertel für Furore. Aus einer friedlichen Besetzung entstand ein Riesen-Projekt, das nach außen sichtbar unter den Zeichen und Kreativität existiert. Im letzten Jahr erschien ein Buch, mit dem Aktivisten des Gängeviertels ihre Positionen unter die Lupe nehmen, Darstellungen der aktuellen Ereignisse sowie der historischen Situation lange vor der Besetzung liefern. Und es kommen Aktivisten "von außerhalb" zu Wort: Rote Flora, Hafenstraße, Centro Sociale. Es zeigt sich eine sehr weitgehende Vernetzung des Gängeviertels mit anderen Zentren. Die alle umfassende organisatorische Klammer ist die "Recht auf Stadt"-Bewegung. ** Für mich als außenste-henden Künstler stellt sich die Frage: Wieweit kann sich Kunst, können sich Künstler autonom, von ihrem Denken und ihren Projekten ausgehend, entfalten. Wieweit kommen Einflüsse zum Tragen, die Kunst + KünstlerInnnen instrumentalisieren? ** Gibt es im Gängeviertel eine Streitkultur? Wir kennen interessante Beispiele aus der Geschichte von Umstürzen und Revolten, allen voran die russische Revolution. Bei ihr spielten Künstler_innen einen zentrale Rolle, sie bereitetetn sozusagen den "Nährboden" des Umsturzes. Bis ihnen von der politi-schen Führungs-Riege nach und nach das Heft aus der Hand genommen wurde. Dann, unter Stalin, entfaltete sich der Terror des Staats-Sozialismus zur historischen Größe.  *RS*      

Sonntag, 4. August 2013

Gentrification USA, 1869



Ich darf hier einen sensationellen Fund präsentieren - aus der Frühzeit der Gentrifizierung: Wyoming, USA 1869. Damals ging es voll los mit der Umstrukturierung. Und auch den Bürgerdialog, bestens bekannt in Wilhelmsburg, gab es bereits...                                               *RS*

WIR 7 - 2013



Der Wilhelmsburger InselRundblick, DAS Monats-Magazin aus der Herzkammer Hamburgs, aus dem Kerngebiet der Hansestadt, in einer Rezension. Mir bereitet zunehmend Spaß, vor laufender Kamera auf die Senftube zu drücken...                               ***RS***        

Samstag, 3. August 2013

groep 1850 I WANT MORE



GROEP 1850 ("gröp achtienfeiftich"), eine 60-er Jahre Nederlands Band wird heute GROUP 1850 geschrieben, also englisch. Dabei können die Niederländer ein bißchen stolz sein, solch eine Band her-vorgebracht zu haben. In unserem Nachbarland hatte sie Kult-Status - neben Q65, The Outsiders, Cuby and the Blizzards und einigen anderen Bands, die den originellen Neder-Beat bzw. -Underground bildeten. Nicht so erfolgreich wie Golden Earring, die nach meinem Geschmack nur 2, 3 richtig gute Stücke hatten (u.a. "That day") und dann nur noch Mainstream-Roc ablieferten. "I want more"  war für mich die beste, aber am wenigsten bekannte Single von Groep 1850. Sie kam 1966 oder 67 heraus. Ein schnelles Stück, ungewöhnlicher Sound ...       *RS*  

Donnerstag, 1. August 2013

World of broken hearts



"Bend me, shape me" , "Hello Susie" und "If paradise is half as nice" von Amen Corner kennen einige Leute älteren Jahrgangs. "World ob broken hearts" ist hierzulande fast unbekannt - dabei der beste Song (1967), den die Band je brachte. Viele Jahre war  das Stück unauffindbar, auf keine LP gepresst und die Single wie vom Erdboden verschwunden. Dank Internet gibt es "World ob broken hearts" heute wieder für mich. Ich stelle es auf meine Blogseite, weil Andy Fairweather, einst Sänger und Guitarrist der Gruppe, heute 65 wird. Happy birthday!    *RS*