Ein hochaktuelles Interview mit dem Ästhetik-Professor, Künstler und Philosophen Bazon Brock. Er kritisiert die Überheblichkeit und Dummheit vieler deutscher Politiker im Umgang mit Schröder und Putin. *** Ich sehe, trotz aller Unterschiede, gewisse Parallelen zur Situation um das auseinander brechende Jugoslawien Anfang der 90-er Jahre. Sehr schnell entschied sich der Westen seinerzeit -mit deutschen Politikern vorneweg- dafür, Serbien die Rolle des Buhmanns und Bösewichts zuzuteilen. Heute ist Putin der Böse. Ex-Kanzler Schröder wird vorgeworfen, daß er mit Putin Geburtstag feiert. Deutsche Politiker, die das kritisieren, soltlen sich mal an die eigene Nase fassen, sagt (sinngemäß) Bazon Brock.
*RS*Kulturjournalismus, in Bildern denken, Gegenöffentlichkeit, Experiment, Schutzengel
Montag, 5. Mai 2014
Sonntag, 4. Mai 2014
Deutsche in der Ukraine
Vier Bundeswehr-Soldaten, die als OSZE-Beobachter in die Ukraine geschickt wurden, sind nach zwi-schenzeitlicher Geiselnahme wieder frei. Für mich sind sie keine Helden. Ich frage mich: Was hatten sie, was hat Deutschland in der Ukraine zu suchen? Für die nach einem quasi-Putsch an die Macht gekommene Ukraine-Regierung ist es von strategischem Interesse, von möglichst vielen Reprä-sentanten aus EU-Ländern "besucht" zu werden. Schließlich will die jetzige Putsch-Regierung der Ukraine auch zur EU gehören, unter allen Umständen. *** Von Deutschland würde ich mir ein Höchstmaß an Neutralität bzw. politischer Vorsicht erwarten. Obwohl die Geiselnahme in eine Katastrophe hätte münden können, betont unsere Verteidigungsministerin, Ursula von der Leyen, sie würde "wieder OSZE-Beobachter" in die Ukraine schicken. "Ich finde es wichtig, daß wir uns nicht einschüchtern lassen" sagte sie dem ZDF. "Wir"? Wen meint sie damit? Dieser Frau geht es vor Allem um die eigene Karriere. Ihr selber kann nichts passieren - sog. "OSZE-Beobachter" sollen die Kohlen aus dem Feuer holen, sprich: Deutschlands Image im Westen profilieren, d.h. letztlich den amerikanischen Interessen in diesem Macht-Poker zuspielen. *** Deutschland soll sich zurück halten! meint
*RS*
Samstag, 3. Mai 2014
Freitag, 2. Mai 2014
GRÜNE - Europawahl - BLABLA
Danke www.123gif.de
Die nächsten Wahlen stehen an - diesmal für das Europa-Parlament.
Bündnis90/Die Grünen wollen mich ködern mit "mehr Beteiligung und Vielfalt".
+++ DIE sind witzig! NOCH mehr Beteiligung? Woran? An Lügen?
Und Vielfalt? Was meinen die damit? Unsere Flora und Fauna? Die 5000 Bäume, die in Wilhelmsburg für die igs (Internationale Gartenschau) mit Zustimmung der Grünen gefällt wurden?
Grüne? Ich bin doch nicht blöd!
*RS*
Giacomo Meyerbeer 150. Todestag
Heute vor 150 Jahren starb Giacomo Meyerbeer (* 5.9.1791), ein zeitlebens berühmter deutscher Opern-Komponist. Der Mann stammte aus jüdischem Hause, sein Vater galt als reichster Bürger Ber-lins. Ich liebe Meyerbeers "Krönungsmarsch" aus der Oper "Der Prophet", auch wenn mir die hier gepostete Version zu bombastisch ist. ** Ich habe ein paar CD's mit Meyerbeer-Opern, finde einige Stücke hervorragend, manches zu theatralisch, sprechlastig. An Verdi reicht Meyerbeer m.E. nicht heran; diese Einschätzung ist natürlich auch Geschmackssache. * Der "Krönungsmarsch" ist für mich ein wunderbares Beispiel großer Komposition.
*RS*
Donnerstag, 1. Mai 2014
Uwe Timm gestorben
Der Autor Uwe Timm ist gestorben. Nein, nicht der berühmte und erfolgreiche Literat gleichen Namens, sondern Uwe Timm aus Neu-Wulmstorf (bei Hamburg). Ich lernte Uwe Mitte/Ende der 90-er Jahre kennen. Spannend für mich, daß es einen Alt-Anarcho gab, einen der noch vor den 68-er Plattmachereien libertär war, freiheitlich gesinnt. Uwe und ich gestalteten ein paar Lesungen gemeinsam, ich schrieb über seine Zeitschrift espero im Kunstbüro-Organ herzGalopp-Zeitschrift für Poesie + Lebenskunst, erzählte auch in Radio Brisanz davon, veröffentlichte in der Kunstbüro-Anthologie "Feldpost 2000 - Deutschland wieder im Krieg" seinen Aufsatz "Ohnmacht der Ver-nunft" und zuletzt drehte ich gar ein Filmchen über espero: https://www.youtube.com/watch?v=N8o35Ydir4Y . ** Ein Mann ist gestorben, mit dem mich theoretisch-abstrakt die Ablehnung einer auf unmenschlichen Werten basierenden Gesellschaft verband, mit dem ich jedoch nie einen Konsens fand in den Mitteln, mit denen diese Gesellschaft zu ändern sei. Ich war der Meinung, dies gehe über Kunst, Psycho-Analyse, freie Sexualität, Abschaffung der Ehe - Uwe setzte ganz auf Ökonomie. Er kritisierte das Geldwesen in diesem Land, lebte bürgerlich (verheiratet, zwei Kinder) - und wurde von manchen Linksradikalen ausgegrenzt als "Spacken". Uwe litt, glaube ich, unter diesen arroganten Anfeindungen, aber er führte keinen ideologischen Krieg, sondern zog sich mehr + mehr aus der vordergründig "linken" Szene zurück und konzentrierte sich auf seine Kreise: Autoren, die für espero schrieben, aber auch für eigentümlich frei (deren Website entnahm ich die Meldung über seinen Tod), kritische Magazine, aber auch konservative. Vor etlichen Jahren wurde der Begriff Anarcho-kapitalismus geprägt. Ich denke, daß dieser Begriff ziemlich präzise wiedergibt, was Uwe und etliche Mitstreiter (z.B. von eigentümlich frei) denken, tendenziell. Der Kapitalismus läßt, trotz allem Fehlerhaften, Nischen zu, die ich - wir besetzen können. Diesem Stadnpunkt habe ich mich inzwischen angenähert. Die "Freie Marktwirtschaft" läßt, auch wenn sie für manche, die zwischen ihre Mühlen geraten, Niederlagen und persönliche Katastrophen bedeuten, trotz Allem Freiräume zu, die es in (linker) Planwirtschaft eben nicht gäbe (bzw. die zu erkämpfen einen erheblichen Mehraufwand an Energie kostete). Für diesen Gedanken wurde Uwe von einigen Linken als "Verräter" angesehen und gleich noch mit dem bösen Wörtchen "Spacken" denunziert. ** Im letzten Jahr ging es Uwe gesundheitlich schon sehr schlecht, er musste einen Vortrag über Max Stirner ("Der Einzige und sein Eigentum"), den Links-Hegelianer und Mitbegründer des Individual-Anarchismus in meiner Wilhelmsburger Philosophischen Runde leider absagen. In der letzten oder vorletzten Ausgabe von espero erschien von mir ein Artikel über Gentrifizierung, aber da war der persönliche Kontakt schon merklich reduziert. *** Wir waren sehr unterschiedlich - und haben doch einiges zusammen gemacht. Schön, sich daran zu erinnern. Uwe wurde 82 Jahre alt (5.2.1932-7.3.2014).
*RS*
Foto: Wikipedia
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