Wir erleben hier ein Beispiel dafür, wie im zunehmend versifften Deutschland auch Kreativität dem Diktat der Political Correcttness untergeordnet wird.
"Multikulti-Tralala?" sagt niemand öffentlich und ungestraft im "Land der Dichter und Denker".
Der Vortrag ist nicht optimal - bei einer 14-Jährigen aber verständlich. Welcher Jugendlichen ginge nicht die Muffe beim Rezitieren eines provozierenden Textes, per Mikro und vor vielen Menschen ??
Bei einem anderen Vortrag (Vorrunde?) wurde zwischenzeitlich das Mikro abgeschaltet ...
Per Applaus-Votum war Ida-Marie Müller klare Siegerin des Wettbewerbs - wurde aber von der Siegerehrung ausgeschlossen. ..
Wie feige und verlogen muß ein Veranstalter sein, der sich so verhält?!!! ...
Siehe auch:
http://www.pi-news.net/2018/09/speyer-sippenhaft-fuer-tochter-von-afd-abgeordneten-nicole-hoechst/
Mein Glückwunsch an Ida-Marie Müller !!!
°° RS °°
p.s. Mich erinnert der Eklat an meine eigenen Zeiten als Poetry Slammer in Hamburg, ca. 1997-98 ... als ich auf der Bühne mit Knallkörpern beworfen und mit einer Wasserspritzpistole attackiert wurde. Mein Auftritt lebte übrigens nicht von politischer Thematik, sondern von der Intensität des Vortrags. Einen Monat später reagierte ich auf die Aggressivität, mit der meine Darbietung gestört wurde, mit einer extremen Performance. Daraufhin wurde von den Veranstaltern ein Spezial-Preis gestiftet, näm-lich der "Dr. Buhmann-Gedächtnis-Preis" für den originellsten und abgefahrendsten Beitrag, der, jedenfalls vor wenigen Jahren, IMMER NOCH vergeben wurde-wird. Arne Poeck war sogar zweimal Preisträger. ° "Dr. Buhmann" war das Pseudonym, unter dem ich in Hamburg (und Bremen, Berlin) auftrat.
Hier der "Dr.Buhmann-Gedächtnis-Preis"träger Arne Poeck Raimund Samson ⥂⥂Dr. Buhmann⥃⥃
Kulturjournalismus, in Bildern denken, Gegenöffentlichkeit, Experiment, Schutzengel
Samstag, 29. September 2018
Freitag, 28. September 2018
Mittwochs-Demo 3. Oktober Hamburg
Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos --- oder
hoffnungslos, aber nicht ernst.. ??
hoffnungslos, aber nicht ernst.. ??
Wie auch immer: Der 3. Oktober ist kein Tag wie jeder andere.
Am 3. Oktober 1988 starb der viel-gehasste, aber auch geliebte und zuhöchst respektierte Politiker ⭈⭈⭈ Franz Josef Strauß ⭊⭊⭊
seit 1990 wird der 3. Oktober als "Tag der deutschen Einheit" gefeiert.
Und in Hamburg sollte es an diesem 3.10. eine Merkel-muß-weg-Demo geben - gegen die katastrophale Migrationspolitik der Regierung.
Zu befürchten war, daß wieder eine überschaubare Anzahl als "rechts-radikal" eingestufter Protest-Bürger von einer 20-50-fachen Übermacht brüllender angeblicher "Antifaschisten" eingekesselt würde. Nur Hundertschaften Polizei mit Wasserwerfern in Bereitschaft verhinderten im letzten Monat, daß die "Antifa" die Merkel-Gegner überrollten und zusammenschlugen.
Nun fällt die Veranstaltung jedoch aus, wie ich im Internet lese. "Anmelder Thomas Gardlo, den der Hamburger Verfassungsschutz zur rechtsextremen Szene zählt, hat aufgegeben" (MoPo).
Nun fällt die Veranstaltung jedoch aus, wie ich im Internet lese. "Anmelder Thomas Gardlo, den der Hamburger Verfassungsschutz zur rechtsextremen Szene zählt, hat aufgegeben" (MoPo).
Es wird also keine weitere duell-artige Situation mehr geben, in der versucht wird, die "Antifa"-Meute mittels Dezibel in die Schranken zu weisen ... --Das hatte etwas Absurdes ... Wenn am Ende nur Lautstärke und Masse der Kundgebungsteilnehmer zählen, stimmt etwas nicht. DAFÜR gehe ich nicht auf die Straße.
Die Montags-Demos Januar-April begannen als "Schweige-Demos" ... dann kamen Mikro und Laut-sprecher dazu. Es war ein FEHLER, nur wenigen ausgesuchten Rednern VIEL ZU LANGE Redezeiten zu gewähren. Nur an 2 Abenden kamen einfache Kundgebungsteilnehmer zu Wort ... Stichwort: SPEAKER's CORNER ... 2 bis max. 5 Minuten Redezeit für jeden ... für JEDEN, der möchte. Eigentlich einfach - ---
Ich sage: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!.. (in Hamburg jedenfalls)
Es gibt noch andere Protest-Formen ...
Auch ein Video mit einem sprechenden Papagei ist Protest ... und witzig dazu.
SO wünsche ich mir weitere Aktionen-Demos-Videos-Texte-Aufrufe: Dem Ernst der Situation ange-messen, aber mit einem Hauch HUMOR. Frech...
In diesem Sinne wünsche ich uns allen - Freunden, Patrioten, Mit-Denkern, Mit-Streitern ... - in diesen spannungsvollen Zeiten gute Ideen, Mut, Unterstützung und ...
Gefährten wie den Paulchen ...
°° RS °°
Ich sage: Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst!.. (in Hamburg jedenfalls)
Es gibt noch andere Protest-Formen ...
Auch ein Video mit einem sprechenden Papagei ist Protest ... und witzig dazu.
SO wünsche ich mir weitere Aktionen-Demos-Videos-Texte-Aufrufe: Dem Ernst der Situation ange-messen, aber mit einem Hauch HUMOR. Frech...
In diesem Sinne wünsche ich uns allen - Freunden, Patrioten, Mit-Denkern, Mit-Streitern ... - in diesen spannungsvollen Zeiten gute Ideen, Mut, Unterstützung und ...
Gefährten wie den Paulchen ...
°° RS °°
Donnerstag, 6. September 2018
Anti-Merkel&Co-Demo HH-Gänsemarkt
Nach 5 Monaten Pause wurde erstmals wieder eine Kundgebung gegen die katastrophale Migrations-politik der Regierung organisiert.
Treffpunkt war der Gänsemarkt. Ich war mit einem Freund verabredet - der aber nicht kam.
Dafür hatte ich zwischen Stephansplatz und Gänsemarkt die erste Begegnung mit einem Antifanten. "Kamera weg!" herrschte das unbekannte Wesen mich an. Ich hab ihn in meiner Collage verewigt ... Erkennt ihn jemand? ---
Treffpunkt war der Gänsemarkt. Ich war mit einem Freund verabredet - der aber nicht kam.
Dafür hatte ich zwischen Stephansplatz und Gänsemarkt die erste Begegnung mit einem Antifanten. "Kamera weg!" herrschte das unbekannte Wesen mich an. Ich hab ihn in meiner Collage verewigt ... Erkennt ihn jemand? ---
Am Stefansplatz dann POLIZEI POLIZEI POLIZEI.
in schwarz
SCHWARZ
ScHwArZ (einige wenige mit blauen Überziehern...)
später etliche
in voller Kampfmontur ---
Es wimmelte nur so ...
Auch
Wasserwerfer standen bereit - dabei war es garnicht mehr sooooooooo
heiß (immerhin schon der 5. September !!! - oke: ein warmer
Spätsommer ...)
Plötzlich kam mir eine Intuition:
Ich "sah" mit einem Mal Soldaten, die Schokolade an Kinder verteilten ...
Es war (noch) nicht echt, sondern ein Spiel --- Aber der Gedanke, daß in Hamburg Leute auf die Straße gehen, die Bürgerkrieg wollen, habe ich seit letztem Sommer immer wieder. Die Aufmärsche der sogenannten "Antifa" befördern diese Vorstellung in mir. Nicht nur angesichts der Bilder des randalierenden Mobs beim G20-Gipfel. Auch die verbalen wie körperlichen Attacken, die von "Antifa" ausgehen, wenn jemand es wagt -zB bei Anti-Merkel-Demos- öffentlich eine politisch NON korrekte Meinung zu äußern, bestärken mich in meiner Vermutung, daß bürgerkriegsähnliche Zustände angestrebt werden.
Zurück zur Veranstaltung am Mittwoch ...:
Zwischen 19 und 20 Uhr traten mehrere Rednerinnen vor das Publikum; eine Frau aus dem Ham-burger Orga-Team machte den Anfang, dann ergriff ein Mann aus Mecklenburg-Vorpommern das Wort, anschließend ein Herr aus Stuttgart, danach redeten eine Frau und ein Mann aus Mainz, von der dortigen Demo-Gruppe, und schließlicht ein Pegida-Vertreter aus Dresden. Er schlug vor, daß beim nächsten mal "jeder einen mitbringt" - "dann sind wir schon doppelt so viele". Und die Anzahl der Gegendemonstranten würde auf die Hälfte schrumpfen ... Die Anzahl der Kundgebungsteilnehme-rinnen an diesem Abend: ca. 200-250 ... - denen auf der Gegenseite bzw. ringsum ca. 5000 "Antifanten"+ Co. gegenüberstanden und brüllten, was das Zeug hielt - (Einschub: lt. Matthias Matussek in Jf 14.9. standen 187 Demonstranten 10.000 Gegendemonstranten gegenüber). Ich bin skeptisch, was die Steigerung der Teilnehmer-Zahlen betrifft. Die mediale Hetze ist unglaublich. Das Orga-Team wird pauschal als "rechtsextremistisch" verteufelt - und alle Kundgebungsteilnehmerinnen werden in die gleiche Ecke gestellt. Einen genauso großen Druck erfahren viele Anti-Merkel-Demonstrantinnen in ihrem privaten Umfeld. In den östlichen Bundesländern scheint dies, im Unterschied zu Hamburg, kein Problem zu sein. °°° Ich finde es unerträglich, wie in Hamburg die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt wird. DESHALB ging ich zu der Veranstaltung. Ich bin persönlich betroffen als Künstler - siehe auch
https://www.youtube.com/watch?v=hqG7VKzltEI und
https://www.youtube.com/watch?v=AHxCPkpwKwE
--- Trotz eines Riesenaufgebots an Uniformierten gelang es zweimal einer Gruppe von sogenannten "Antifaschisten", zu den Anti-Merkel-Demonstranten vorzudringen.
Hier zwei Momentaufnahmen:
Hier zwei Momentaufnahmen:
Mein Vorschlag fürs nächste Mal: Nur ein oder zwei Rednerinnen von außerhalb einladen - statt-dessen mehr auf hiesige Demo-Teilnehmerinnen bauen. Es geht nicht um professionelles Rednertum, sondern darum, die Anonymität hier aufzubrechen und Strukturen zu kreieren, aus denen mehr entstehen kann.
An jedem ersten Mittwoch im Oktober, November und Dezember soll wieder demonstriert werden. Im Dezember am Dammtorbahnhof.
°°° Danke für die Aufmerksamkeit , lieber Leserinnen. Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Informationen etwas anfangen. Naja, mir ist die Phantasie etwas durchgegangen, sorry - aber bei diesen sogenannten "Antifaschisten" vielleicht verständlich ... ?? !
mit kreativem Gruß
°° Raimund Samson °°
An jedem ersten Mittwoch im Oktober, November und Dezember soll wieder demonstriert werden. Im Dezember am Dammtorbahnhof.
°°° Danke für die Aufmerksamkeit , lieber Leserinnen. Ich hoffe, ihr könnt mit meinen Informationen etwas anfangen. Naja, mir ist die Phantasie etwas durchgegangen, sorry - aber bei diesen sogenannten "Antifaschisten" vielleicht verständlich ... ?? !
mit kreativem Gruß
°° Raimund Samson °°
Montag, 3. September 2018
Von FJ Strauß lernen ...
Am 3. Oktober jährt sich zum dreißigsten Mal der Todestag von Franz Josef Strauß. Kein Politiker und Staatsmann polarisierte nach dem Krieg wie dieser Mann. Viele Politiker sind längst in Verges-senheit geraten - ganz anders ER ...
Meine Geschichte mit Strauß beginnt ca. 1977 in Hamburg. Wir, d.h. Teilnehmer eines linken Demonstrationszuges, marschierten im Schrittempo über den Jungfernstieg und brüllten Parolen. Eine davon war "Hätten sie Strauß abgetrieben, wär uns viel erspart geblieben!" Ich war mit Leuten vom KB (= Kommunistischer Bund) unterwegs. Strauß-Gegner waren wir alle - es gab in meinem Freundes- und Bekannten-Kreis nicht einen, der Strauß gelten ließ. Er war DER FEIND schlechthin. Ich brüllte alle von KB-Einpeitschern vorgegebenen Parolen mit - aber bei dieser blieb mir die Wut im Halse stecken. Ich war gegen den CSU-Mann, aber Abtreibung? - lehnte ich ab. Irgendwie war es peinlich. Ich wollte dazugehören - aber nicht um jeden Preis... Ich war schon damals gegen Abtreibung. So kam der erste Riß in meine linke Polit-Geschichte. Er führte jedoch nicht dazu, daß ich das Lager wechselt und mich "rechts" orientierte. Ich blieb "links", begann mich aber aus politischen Zusammenhängen heraus zu ziehen.
Mehr als 40 Jahre später, um manche Lebens-Erfahrung reicher, fange ich an, mich intensiv mit dem 1915 geborenen Politiker Franz Josef Strauß zu beschäftigen. Die Biografie von Horst Möller (2015) bietet dazu reichlich Gelegenheit.
Auf mehr als 700 Seiten, zuzüglich 100 Seiten Anmerkungen, Stichwort- und Literaturverzeichnis wird von dem Geschichts-Professor Möller ein Lebenslauf nachgezeichnet, der an Genauigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Minutiös wird die gesamte politische Karriere von FJ Strauß (1915-88), die unmittelbar nach dem Krieg begann, nachgezeichnet, mit allen Facetten. Der Landespolitiker, der Bundestagsredner, Weltpolitiker (FJS war der erste hiesige Politiker, der in China offiziell empfagen wurde und u.a. Mao traf...). Ich lese das Buch mit Begeisterung - trotz seiner Länge wird mir nicht langweilig. In der Öffentlichkeit ist vor Allem das Bild des Berserkers präsent, der verbal über die Strenge schlug. Daran ist einiges wahr, aber wahr ist auch, daß dieser unbändige Mann stets auch zur Versöhnung bereit war. Er war nicht nur dem Wortlaut nach Christ. Er wurde jahrzehntelang mit öffentlichen Haßbekundungen, Verleumdungen und boshaften Intrigen eingedeckt. Es gelang nicht, ihn zur Strecke zu bringen. Aber selbst mit seinem "Lieblings-Feind" Augstein (SPIEGEL-Hrsg.), der etliche Male sein Magazin nutzte, um den bayrischen Politiker heftigst zu attackieren und bloß zu stellen, trank Strauß auch schon mal Whiskey. Die permanenten Querelen gingen nicht spurlos an FJS vorüber. Er war ständig mit Verleumdungs- und Widerspruchsklagen befasst - bzw. ließ eine Anwaltskanzlei für sich arbeiten, die Jahrelang eine Pauschale von 36.000 DM erhielt. Also GELD - hatte Strauß. Reichlich. Natürlich versuchte man ihn auch über diese Schiene zu desavouieren. Biograf Horst Möller hat auch diesbezügich genau recherchiert. In keiner Phase konnten Strauß Widerrechtlichkeiten bei seinen Einnahmen nachgewiesen werden. Er hatte bedeutende Nebenein-nahmen durch Immobiliengeschäfte, als Testamentsvollstrecker u.a. - alles im legalen Rahmen.
Er war ein "Arbeitstier", ein leidenschaftlicher Politiker, der keine Angst vor Gefühlen hatte und sie fast überall zum Ausdruck brachte - ohne Sachverhalte zu verzerren. Auch wenn er bisweilen über die Stränge schlug. Er war ein äußerst akribisch und genau planender Mann. °° Als Redner war er genial. Man soll mit dem Wörtchen "Genie" sparsam umgehen, gerade bei Politikern, aber auf den Redner Franz Josef Strauß trifft es m.E. zu. Er hielt in seinem Leben tausende von Reden, stets sachbezogen - und gleichzeitig unterhaltsam. Er bezog sein Publikum mit ein. Er brauchte kein Papier, von dem er ablas - er war in der Lage, aus dem Stegreif komplizierte Sachverhalte zu erklären, auf eine kontroverse Art, die eine seltene Professionalität hatte.
Es gibt AfD-Fans, die meinen, Strauß würde heute ihre Partei wählen. Ich glaube das nicht. Natürlich würde Strauß die AfD ernst nehmen, auch als Konkurrenz für die CSU, aber er würde auch die Schwachstellen der AfD kennen und nennen. Er würde klar machen, daß die AfD aufgrund der katastrophalen Migrations-Politik der Regierung stark geworden ist - aber damit noch längst nicht in der Lage wäre, selber zu regieren; d.h.: Auf manchen Gebieten der Politik hat die AfD weder Erfahrung noch Kompetenz vorzuweisen.
Aber das ist natürlich nur meine Interpretation.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit Franz Josef Strauß auseinander zu setzen. Man kann auch von ihm lernen, eine Menge sogar - zB Politik ist ARBEIT. Tägliche Arbeit. FJ Strauß hat sich ständig weiterentwickelt, seine Kompetenz erweitert, sein ganzes Leben lang. Er hat sehr viel gelesen.
Auch wenn das Buch von Möller sehr umfangreich ist: Ich kann es wärmstens empfehlen.
°° Raimund Samson °°
Mehr als 40 Jahre später, um manche Lebens-Erfahrung reicher, fange ich an, mich intensiv mit dem 1915 geborenen Politiker Franz Josef Strauß zu beschäftigen. Die Biografie von Horst Möller (2015) bietet dazu reichlich Gelegenheit.
Auf mehr als 700 Seiten, zuzüglich 100 Seiten Anmerkungen, Stichwort- und Literaturverzeichnis wird von dem Geschichts-Professor Möller ein Lebenslauf nachgezeichnet, der an Genauigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Minutiös wird die gesamte politische Karriere von FJ Strauß (1915-88), die unmittelbar nach dem Krieg begann, nachgezeichnet, mit allen Facetten. Der Landespolitiker, der Bundestagsredner, Weltpolitiker (FJS war der erste hiesige Politiker, der in China offiziell empfagen wurde und u.a. Mao traf...). Ich lese das Buch mit Begeisterung - trotz seiner Länge wird mir nicht langweilig. In der Öffentlichkeit ist vor Allem das Bild des Berserkers präsent, der verbal über die Strenge schlug. Daran ist einiges wahr, aber wahr ist auch, daß dieser unbändige Mann stets auch zur Versöhnung bereit war. Er war nicht nur dem Wortlaut nach Christ. Er wurde jahrzehntelang mit öffentlichen Haßbekundungen, Verleumdungen und boshaften Intrigen eingedeckt. Es gelang nicht, ihn zur Strecke zu bringen. Aber selbst mit seinem "Lieblings-Feind" Augstein (SPIEGEL-Hrsg.), der etliche Male sein Magazin nutzte, um den bayrischen Politiker heftigst zu attackieren und bloß zu stellen, trank Strauß auch schon mal Whiskey. Die permanenten Querelen gingen nicht spurlos an FJS vorüber. Er war ständig mit Verleumdungs- und Widerspruchsklagen befasst - bzw. ließ eine Anwaltskanzlei für sich arbeiten, die Jahrelang eine Pauschale von 36.000 DM erhielt. Also GELD - hatte Strauß. Reichlich. Natürlich versuchte man ihn auch über diese Schiene zu desavouieren. Biograf Horst Möller hat auch diesbezügich genau recherchiert. In keiner Phase konnten Strauß Widerrechtlichkeiten bei seinen Einnahmen nachgewiesen werden. Er hatte bedeutende Nebenein-nahmen durch Immobiliengeschäfte, als Testamentsvollstrecker u.a. - alles im legalen Rahmen.
Er war ein "Arbeitstier", ein leidenschaftlicher Politiker, der keine Angst vor Gefühlen hatte und sie fast überall zum Ausdruck brachte - ohne Sachverhalte zu verzerren. Auch wenn er bisweilen über die Stränge schlug. Er war ein äußerst akribisch und genau planender Mann. °° Als Redner war er genial. Man soll mit dem Wörtchen "Genie" sparsam umgehen, gerade bei Politikern, aber auf den Redner Franz Josef Strauß trifft es m.E. zu. Er hielt in seinem Leben tausende von Reden, stets sachbezogen - und gleichzeitig unterhaltsam. Er bezog sein Publikum mit ein. Er brauchte kein Papier, von dem er ablas - er war in der Lage, aus dem Stegreif komplizierte Sachverhalte zu erklären, auf eine kontroverse Art, die eine seltene Professionalität hatte.
Es gibt AfD-Fans, die meinen, Strauß würde heute ihre Partei wählen. Ich glaube das nicht. Natürlich würde Strauß die AfD ernst nehmen, auch als Konkurrenz für die CSU, aber er würde auch die Schwachstellen der AfD kennen und nennen. Er würde klar machen, daß die AfD aufgrund der katastrophalen Migrations-Politik der Regierung stark geworden ist - aber damit noch längst nicht in der Lage wäre, selber zu regieren; d.h.: Auf manchen Gebieten der Politik hat die AfD weder Erfahrung noch Kompetenz vorzuweisen.
Aber das ist natürlich nur meine Interpretation.
Es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit Franz Josef Strauß auseinander zu setzen. Man kann auch von ihm lernen, eine Menge sogar - zB Politik ist ARBEIT. Tägliche Arbeit. FJ Strauß hat sich ständig weiterentwickelt, seine Kompetenz erweitert, sein ganzes Leben lang. Er hat sehr viel gelesen.
Auch wenn das Buch von Möller sehr umfangreich ist: Ich kann es wärmstens empfehlen.
°° Raimund Samson °°
Labels:
AfD,
Arbeitstier,
Augstein,
Christ,
Feind,
Franz Josef Strauß,
Herrscher und Rebell,
Horst Möller,
KB,
lernen,
Politiker,
Prozeßkosten,
Raimund Samson
Montag, 13. August 2018
Weichei JAN ULLRICH - oder Harter Kerl ?
Ich las alarmierende Meldungen über den einstigen Rad-Superstar Jan Ullrich: Erst die Verhaftung auf Mallorca, dann Auffälligkeiten in einem Frankfurter Hotel, wo der Ex-Champion eine Prostituierte gewürgt haben soll - unter Drogen- und Alkoholeinfluß. Die nächsten Stationen: Polizeigewahrsam, Psychiatrie, Entzugs-Klinik.
Jan Ullrich war jahrzehntelang erfolgreich - nicht nur als Sportler, sondern auch als Betrüger. Er führte nicht nur Vertragspartner, sondern Millionen TV-Zuschauer und Fans an der Nase herum. Es gelang ihm stets, Verdächtigungen wegen Dopings zu zerstreuen. Er fiel ab und zu auf, etwa durch einen schweren von ihm verursachten Auto-Unfall in der Schweiz (zwei Verletzte), schien sich aber jedesmal wieder in den Griff zu bekommen.
Nun der totale Durchhänger. Ein Tiefpunkt toppt den nächsten.
Ullrichs Behauptung "Ich leide an ADHS" (= Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) finde ich witzig, ist aber m.E. eine Ausrede. Wenn dem echt so wäre, zöge er am besten in die kana-dische Wildnis, um als Holzfäller zu malochen und von seiner Störung herunter zu kommen. Energie hat er offenbar noch jede Menge. Wie kann sie zu positiver Energie werden? Gut könnte auch ein Aufenthalt in einem buddhistischen oder christlichen Kloster sein, um zu Ruhe und sich selbst zu finden. Er würde Unkraut jäten, Kartoffeln ernten oder in der Bäckerei arbeiten. Er könnte die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm gut tut, nämlich: Möglichst wenig!... Der ehemalige Super-Star würde Bescheidenheit lernen. Eine feine Sache. Demut wäre vielleicht noch besser.
Alkohol- und Drogen-Konsum sind nur Symptome. Die wahren Schwierigkeiten des Jan Ullrich bestehen m.E. darin, daß er ein Riesen-Problem mit seiner Glaubwürdigkeit hat. Von Haus aus ist er ein offener Typ, den man leicht sympathisch findet und der bei Frauen gut ankommt. Aber wenn die ersten Sympathien und Verliebtheit verflogen sind, fragt sich mancher: Wer ist dieser Typ eigentlich WIRKLICH? Was steckt HINTER seiner Fassade? Denn jeder weiß, daß der smarte, lächelnde, Nettigkeit ausstrahlende Ullrich auch ganz anders kann ...
Jetzt ist der nette Jan Ullrich vor "Nettigkeit" geradezu explodiert....
Die sympathische Fassade hat tiefe Risse bekommen, jetzt geht es ans "Eingemachte".
Nun kommt es auf die Substanz an; es zeigt sich der Charakter des Menschen.
Ich habe Jan Ullrich einst bewundert. Wann immer ich konnte, sah ich mir seine Rennen im TV an. 1997 legte ich meinen Urlaub extra so, daß ich bei der Tour de France möglichst viele Etappen live im Fernsehen verfolgen konnte.
Einige Jahre später stellte sich heraus, nach und nach, "tröpfchenweise" sozusagen, daß beim Sonnyboy wohl doch nicht alles mit rechten Dingen zuging. "Reinen Tisch" machte er aber nicht. Stets hatte er Ausreden und mogelte sich durch. Er konnte sich darauf verlassen, daß für ihn, gerade als "Person des Öffentlichen Lebens", die Unschuldsvermutung gilt: "in dubio pro reo" - "Im Zweifel für den Angeklagten".
Damit könnte nun Schluß sein. Wenn - ja WENN Jan Ullrich tatsächlich "reinen Tisch" machen will.
Ich bin da nicht sicher.
Eines weiß ich: Alkohol- und Drogenprobleme haben Millionen Menschen. Bei den meisten aber "kräht kein Hahn danach", ob sie "die Kurve kriegen" oder elendig verrecken.
In gewisser Weise ist Ullrich ein Opfer des Doping-Systems der DDR. Er wurde groß mit Tricksereien, die von höchster staatlicher Stelle gebilligt wurden. Wie könnte dieser Mann aus seiner Opfer-Rolle heraus in eine andere hineinwachsen, in der er Menschen mit ähnlichen Problemen Mut machen und beherzigenswerte Anregungen geben könnte?
Jan Ullrich verdient kein Mitleid - es reicht schon, wenn er selber leidet und andere angreift. Er müsste, durch erfahrene Therapeuten-Menschenkenner, knallhart mit sich selber konfrontiert werden; "ohne Wenn und Aber" müssten ihm seine Aggressivität, Tricksereien und Ausreden aufgezeigt werden.
Jan Ullrich verdient kein Mitleid - es reicht schon, wenn er selber leidet und andere angreift. Er müsste, durch erfahrene Therapeuten-Menschenkenner, knallhart mit sich selber konfrontiert werden; "ohne Wenn und Aber" müssten ihm seine Aggressivität, Tricksereien und Ausreden aufgezeigt werden.
So ein Erkenntnis- und Heilungsprozeß geht über Jahrzehnte - bis zum Lebensende.
Damit wünsche ich J.U. viel Erfolg.
°° RS °°
Mittwoch, 1. August 2018
"Rentner in Angst"? - NEIN DANKE!
Ich bin seit 3 oder 4 Jahren ein regelmäßiger und meist begeisterter Leser von COMPACT, Untertitel "Magazin für Souveränität". Die neue Ausgabe vom August 2018 gefällt mir nicht.
Headliner ist diesmal "Rentner in Angst". Auf 14 Seiten, in insgesamt 5 Artikeln, wird mächtig auf die Tränendrüsen gedrückt und Stimmung gemacht. Die Beiträge sind gut recherchiert, eloquent und politisch radikal. UND? Ich bin selber Rentner, seit knapp einem Jahr; meine Rente wurde gerade auf 308 € erhöht. Eine umgewandelte Lebensversicherung bringt mir nochmal ca. 150 €. Das reicht nicht zum Leben - schon die Miete beträgt 600 € incl. UND? Ich arbeite weiter, um über die Runden zu kommen. Na klaro bin ich unzufrieden ... Andererseits habe ich meine Situation selbst mitver-schuldet, indem ich die Warnungen meines Vaters, "an die Rente zu denken", in den Wind schlug. Mir war wichtiger, als Künstler zu leben, mehr als 10 Jahre lang finanzierte ich sogar meinen Lebensunterhalt mit eigener Kunst. Ich zog nämlich als Puppenspieler mit eigenen Figuren und eigenen Stücken über die Lande. Darauf bin ich heute noch ein bißchen stolz.
Sicher ist die Situation vieler Rentner-innen alles andere als rosig. Trotzdem finde ich es falsch, hys-terisch auf die "Altersarmut"-Hupe zu drücken. Denn erstens geht's nicht allen Rentnern NUR schlecht -auch denen, die zu wenig Geld haben. Zweitens fehlen mir in dem Heft Mut machende Hinweise, Beispiele von Rentnerinnen, die ihren Alltag meistern und, wenn sie schon nicht jeden Tag genießen, doch etwas aus ihrem Leben machen. Und genau darauf kommt es an. Die Quintessenz, die ich aus allen 5 Artikeln ziehe, lautet: Es ist zu wenig Geld da. UND? Blablabla ... Irgendwie armselig ... Meinetwegen politisch radikal - aber auch total unfruchtbar. Das weiß doch die letzte Kirchenmaus, daß die Lage vieler alter Menschen prekär ist. °°
Was MICH an dieser in Chaos versinkenden Gesellschaft besonders stört, ist der Mangel an RESPEKT, der mir als älter Werdendem entgegen gebracht wird. Und die AfD? Ich blogge beinah täglich positiv über sie. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, daß sie das Problem im Sinne der Rentner-innen lösen wird. Hat auch die AfD hier nur eines im Auge: mehr GELD? Ich befürchte es fast.
Im Folgenden ein Beispiel dafür, wie man ohne Panikmache und Hysterie das Thema Älterwerden gestalten kann. Souveränität, um mal dieses nette Wörtchen zu verwenden, sollte auch im Alter nicht aufhören. Von Peter Schütt gibt's darüber einen sehr guten Text: "Mein Pro-Aging-Manifest". Gelassen erzählt., anregend, ohne jede Panikmache ...
°° Raimund Samson, "Rentner" °°
Freitag, 27. Juli 2018
2einhalb Jahre Auftrittsverbot im Atelierhaus 23
Seit 1988 betreibe ich in Hamburg-Wilhelmsburg als Stadtteilkünstler Projekte: Organisierte Le-sungen und Ausstellungen, gab Zeitschriften
und Anthologien heraus. Mehr als 10 Jahre lang moderierte ich Radio-Sendungen
und stellte Autorinnen, Galeristen, Maler,
Zeitschriften, Musiker und andere Krea-tive und Projekte vor. Meine Initiative, das "Wilhelmsburger Kunstbüro", bestand aus rund 20 Leuten. Wir finanzierten fast alles selber; staatliche Unterstützung bekamen wir so gut wie nie.
Ab 2006 gab es einen tiefgehenden Umbruch in Wilhelmsburg, als die IBA (Internationale Bau-Ausstellung) sich massiv in die Stadtteilkultur einmischte. Sie puschte mit viel Geld Projekte, baute Konkurrenzen auf. Sie glaubte, mit Geld alles kaufen zu können - vor Allem Kreative. Bei vielen lag sie damit goldrichtig ...
Ab 2006 gab es einen tiefgehenden Umbruch in Wilhelmsburg, als die IBA (Internationale Bau-Ausstellung) sich massiv in die Stadtteilkultur einmischte. Sie puschte mit viel Geld Projekte, baute Konkurrenzen auf. Sie glaubte, mit Geld alles kaufen zu können - vor Allem Kreative. Bei vielen lag sie damit goldrichtig ...
Im Fahrwasser der IBA setzten knallharte Verdrängungs-Prozesse ein, welche die gesamte Bevölke-rungs-Struktur betrafen und durch die auch langjährige Bewohner und Kreative unter Druck gerieten.
Vor Allem Studenten und Schüler profitierten davon.
Ich verstand mich selber als "links" - hatte aber den Anspruch, als Stadtteilkünstler alle Menschen zu erreichen, egal welchen Alters, welcher Nation, Hautfarbe, welcher politischen Meinung - egal ob "rechts" oder "links". Kunst steht für mich über politischer Ideologie.
Mitte November 2015 bekam ich "Auftrittsverbot" im Wilhelmsburger Atelierhaus 23, einem von der IBA umgebauten und finanzierten Gebäude-Komplex, in welchem mehr als 40 Ateliers unterge-bracht sind. Mein Verbrechen: Ich hatte gewagt, mich im Internet positiv über AfD und Pegida zu äu-ßern.
In dem Video erzähle ich von meiner Arbeit und den sich verschärfenden Querelen mit Linksradika-len, die Meinungs-Terror gegen politisch Andersdenkende entfachen, um die gesamte Situation zu eskalieren. Für sie sind Kreative offenbar "nützliche Idioten", die man solange gewähren lässt, wie sie ihre Kunst an den Regeln der "Political Correctness" orientieren. Wagen sie es jedoch, nach eigenen Vorstellungen zu arbeiten, werden sie ausgegrenzt.
Es gibt in diesem Land immer mehr Opfer von Meinungs-Terror und Mobbing wegen mißliebiger politischer Haltung. Diesen Menschen, die Ausgrenzung und Denunziation teilweise hilflos ausge-liefert sind, widme ich mein Video.
Ich danke Eva, Manfred, Thomas und Dietmar für ihre Unterstützung.
°° RS °°
p.s. Auf dieser Blogseite findet der Interessierte unter der Rubrik "Gentrifizierung" 125 Posts, die sich mit den hier angerissenen Themen und soziokulturellen Problemen befassen ...
Abonnieren
Posts (Atom)













